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Studie: Sechs von zehn Deutschen wären zu einer Stammzellenspende bereit
Bisher hat sich nur die Hälfte der potenziellen Spender typisieren lassen

Leverkusen (ots) - 60 Prozent der Bundesbürger sind prinzipiell zu einer Stammzellenspende bereit, doch nur knapp die Hälfte der potenziellen Spender hat sich bislang der dafür notwendigen Typisierung unterzogen. Dass auch bundesweite Informations- und Aufklärungskampagnen dieses Gefälle zwischen Wort und Tat bislang nicht überbrücken konnten, liegt vor allem daran, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland sich vor einem möglichen Eingriff fürchten. Wüssten die Deutschen mehr über die hohen Erfolgsaussichten des Eingriffs für den Empfänger und darüber, wie einfach die Entnahme ist, würde bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung eine größere Spendenbereitschaft bestehen. Diese Informationen und generelle Aufklärung zu diesem Thema wünschen sich die meisten Deutschen vor allem von ihren Krankenkassen oder ihrem Hausarzt. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie "Knochenmark- und Organspende 2016" der pronova BKK. Insgesamt haben 1.630 Bürgerinnen und Bürgern im Alter zwischen 18 und 65 Jahren an der deutschlandweiten repräsentativen Befragung teilgenommen.

"Es freut uns, dass die Bereitschaft der Bevölkerung in Deutschland hoch ist, das Leben anderer mit einer Stammzellenspende zu retten. Aber die Studie zeigt klar auf, dass die bisherigen Aufklärungskampagnen allein nicht ausreichen, um noch vorhandene Vorbehalte auszuräumen", sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK.

Die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Stammzellenspende basiert in erster Linie auf ethischen Motiven: Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Befragten gaben an, mit ihrer Spende anderen Menschen helfen zu wollen, knapp die Hälfte (45 Prozent) hat sich von einer Infokampagne überzeugen lassen. 45 Prozent erklärten, sie würden sich als Betroffener oder Angehöriger ebenfalls eine Spende wünschen. Im Gegensatz dazu vertraut jedoch nur knapp ein Drittel (29 Prozent) der Studienteilnehmer dem System der Stammzellenspende. Lediglich vier Prozent wurden über öffentliche Institutionen wie Schulen oder von der eigenen Krankenkasse über das Prinzip der Stammzellenspende aufgeklärt.

Angst vor einer OP verhindert Spende

Fest steht: Trotz einer potenziell hohen Spendenbereitschaft sind diverse Vorbehalte gegen eine Stammzellen- oder Knochenmarkspende beziehungsweise eine Typisierung vorhanden. Dabei muss zwischen den Verfahren unterschieden werden. Die Typisierung ist mittels eines Wangenabstrichs unkompliziert und komplett schmerzfrei möglich. Eine Stammzellenspende kann dank moderner Verfahren ähnlich wie eine Blutspende durchgeführt werden. Lediglich eine Knochenmarkspende erfordert einen Eingriff unter Vollnarkose. Die Art der Entnahme ist dabei von den Patienten frei wählbar. Dennoch scheint es viel Verwirrung und Vorurteile gegenüber der Verfahren zu geben.

Zwei Drittel (58 Prozent) der Befragten geben an, sich vor einem Eingriff und den Spätfolgen einer möglichen Operation zu fürchten. Jeder Vierte (25 Prozent) erklärt, dem System der Knochenmarkspende zu misstrauen. Rund jeder Zehnte beklagt, dass zu wenig Informationen zum Thema verfügbar sind. Neun Prozent möchten sich lieber gar nicht erst mit dem Thema beschäftigen. Vier Prozent der Befragten lehnen sie ab, weil der Partner gegen einen solchen Eingriff ist.

Krankenkassen als seriöse Quelle bevorzugt

Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, ist daher in Zukunft mehr Aufklärung und Transparenz rund um das Thema Stammzellen- und Knochenmarkspende gefragt. Die stärkste Rolle kommt dabei den Krankenkassen zu: Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) wünschen sich Aufklärung in erster Linie von ihrer Kasse, 56 Prozent von ihrem Arzt. Erst an dritter Stelle rangieren die Aufklärungskampagnen der Medien, auf die 39 Prozent der Studienteilnehmer als Informationsquelle vertrauen. Hier sind auch in Zukunft vor allem die reichweitenstarken Medien unverzichtbar. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, über eine Infokampagne im Fernsehen auf das Thema der Stammzellen- und Knochenmarkspende aufmerksam geworden zu sein. 43 Prozent haben sich über das Internet informiert. Auch Printkampagnen verfehlen ihre Wirkung nicht: Jeder vierte Bundesbürger (24 Prozent) wurde über die Zeitung mit dem Thema konfrontiert. Ebenfalls 24 Prozent haben Plakate im öffentlichen Raum gelesen, jeder zehnte hörte davon im Radio.

"Das Vertrauen der Bevölkerung in die Krankenkassen als seriöse und vertrauenswürdige Informationsquelle müssen wir stärker als bisher nutzen, um die verschiedenen Vorbehalte gegen eine Knochenmarkspende nachhaltig zu entkräften", sagt Lutz Kaiser. Für die pronova BKK seien die Ergebnisse der Studie daher ein klarer Auftrag, ihre Versicherten eingehend und detailliert zu informieren, denn: "Jeder Stammzellenspender ist ein potenzieller Lebensretter. Diese Botschaft zu verbreiten ist die große Herausforderung, der wir uns jetzt stellen müssen."

Zur Studie

Die Studie "Knochenmark- und Organspende 2016" wurde im April 2016 im Auftrag der pronova BKK im Rahmen einer Online-Befragung durchgeführt. Es wurden dafür bundesweit 1.630 Teilnehmer repräsentativ befragt.

Über die pronova BKK

Die pronova BKK ist aus Zusammenschlüssen der Betriebskrankenkassen großer Weltkonzerne wie z.B. Bayer, BASF, Ford, Continental oder Hapag-Lloyd entstanden. Die Kasse ist bundesweit für alle Interessierten geöffnet. Über 670.000 Kundinnen und Kunden schätzen die persönliche Betreuung, den exzellenten Service und die umfassenden Leistungen.

Die pronova BKK ist mit einem dichten Geschäftsstellennetz an rund 80 Kundenservice- und Beratungsstellen vertreten. Sie gehört zu den fünf größten Betriebskrankenkassen und zu den größten Krankenkassen in Deutschland. Weitere Informationen unter www.pronovabkk.de.

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