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27.04.2017 – 13:41

Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V.

Öffentliche Güter: Die Entzauberung einer Theorie

München (ots)

Das Ludwig von Mises Institut Deutschland stellt nun fortlaufend alle Vorträge seines Seminars, das in Kronberg/Taunus stattfand, ins Internet. Im jüngst veröffentlichten Vortrag setzt sich der in Frankreich lehrende Ökonom Jörg Guido Hülsmann mit der Theorie der öffentlichen Güter auseinander.

Diese Idee ist keinesfalls so jung, wie man meinen könnte - bereits der "Vater" der modernen Volkswirtschaftslehre, Adam Smith, vertrat sie in seinem berühmten Werk "Vom Wohlstand der Nationen". Hülsmann führt aus, dass es viele Argumente gäbe, die bei konkreter ökonomischer Betrachtung alle falsch sind, eingangs aber stellt er ein besonders dummes, von John Maynard Keynes vertretenes Argument vor.

Keynes behauptet, dass jene Güter, die nicht von der Privatwirtschaft bereitgestellt werden, vom Staat bereitgestellt werden müssten. Was ohne jede ökonomische Bildung einleuchtend klingen mag, ist bei genauer Betrachtung aber schierer Unsinn. Denn in der Wirtschaft gelten Knappheitsbedingungen. Ressourcen sind niemals unendlich verfügbar. Das heißt, die Bürger müssen ihre knappen Ressourcen entsprechend ihrer Präferenzen einsetzen. Da der Staat nun über keine eigenen Ressourcen verfügt und diese auch nicht aus dem Nichts schaffen kann, muss er logischerweise auf die der Gesellschaft zur Verfügung stehenden Ressourcen zurückgreifen. Wenn er also die vorhandenen Ressourcen nicht für die Bereitstellung der am höchsten geschätzten Güter, sondern für die am geringsten geschätzten (sonst würden die Bürger sie ja selbst bereitstellen) verwendet, dann betreibt der Staat nichts anderes als Verschwendung.

Auch in der Auseinandersetzung mit den Argumenten von A. Smith, P. A. Samuleson oder R. Coase kommt Hülsmann zu dem Schluss, dass die Theorie der öffentlichen Güter nicht stichhaltig ist. "Alle sogenannten öffentlichen Güter können privat gleich gut oder besser bereitgestellt werden. Zudem ist jede vorgenommene Abgrenzung zwischen beiden Gütern völlig willkürlich und wissenschaftlich nicht haltbar", konstatiert Hülsmann.

"Hülsmanns Auseinandersetzung mit den öffentlichen Gütern, ist äußerst wichtig" fügt Andreas Marquart, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts, an. "Zumeist dient diese Theorie nur dazu, das verschwenderische und unnütze Treiben staatlicher Institutionen zu legitimieren. Zudem wird diese Theorie dazu benutzt, die staatliche Kontrolle über das Geldwesen zu propagieren und zu verteidigen. Aber genau hierin liegt die Ursache für die Mehrheit aller sozio-ökonomischen Probleme unserer Zeit."

Die Theorie der öffentlichen Güter dürfte auch auf der diesjährigen Ludwig von Mises Konferenz thematisiert werden. Unter dem Titel "Small is beautiful - vom Vorteil kleiner politischer Einheiten" wenden sich am Samstag, 21. Oktober 2017, im Hotel "Bayerischer Hof" in München namhafte Redner den positiven Effekten möglichst kleiner Staatseinheiten zu. Klar ist dabei wohl auf jeden Fall: je kleiner der Staat, desto geringer ist auch sein Bedürfnis, öffentliche Güter zu postulieren.

Eine Anmeldung ist ab sofort unter www.misesde.org möglich.

Öffentliche Güter: Die Entzauberung einer Theorie http://www.misesde.org/?p=15613

Pressekontakt:

Wordstatt GmbH
Dagmar Metzger
Tel: +49 89 3577579-0
Email: info@wordstatt.de

Original-Content von: Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V., übermittelt durch news aktuell

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