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02.03.2018 – 08:00

Berliner Korrespondentenbüro

Kasachstan rollt Prozess gegen Oligarchen Muchtar Abljasow neu auf
Englisches Gericht bestätigt: Vermögen des Ex-Bankers bleibt eingefroren

Berlin (ots)

Das Handelsgericht England und Wales (Commercial Court of England and Wales) mit Sitz in London bestätigte, dass das Vermögen des kasachischen Oligarchen Muchtar Abljasow weiterhin eingefroren bleibt. Dies gilt auch für jene Vermögenswerte, die für ihn von seinem Schwiegersohn Jlias, dem Sohn Khrapunovs, verwaltet werden. Jlias verweigert bislang Auskünfte über das Vermögen, das er für Abljasow managt.

Die einzige Verteidigungsstrategie Abljasows ist seine vorgebliche Rolle als politisches Opfer. Er präsentiert sich als Oppositioneller und die Vorwürfe gegen ihn als politisch motiviert. Mit dieser Strategie gelingt es ihm, offenbar unbehelligt in Frankreich zu leben, obwohl in London, Los Angeles, New York und der kasachischen Hauptstadt Astana eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen ihn anhängig sind.

In Kasachstan wurde er in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von zwanzig Jahren wegen Veruntreuung und Machtmissbrauchs verurteilt. Doch vor kurzem nahm der Generalstaatsanwalt das Verfahren noch einmal auf, da Abljasow Auftraggeber für den Mord an Yerzhan Tatishev, einem wohlhabenden Konkurrenten in der kasachischen BTA-Bank, gewesen sein soll.

Dieser Mordfall aus dem Jahr 2004 wurde neu aufgerollt, nachdem der damalige Schütze, Muratkhan Tokmadi, gestanden hatte, den Banker erschossen zu haben. Der Tod sollte wie ein Jagdunfall aussehen. Tokmadi gab an, damals unter extremem Druck Abljasows gestanden zu haben. Der Auftraggeber hatte ihm angedroht, ihn und seine Familie zu töten, sollte er den Mord verweigern. Nach volbrachter Tat erhielt Tokmadi vier Millionen US-Dollar als Lohn. Einen Teil soll er zur Bestechung der Ermittler des angeblichen Unfalls verwendet und einen Teil in eine Firmengruendung investiert haben.

Die eigentlichen Opfer der Machenschaften Abljasows sind kasachische Rentner, da er in großem Umfang den Rentenfonds geplündert hatte, sowie Zehntausende Immobilienkaeufer, die Geld in Bauprojekte investiert hatten, die nie realisiert wurden. Nach Auskunft der BTA-Bank beträgt der Schaden bis zu zehn Milliarden US-Dollar.

Pressekontakt:

Alex Weiden, Berliner Korrespondentenbuero
E-Mail: weiden@rg-rb.de
Tel.: +49 30 2639 3328

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