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19.12.2017 – 08:00

Berliner Korrespondentenbüro

GESENT-Kongress in Berlin: Deutschland drohen massive Versorgungsprobleme bei innovativen Neuro-/Psychopharmaka
Initiative gegen fortschreitende Bürokratisierung und Ökonomisierung der Medizin

Berlin (ots)

Im Fokus des vor wenigen Tagen in Berlin durchgeführten 13. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Neuro-/Psychopharmako-Therapie (GESENT e. V.) standen die zunehmenden Versorgungslücken bei wirksameren Neuro-/Psychopharmaka und damit verbundene Einschränkungen der ärztlichen Therapiefreiheit und Patientenbehandlung. Dafür bot das zweitägige Tagungsprogramm eine Reihe interessanter Vorträge mit Themen wie Entwicklungen im deutschen und internationalen Arzneimittelrecht, Versorgungsgerechtigkeit in Neurologie und Psychiatrie oder Folgen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG) von 2011. "Uns war es wichtig", sagte Prof. Dr. Peter Riederer, Vorstandsvorsitzender von GESENT e. V, "unterschiedliche, teils auch gegensätzliche Auffassungen zur Sprache zu bringen. Vor allem aber wollten wir mehr Klarheit über Ausgangslage und Ziele einer geplanten Initiative gegen fortschreitende Bürokratisierung und Ökonomisierung der Medizin schaffen. Das ist gelungen."

10 Thesen

Auf dem Kongress in Berlin stellte Prof. Dr. Gerd Laux, Mitglied des GESENT-Vorstandes, 10 Thesen zur Gründung einer Plattform vor, die Ärzten, Wissenschaftlern, Politikern, Vertretern der Industrie und Krankenkassen sowie Patientenvertretern die Möglichkeit schaffen soll, gemeinsam gegen die um sich greifenden Versorgungsprobleme mit Neuro-/Psychopharmaka vorzugehen. Laux betonte: "Hauptursachen der gegenwärtigen Situation sind die Verteufelung der Pharmaunternehmen als ausschließlich profitgierige Monster, eine unsachliche Kosten-Nutzen-Diskussion, formalisierte Zulassungskriterien für neue Medikamente und das vollständig fehlende Bewusstsein über solche Fragen wie Arzneimittelzulassung oder tatsächliche Entwicklungskosten neuer Medikamente. So lange das so bleibt, wird sich die Lage weiter verschlimmern."

Öffentliches Bewusstsein

Vor diesem Hintergrund bereitet GESENT eine Initiative vor, die alle Interessengruppen zusammenschließt, um einen adäquaten Einsatz von Neuro-/Psychopharmaka zu ermöglichen und neue Entwicklungen zu unterstützen. "Um das zu erreichen", sagte Prof. Dr. Manfred Gerlach, GESENT-Vorstandsmitglied, "werden wir mit systematischer Kommunikationsarbeit die Öffentlichkeit über die Bürokratisierung im Gesundheitswesen, kontraproduktive Regulierungspraktiken des gesamten Medikamentenmarktes und über das Bürokratiemonster AMNOG informieren. Wir brauchen ein öffentliches Bewusstsein, dass hier einiges im Argen liegt und dringend Abhilfe geschaffen werden muss."

AMNOG und die Folgen

In der Diskussion auf dem GESENT-Kongress wurde deutlich, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) als eine der Hauptursachen der entstandenen Probleme anzusehen ist. Das machte auch Prof. Dr. Thomas Müller, ebenfalls GESENT-Vorstandsmitglied, in seinem Vortrag deutlich: "Wird die gegenwärtige Entwicklung nicht gestoppt, werden Ärzte und Patienten immer mehr verunsichert und vor allem entmündigt. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Jedem mündigen Patienten, den Angehörigen und den Ärzten muss die Entscheidung überlassen bleiben, welche Therapie bei chronisch neurologischen Erkrankungen die jeweils beste ist."

Perspektive

Durch die gesundheitspolitischen Vorgaben sind in den letzten Jahren zwischen den einzelnen Interessengruppen unterschiedliche Positionen deutlich geworden. Von Ärzten und Gutachtern über Politiker, Industrie-, Versicherungs- und Patientenvertretern bis zu den Zulassungsbehörden - jeder agiere für sich allein. "Für uns von GESENT", so Riederer, "steht fest, dass wir nur gemeinsam etwas erreichen werden. Deshalb brauchen wir eine Plattform, in der sich alle Beteiligten wiederfinden können. Wenn es uns gelingt, eine solche Basis zu schaffen, werden Begriffe wie Therapiefreiheit und optimale Patientenbehandlung wieder Realität."

Über GESENT e. V.:

Die Deutsche Gesellschaft für experimentelle und klinische 
Neurotherapeutika (GESENT) e.V. ist eine unabhängige, gemeinnützige 
Organisation, die 2005 von Vertretern der Wissenschaft, des 
Gesundheitswesens und der Industrie gegründet wurde. Ziele von GESENT
sind:
- die präklinische und klinische Entwicklung wirksamer und sicherer 
Arzneimittel zur Behandlung neurologischer und psychiatrischer 
Krankheiten zu fördern, 
- den Informationsaustausch zwischen Klinikern, Grundlagenforschern 
und Vertretern von Krankenkassen, Zulassungsbehörden, 
Patientenselbsthilfegruppen und der Pharmazeutischen Industrie durch 
Abhalten von Symposien, Konsensus-Konferenzen und 
Fortbildungsmaßnahmen zu unterstützen,
- Empfehlungen zu aktuellen therapierelevanten Themen auszusprechen. 

Pressekontakt:

Dr. Ingolf Neunübel
Public Relations
Schönhauser Straße 88d
13127 Berlin
Tel.: 030 9622128
Mobil: 0172 3141830
E-Mail: ingolf.neunuebel@t-online.de

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