Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.

Ärger ins Haus vermeiden: Weihnachtspäckchen richtig auf den Weg bringen

Ärger ins Haus vermeiden

Weihnachtspäckchen richtig auf den Weg bringen

Weihnachtsgeschenke, die in der Zustellschleife hängen bleiben. Pakete, die verstecken spielen oder ohne Benachrichtigung in der Nachbarschaft oder im kilometerweit entfernten Paket-Shop abgegeben werden. In den Wochen vor dem Fest werden doppelt und dreifach so viele Pakete verschickt wie sonst - und zuhauf steht Verbraucherärger rund um Paketsendungen ins Haus. "Wer sein Paket ausschließlich selbst entgegennehmen will, kann bei einigen Versendern beim Bestellen den kostenpflichtigen Service eigenhändig buchen, dann darf der Bote das Paket nur dem Empfänger selbst oder jemandem aushändigen, der eine schriftliche Vollmacht zur Annahme der Sendung hat", so der Rat der Verbraucherzentrale NRW für eine sichere Zustellung. Damit's rechtzeitig vor dem Fest mit dem Versenden und Empfangen klappt, gibt die Verbraucherzentrale NRW Paketkunden die passenden Tipps mit auf den Weg:

- Vor dem Versand: Um zu verhindern, dass Pakete unterwegs stecken bleiben oder
  automatisch aussortiert werden, ist es wichtig, dass Name und Adresse 
  vollständig und gut lesbar angegeben sind. Wer eine Verpackung 
  wiederverwertet, sollte die vorhandenen Barcodes entfernen oder überkleben. 
  Damit die Paketpost nicht in der Sortieranlage hängenbleibt, sollte auf die 
  Verwendung von Bändern und Schleifen verzichtet werden. Abgesehen von 
  Preisunterschieden, bieten die einzelnen Paketdienstleister auch 
  unterschiedliche Dienste an. So sehen manche nur einen Zustellversuch vor, 
  andere kommen hingegen bis zu drei Mal an die Tür, bevor das Paket zurück an 
  den Absender geschickt oder in einen Paketshop umgeleitet wird. Hier lohnt 
  sich vor dem Versand ein Blick in die Zustellbedingungen.
- Ersatzzustellung beim Nachbarn: Die meisten Paketdienste behalten sich in 
  ihren Vertragsbedingungen die sogenannte Ersatzzustellung an Nachbarn vor. Das
  kann praktisch sein, wenn der auch tagsüber zu Hause ist. Grundsätzlich muss 
  jedoch kein Nachbar ein fremdes Paket annehmen. Sobald der Empfang allerdings 
  quittiert wird, muss das Paket sorgfältig verwahrt und darf dem Empfänger 
  nicht einfach vor die Tür gestellt werden. Denn dann haftet der Nachbar unter 
  Umständen dafür, wenn die Sendung wegkommt oder Schaden nimmt. Wer ein Paket 
  erwartet, sollte seinen Nachbarn am besten vorher informieren. Alternativ kann
  beim Paketdienstleister auch ein Wunschnachbar als Zustelladresse hinterlegt 
  werden, wenn keine Zustellung an jeden beliebigen Nachbarn gewünscht wird.
- Verzögerte Lieferung: Paketdienstleister geben in ihren Geschäftsbedingungen 
  Lieferzeiten für die Paketzustellung an. Dies sind jedoch nur unverbindliche 
  Regellieferzeiten und keine garantierten Lieferdaten. Wer will, dass zu einem 
  bestimmten Termin geliefert wird, sollte daher auf sogenannte 
  Expresslieferungen der Paketdienste zurückgreifen. Diese sind allerdings meist
  teurer als der Standardversand.
- Beschädigte Pakete: Pakete sind in der Regel versichert. Die Höchstgrenze 
  bewegt sich je nach Transportunternehmen zwischen 500 und 750 Euro. Der 
  Absender muss dem Paketdienstleister innerhalb von sieben Tagen melden, wenn 
  die versandte Ware beschädigt wurde. Wenn beim Verschicken also etwas zu Bruch
  ging, sollte der Empfänger dies dem Absender umgehend mitteilen. Bei 
  sichtbaren Schäden sollte der Zusteller diesen gleich an der Haustür 
  registrieren und bestätigen.
- Paketverlust: Bei allen Paketen kann mit Hilfe der Paketnummer im Internet 
  verfolgt werden, wo sie sich befinden. Hilft das nicht weiter oder geht die 
  versandte Ware verloren, meldet der Absender das beim Kundenservice und stellt
  einen kostenlosen Nachforschungsauftrag. Dabei muss er den genauen Paketinhalt
  angeben und den Einlieferungsbeleg vorweisen können. Für die Nachforschung 
  haben die Paketdienstleister mindestens 20 Tage nach Einlieferung des Pakets 
  Zeit. Ausnahme Päckchen: Den Weg der Leichtgewichte bis zu zwei Kilogramm 
  verfolgt DHL grundsätzlich nicht. Einen Versicherungsschutz für Verlust gibt's
  bei dem Transporteur nur gegen Aufpreis. Hier lohnt sich ein Vergleich mit 
  anderen Paketdienstleistern wie Hermes, GLS oder DPD. 

Zum Abladen von Ärgernissen rund ums Versenden und Zustellen von Briefen und Paketen haben die Verbraucherzentralen Nordrhein-Westfalen und Thüringen ein Online-Beschwerdeportal eingerichtet. Unter www.paket-ärger.de können Absender und Empfänger eintragen, wenn Pakete einfach vor der Haustür abgelegt werden, beschädigt ankommen oder sonstige Paket-Pannen passieren. Auf der Internetseite gibt's ergänzend Informationen zur Rechtslage.

Verbraucherzentrale NRW 
Pressestelle 
Mintropstraße 27 
40215 Düsseldorf 
Tel.: 0211/3809-101 
Fax: 0211/3809-216 
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Dokument: Tipp 49b Paketversand.rtf 

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