Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration

Vor 70 Jahren kehrte wieder Leben in die Fuggerei ein

Vor 70 Jahren kehrte wieder Leben in die Fuggerei ein
Einweihung Häuser zum Wiedereinzug in Fuggerei 1947 4. September. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/120799 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration/Sammlung Häußler"

Augsburg (ots) - Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden am 4. September 1947 die ersten wiederaufgebauten Häuser in der Fuggerei eingeweiht

Vor genau 70 Jahren versammelten sich am 4. September 1947 die geladenen Gäste in der festlich mit Girlanden und dem Lilienwappen geschmückten Herrengasse zur feierlichen Einweihung der ersten wiederaufgebauten Häuser in der Fuggerei. Sieben Wohnungen, der beim Bombenangriff in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 teilweise völlig zerstörten Häusern, konnten am 4. September mehr als zwei Jahre nach Kriegende wieder bezogen werden.

In Anwesenheit der Mitglieder des Hauses Fugger, dem damaligen Bayerischen Arbeitsminister Roßhaupter, Vertretern der Stadt und der amerikanischen Aliierten übergab der damalige Vorsitzende des Fuggerschen Familienseniorats Josef Ernst Fürst Fugger von Glött den künftigen Bewohnern ihre neuen Wohnungsschlüssel. Bevor Bischof Joseph Kumpfmüller die wieder erbauten Häuser und Wohnungen segnete, sprach er warmherzige Worte zu den Arbeitern, die vorrangig aus der Fuggerei kamen, und dankte ihnen für Wiederherstellung der Fuggerei. Die Häuser wurden nach historischem Vorbild unter der Leitung von Architekt Baron Doblhoff wiederaufgebaut oder repariert, die Wohnungen jedoch mit fließendem Wasser, Gasheizung und einem Bad modernisiert. Außerdem wurde eine Erweiterung ins Auge gefasst, da es rund um die Fuggerei zerstörtes Gelände gab, so dass künftig noch mehr bedürftige katholische Augsburger Bürger für eine Jahreskaltmiete von damals 1,71 RM eine Wohnung in der Fuggerei erhalten konnten.

Der Einweihungsfeier vor 70 Jahren folgten noch viele Jahre des Wiederaufbaus, bis die Fuggerei als älteste Sozialsiedlung der Welt wieder in altem Glanz erstrahlte. "Über die beherzte Entscheidung des damaligen Familienseniorats, die Fuggerei wiederaufzubauen, können wir uns heute sehr glücklich schätzen. So können die Stiftungen jetzt 142 Wohnungen für 88 ct Jahreskaltmiete vergeben", erklärt Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fuggerschen Stiftungen seit bald 20 Jahren.

Hintergrund: Die Fuggerei wurde bei zwei Luftangriffen der Royal Air Force auf Augsburg im Februar 1944 zu zwei Dritteln zerstört. Nur wenige Tage nach der Bombennacht beschlossen die Mitglieder des Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorats sofort mit dem Wiederaufbau der Sozialsiedlung zu beginnen. So konnten bereits kurz vor der Währungsreform erste Fuggerei-Bewohner ihre neuen und sogar modernisierten Wohnungen beziehen.

Pressekontakt:

Astrid Gabler, Leitung Kommunikation und Programme, Fuggersche
Stiftungen, Mobil: 0170/285 1048

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