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Universität Konstanz

Zu Rassismus in Institutionen, PI Nr. 96/2021

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Zu Rassismus in Institutionen

Die Universität Konstanz ist am Verbundprojekt „Rassismus als Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kontext ausgewählter gesellschaftlich-institutioneller Bereiche“ des Bundesinnenministeriums beteiligt

Rassismus ist ein virulentes Phänomen, das einzelne ebenso betrifft wie die Legitimität demokratischer Institutionen. Das Bundesministerium des Inneren (BMI) hat nun ein breit aufgestelltes Forschungsvorhaben bewilligt, das verschiedene Formen von Rassismus in Institutionen erkennbar machen wird. Forschende der Universität Konstanz sind prominent am Projekt beteiligt, das vom bundesweiten „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ) getragen wird, zu dessen Standorten Konstanz gehört. Der Förderzeitraum läuft von Oktober 2021 bis Ende 2024. Die Gesamtfördersumme beträgt 6 Millionen Euro, davon über 900 Tausend Euro für die Konstanzer Teilprojekte.

Konstanzer Forschende sind mit vier Projekten beteiligt

Ziel der Beiträge von insgesamt 32 Forschenden, die am bundesweiten Vorhaben „Rassismus als Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kontext ausgewählter gesellschaftlich-institutioneller Bereiche“ beteiligt sind, ist es, die Forschung zum Themenfeld Rassismus und Institutionen in Deutschland voranzubringen. Zu den Antragstellenden gehören sieben Wissenschaftler*innen aus Konstanz, die zusammen vier Projekte realisieren.

Der Jurist Prof. Dr. Daniel Thym untersucht als Sprecher des Standorts Konstanz im FGZ gemeinsam mit seiner Fachkollegin Prof. Dr. Judith Froese juristische Begrifflichkeiten von Rassismus, um unter anderem der Frage nachzugehen, welche der vielfältigen Erscheinungsformen des Rassismus im engeren Sinne einen Rechtsverstoß darstellen. Damit Verwaltungen auf die verschiedenen Formen von Rassismus reagieren können, wird eine Typologie von Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Aus soziologischer Perspektive analysieren Prof. Dr. Christian Meyer, Dr. Frank Oberzaucher und Dr. Sandrine Gukelberger von der Universität Konstanz mit einem methodisch innovativen Forschungsansatz bürokratische Praktiken. Von Seiten der Politikwissenschaft werden Prof. Dr. Gerald Schneider sowie Juniorprofessor Dr. Jan Vogler datenbasiert Jobcenter auf Vorurteile und Stereotypisierungen hin untersuchen.

Die Sensibilität in Bezug auf Rassismus ändert sich

Mit diesen Einzelprojekten nehmen die Konstanzer Forschenden am Verbundvorhaben teil, bei dem geklärt wird, inwieweit Rassismus in staatlichen Institutionen auftritt, welche Erscheinungsformen er annimmt bzw. wie er wahrgenommen wird, welche Motive und welche spezifischen Gründe ihm zugrunde liegen können und wie er sich vermeiden lässt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich nicht nur Rassismus, sondern auch die Sensibilität in Bezug auf Rassismus verändert. Eine interministerielle Projektgruppe auf Bundesebene wird den Forschungsprozess des Projekts fachlich begleiten, das auf einen Kabinettsbeschluss vom Mai 2021 zu Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsterrorismus und Rassismus zurückgeht.

Ziel der Studie des Forschungsverbunds ist dabei die Zusammenfassung einer größeren Zahl von empirischen Untersuchungen zu einzelnen Institutionen beziehungsweise Bereichen staatlichen Handelns. Die Ergebnisse sollen Reformen gegen Rassismus in Institutionen anstoßen. Konkret stehen mehrere Fragen im Fokus: Wie hat sich das Verständnis unterschiedlicher Formen von Rassismus verändert, und welche Auswirkungen hat das auf die Arbeit von Behörden? In welchen Behörden lassen sich Diskriminierungen überhaupt ausmachen? Schließlich: Inwieweit lernen Behörden aus der Beobachtung, respektive dem Hinweis auf Vorfälle etwaiger Diskriminierung? Einen wichtigen Beitrag für diese zukunftsgewandten Veränderungen wird die Typologie von Handlungsempfehlungen leisten, die im juristischen Teilprojekt aus Konstanz unter Leitung von Daniel Thym und Judith Froese erstellt wird.

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) wurde 2020 gegründet. Es bündelt interdisziplinäre geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung über elf Standorte hinweg, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt innovativ voranzutreiben. Zentrale Hypothese des Forschungsvorhabens ist, dass Rassismus die Gesellschaft und ihre Organisationen spaltet und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in hohem Maß gefährdet.

Faktenübersicht:

  • Projektbezeichnung: „Rassismus als Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kontext ausgewählter gesellschaftlich-institutioneller Bereiche“
  • Zielsetzung: Zusammenfassung einer größeren Zahl empirischer Untersuchungen zu Rassismus in einzelnen Institutionen beziehungsweise Bereichen staatlichen Handelns
  • Projekt wird getragen vom bundesweiten „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ)
  • Sprecher des Standorts Konstanz: Prof. Dr. Daniel Thym
  • Förderzeitraum: Oktober 2021 bis Ende 2024
  • Fördermittel gesamt: 6 Millionen Euro; für den Standort Konstanz: über 900.000 Euro
  • Zielsetzung: Zusammenfassung empirischer Untersuchungen zu einzelnen Institutionen beziehungsweise Bereichen staatlichen Handelns
  • Presseinformation „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ (FGZ): www.fgz- risc.de/presse/detailseite/rassismus-in-staatlichen-institutionen-fgz-startet-grossstudie
  • Presseinformation des Bundesministeriums des Inneren: www.bmi.bund.de/Sha redDocs/pressemitteilungen/DE/2021/10/rassismusstudie.html
Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

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