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09.11.2016 – 10:49

Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V.

Die Briten sollten sich unilateral der ganzen Welt öffnen

München (ots)

"Im Großen und Ganzen würde ich CETA als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnen", stellt Prof. Philipp Bagus, der Volkswirtschaft an der renommierten Universidad Rey Juan Carlos in Madrid lehrt und jüngst mit dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet wurde, im Interview mit www.misesde.org fest. Gleichzeitig macht er aber auch klar, dass mit dem Abkommen eben nicht echter Freihandel durchgesetzt werde. Es werden nun zwar etliche Handels- und Zollerleichterungen eingeführt, andere Zölle und Einfuhrbeschränkungen aber bestehen weiter. Zudem bedarf es für echten Freihandel keinerlei komplizierter und umfangreicher Vertragswerke, sondern nur eines einzigen Satzes: "Alles was eingeführt wird, darf rein, und alles was ausgeführt wird, darf raus." Dieser Satz kann zudem einseitig ausgesprochen werden. Freihandel ist keineswegs davon abhängig, ob die jeweiligen Handelspartner ebenfalls Freihandel betreiben wollen. Bereits die einseitige Abschaffung aller Zollschranken und Handelsbeschränkungen birgt für die Bürger des betreffenden Staates nur Vorteile.

Angesichts des Brexit ist genau dies auch die Handlungsempfehlung von Bagus an die Briten. Brüssel reagierte beleidigt und kindlich auf den Austrittswunsch der Briten. "Rosinenpickerei" werde man nicht zulassen, so der Tenor. Für ihren Austritt sollten den Briten auch die Handelsprivilegien gestrichen werden. Diese Sicht unterstellt, dass Protektionismus der Normalfall und Freihandel ein "Privileg" sei. Tatsächlich ist aber freier und unbeschränkter Handel der natürliche Zustand. Staatliche Handelsverbote, von dem man sich durch Zollzahlung freikaufen kann, sind unnatürlich und zudem asozial, legen sie den Bürgern doch höhere Preise für die entsprechenden Güter auf. Großbritannien sollte sich von der EU-Haltung nicht irritieren lassen und sich an seine Geschichte als Nation des Freihandels erinnern. Schon einmal - Mitte des 19. Jahrhunderts - öffnete Großbritannien einseitig seine Märkte und stieß so ein Zeitalter des Wohlstands und der Freiheit an. Heute sind die ehemaligen britischen Kolonien Singapur und Hongkong Vorreiter des unilateralen Freihandels und prosperieren dementsprechend. Sie sollte sich Großbritannien zum Vorbild nehmen und "sich unilateral der ganzen Welt öffnen und eine neue Episode des Freihandels anstoßen", erklärt Bagus.

"Freihandel ist für viele Menschen ein Reizwort geworden", fügt Andreas Marquart, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, hinzu. "Sie verbinden damit Ausbeutung, Wohlstands- und Freiheitsverluste sowie die Auflösung von Verbraucherschutzstandards. Dabei ist das Gegenteil richtig und der Freihandel nutzt allen, insbesondere den ärmeren Gesellschaftsgruppen, da die Preise für alle Güter sinken. Die Ausführungen Philipp Bagus' zum Thema Freihandel sind von wohltuender sowie aufklärerischer Sachlichkeit. Die Welt braucht nicht weniger, sondern mehr und vor allem echten Freihandel."

Monopole und Kartelle sind Geschöpfe des Staates

http://www.misesde.org/?p=14178

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