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Mit hohen Investitionen US-Visa besorgt
Frühere Trump-Mitarbeiter unterstützten kasachische Oligarchen

Berlin (ots) - Neue Recherchen in US-Medien bekräftigen die Geldwäschevorwürfe gegen die kasachische Oligarchenfamilie Viktor Khaprunov. Mit hohen Investitionen soll sich der Clan in mindestens drei Fällen die Aufenthaltserlaubnis in den USA gesichert haben.

Nach jüngsten Berichten des amerikanischen Medien- und Internetkonzerns McClatchy, der unter anderem dreißig Zeitungen herausgibt, unterstützten zwei frühere Mitarbeiter des Immobilienimperiums Donald Trumps die vermögende Khaprunov-Familie bei der Beschaffung von Aufenthaltstiteln in den Vereinigten Staaten. Viktor Khaprunov war früher Energieminister des ressourcenreichen Kasachstan und Bürgermeister der Stadt Almaty, floh jedoch nach Aufnahme von Ermittlungen gegen ihn wegen Veruntreuung von Staatsvermögen außer Landes. Zunächst lebte die Familie in der Schweiz, ihr Ziel waren jedoch die USA.

Khaprunov investierte millionenschwere US-Dollar-Beträge, unter anderem in ein kurzlebiges Unternehmen, das in allen Flughäfen der USA biometrische Geräte aufstellen sollte. Der wahre Zweck dieser Investitionen war jedoch, für Familienmitglieder Visa als angebliche Gastarbeiter zu bekommen. Aber auch in Immobilien - vor allem in Eigentumswohnungen aus dem Trump-Konzern in Soho (New York) - wurden hohe Beträge angelegt, was mutmaßlich zu Geldwäschezwecken diente.

Die Mittel für die Investitionen sollen aus kasachischem Staatsvermögen stammen, die Khaprunov in seinen früheren Funktionen abgezweigt haben soll. Viktor Khaprunov und seine Frau Leila stehen seit 2012 auf der Interpolliste, der Sohn der beiden, Ilyas, wurde 2014 ebenfalls auf die Liste gesetzt.

Sohn Ilyas Khaprunov ist mit Madina Abljasowa, der Tochter eines anderen kasachischen Oligarchen, verheiratet. Ihr Vater ist Muchtar Abljasow, der ehemalige Chef der kasachischen BTA-Bank, der Milliarden abgezweigt und Geldwäsche betrieben haben soll und ebenfalls seit Jahren auf der Flucht ist.

Die Khaprunov-Familie behauptet ebenso wie der Abljasow-Clan, Opfer von politischer Verfolgung von Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew zu sein. Aus der Sicht Kasachstan haben diese Beteuerungen nur den Zweck, unter dem Deckmantel der politischen Verfolgung von den strafrechtlichen Vorwürfen abzulenken.

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