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Flugzeugkatastrophe von Kirgistan: Auffallend schleppende Ursachenforschung
Spekulationen über die Rolle der kirgisischen Elite

Berlin (ots) - Der Flugzeugabsturz, der im vergangenen Januar in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek 39 Todesopfer, davon 17 Kinder, gefordert hatte, dürfte auf einen Pilotenfehler zurückzuführen sein. Doch nähere Umstände sind noch immer ungeklärt, vor allem über das Transportgut des Frachtjumbos und die Auftraggeber werden Informationen bis heute zurückgehalten. Die Ursachenforschung geht nur schleppend voran, was zahlreiche Spekulationen anheizt.

Es geschah am frühen Morgen des 16. Januar 2017, als der Pilot der türkischen Frachtmaschine in dichtem Nebel am International Airport Bischkek-Manas ein Durchstartemanöver versuchte und dabei den Cargo Jumbo vom Typ Boeing 747-400 zum Absturz brachte. Die Maschine krachte auf ein Wohngebiet und zerstörte mindestens 15 Häuser.

Auffallend war nicht nur, dass wenige Informationen über das Unglück bekannt wurden, sondern auch dass der damalige Präsident des kleinen zentralasiatischen Landes, Almasbek Atambajew, den Hinterbliebenen kein Beileid aussprach und keine Rede an die Nation hielt.

An Bord sollen 85 Tonnen hochwertige Fracht gewesen sein, vor allem Smartphones und Tablets aus China, allerdings ohne Zollpapiere. Es handelte sich offenbar um Schmuggelware im Schätzwert von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Was tatsächlich an Bord war, könnten nur die chinesischen Versandspediteure konkret angeben. Die Chinesen allerdings schweigen.

Zunächst behaupteten kirgisische Behörden, die komplette Fracht gehöre der Türkei. Türkische Behörden widersprachen jedoch dieser Darstellung. Weitere Aufklärung gab es nicht - allerdings Hinweise, dass das türkische Unternehmen "My Cargo Airlines" als Betreiber des Flugzeugs enge Kontakte mit Vertrauten von Präsident Atambajew habe.

Um eine mögliche Verwicklung von Atambajew persönlich zu untersuchen und belastendes Beweismaterial zu finden, recherchierte der kirgisische Oppositionspolitiker Omurbek Tekebajew auf eigene Faust. Das Ergebnis: Er wurde im vergangenen August selbst wegen Korruption angeklagt und zu acht Jahren Haft verurteilt. Zur gleichen Zeit verschwanden Dokumente, die sich auf die Fracht der Unglücksmaschine bezogen, bei einem nächtlichen Einbruch aus der Kanzlei von Tekebajews Rechtsanwalt. Dass die chinesische Seite in den darauffolgenden Monaten lukrative Aufträge von Atambajew bekam, befeuerte Spekulationen über die Rolle der führenden Schicht von Kirgistan in der internationalen Schmuggelszene.

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