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"Erkenntnissen müssen Taten folgen"
Pannen bei Großprojekten wie dem BER erschüttern das Vertrauen in die Bau- und Planungskompetenz des Staates - BVS mahnt Umsetzung von Reform-Empfehlungen an

Berlin (ots) - Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger(BVS) unterstützt die zehn Kernhandlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Verwaltung, die die Reformkommission "Bau von Großprojekten" in ihrem Abschlussbericht vom 29. Juni 2015 vorgelegt hat. Gefordert werden unter anderem ein von Beginn an kooperatives Vorgehen nach der Devise "Erst planen, dann bauen" inklusive ehrlicher, objektiver Risikoanalyse und eine qualifizierte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung, die nicht den Fehler begeht, im billigsten Angebot automatisch das ökonomisch Vorteilhafteste zu erblicken.

Angesichts sich mehrender Fälle kostenintensiver Fehlentwicklungen auf Großbaustellen der öffentlichen Hand (Stuttgart 21, Elbphilharmonie in Hamburg, Sanierung von Oper und Schauspiel in Köln - um nur einige zu nennen) und auch im Lichte der erneuten Zuspitzung beim "Pannenflughafen" Berlin/Brandenburg, ist der von der Kommission eingeforderte "grundlegende Kulturwandel" dringend geboten. Ansonsten droht das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bau- und Planungskompetenz des Staates endgültig zu versiegen.

"Den abstrakten Erkenntnissen müssen jetzt konkrete Taten folgen", sagt der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Bauablaufstörungen und Schatzmeister des BVS-Bayern, Herr Dipl.-Ing. (FH) Michael Bieber. "Dazu gehört neben der Anpassung des Vergaberechts und einer gewissenhaften Projektvorbereitung auch, dass sich die in den letzten Jahren mehrende Unart des ständigen Streitens hin zu einer partnerschaftlichen Projektzusammenarbeit ändert. Diese muss von 'Oben' vorgelebt und den Behörden, aber auch den am Bau beteiligten Firmen als Leitbild aufgetragen werden. Ein nachweislich unkooperatives Verhalten sollte für die Einzelnen auch Folgen haben können. Da ein Streit auch bei kooperativen Verhalten der Parteien nicht ausgeschlossen werden kann, sollte, auf Grund der Verfahrenslängen an deutschen Gerichten, der Punkt 6 der Empfehlungen der Reformkommission forciert werden und möglichst zeitnah ein außergerichtliches Verfahren zur Streitbeilegung eingerichtet werden, so dass im Idealfall noch während des Bauens der Streit geschlichtet werden kann. Hier könnten gerade die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen technische Unterstützung leisten."

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