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Der Generalimpfstoff gegen die Grippe | PI Nr. 27/2021

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Der Generalimpfstoff gegen die Grippe

Neues Impfverfahren für einen dauerhaften Grippeschutz gegen alle bekannten Influenza-Mutationen in der präklinischen Testung – möglicher Einsatz des Verfahrens auch gegen SARS-CoV-2 – gemeinsames Forschungsprojekt der Universität Konstanz, Universität Tübingen und der Technischen Universität Dresden

Einmal geimpft, für immer geschützt: Für die Grippeimpfung wäre dieser Gedanke ein Traum. Leider ermöglichen die bestehenden Impfverfahren bislang keinen dauerhaften Schutz vor der Grippe (Influenza). Der Grund: Influenza-Viren verändern sich durch Mutation sehr schnell. Jährlich bilden sich neue Virenstämme, gegen die bisherige Impfungen nicht oder nur eingeschränkt schützen.

Damit künftig nicht mehr jährlich von neuem gegen Grippe geimpft werden muss, wird gegenwärtig ein alternatives Impfverfahren von einem Forschungsverbund der Universität Konstanz, Universität Tübingen und der Technischen Universität Dresden getestet. Dieses neue Verfahren verspricht einen übergreifenden Schutz gegen alle bekannten Influenza-Mutationen und hat somit gute Aussichten, eine dauerhafte Immunität gegen die Grippe zu erreichen: Anders als die bestehenden Grippe-Impfstoffe zielt das neue Verfahren nicht auf die Erzeugung von Antikörpern gegen spezifische Grippestämme, sondern stimuliert stattdessen T-Lymphozyten (weiße Blutzellen) zu einer generellen Immunantwort gegen Influenza-Viren.

Das Forschungsteam unter Federführung des Konstanzer Immunologen Prof. Dr. Marcus Groettrup testet das neue Grippe-Impfverfahren augenblicklich in einer präklinischen Studie. Diese überprüft und vertieft die Ergebnisse einer früheren Pilotstudie, die den prinzipiellen Nachweis für die Wirksamkeit des Verfahrens erbracht hat. Die präklinische Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 1,18 Millionen Euro gefördert.

„Wir haben sehr vielversprechende Anzeichen, dass dasselbe Impfverfahren auch auf das Coronavirus und weitere Klassen von Viren anwendbar ist. Das Verfahren könnte ein Ansatz sein, um eine generelle Immunität gegen Virenklassen – über alle Mutationen hinweg – zu erreichen. Wir erforschen gerade in Kooperation mit den Firmen Trenzyme in Konstanz und Riboxx in Dresden die Ausweitung auf SARS-CoV-2 mit gutem erstem Erfolg“, spricht Marcus Groettrup.

Lesen Sie im ausführlichen Artikel auf campus.kn, wie das neue Impfverfahren funktioniert: https://campus.uni-konstanz.de/wissenschaft/der-generalimpfstoff-gegen-die-grippe

Faktenübersicht:

  • Präklinische Studie zum Test eines alternativen Impfverfahrens gegen Influenza-Viren auf Basis von Mikrosphären, die T-Lymphozyten stimulieren.
  • Ziel ist die Erzeugung eines Impfstoffes, der einen generellen und dauerhaften Impfschutz gegen Grippeviren – über alle Mutationen hinweg – bietet.
  • Die präklinische Studie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 1,18 Millionen Euro gefördert.
  • Beteiligte Forschungsgruppen:
    • Prof. Dr. Marcus Groettrup, Professor für Immunologie an der Universität Konstanz
    • Prof. Dr. Oliver Planz, Interfakultäres Institut für Zellbiologie (IFIZ), Universität Tübingen
    • Prof. Dr. Peter Martus, Institut für Klinische Epidemiologie und angewandte Biometrie, Universitätsklinikum Tübingen
    • Prof. Dr. Jacques Rohayem, Technische Universität Dresden sowie Geschäftsführer des Unternehmens Riboxx
  • campus.kn ist das Online-Magazin der Universität Konstanz. Wir berichten darin multimedial über aktuelle Themen aus Wissenschaft und Forschung, Studium und Lehre sowie aus dem Campusleben der Universität: www.campus.uni-konstanz.de

Hinweis an die Redaktionen:

Ein Bild der Mikrosphären ist im Folgenden verfügbar: https://cms.uni-konstanz.de/fileadmin/pi/fileserver/2021/der_generalimpfstoff_mikrosphaeren_c_dennis_horvath.png

Bildunterschrift: Mikrosphären aus biologisch abbaubarem Material, die durch Sprühtrocknung hergestellt werden. Sie enthalten Teile eines Influenza-Virusantigens und eine immunstimulierende Substanz. Das Bild wurde mit 3.000-facher Vergrößerung durch Elektronenmikroskopie erstellt.

Aufnahme: Dennis Horvath, Universität Konstanz

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: + 49 7531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

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