Ludwig von Mises Institut Deutschland e. V.

Es gibt viele gute Gründe, Sezessionsbewegungen zu begrüßen

München (ots) - Der Philosoph und Ökonom Murray Rothbard ist einer der großen Bannerträger des Libertarismus gewesen. Auf www.misesde.org erschien nun ein kurzer Auszug aus Rothbards Buch "Never a dull moment", in dem sich der Mises-Schüler Rothbard mit der Frage der Sezession auseinandersetzt.

Für Rothbard ist Sezession grundsätzlich begrüßenswert. Am Beispiel Kanadas macht er deutlich, dass Staatsgrenzen keinesfalls gottgegeben sind. Kanada beherbergt eigentlich zwei Nationen, seitdem die Briten im Zuge des Siebenjährigen Krieges das damalige Neufrankreich eroberten und in ihr Kolonialreich eingliederten. Seitdem gab und gibt es immer wieder Versuche der französischen Minderheit, sich von Kanada abzuspalten. Warum sollten die Franzosen Kanadas auch nicht das Recht haben, sich abzuspalten und einen eigenen Staat zu gründen in dem ihre Kultur und Sprache vorherrschen, fragt Rothbard.

Viele Liberale und Libertäre stünden so einem Ansinnen aber grundsätzlich skeptisch gegenüber: Was sollte an einen Staat Quebec besser sein als am Staat Kanada? Die Macht jedes Staates wird durch Austritte einzelner Gebiete geschwächt und so wächst die Freiheit des Einzelnen, wäre eine mögliche Antwort. Die Vorteile von dezentralen Organisationsformen sind hinreichend bekannt, ebenso führt der (friedliche) Wettbewerb zwischen vielen kleinen Staaten zu immer besseren Lebensbedingungen für jeden einzelnen. Schließlich kann man das Prinzip der Sezession solange fortführen, bis es sich auch für Individuen durchsetzt. Damit wäre die ultimative Freiheit erreicht. Rothbard stellt daher fest: "Es gibt so viele Gründe, Sezessionsbewegungen zu begrüßen [...]: aus Prinzip, wegen der ethnischen Freiheit, ganz pragmatisch wegen der Zerstörung der Macht des Leviathans und wegen des ultimativen Prinzips der individuellen Sezession."

"Sezession ist in der Tat ein ganz wichtiger Aspekt der Freiheit", fügt Andreas Marquart, Vorstand des Ludwig von Mises Instituts Deutschland, an. "So wie jeder Mensch oder jede Gruppe das Recht hat, sich freiwillig anderen anzuschließen, so muss er auch das Recht haben, sich von diesen wieder zu trennen. Die Geschichte hat gezeigt, wenn Sezession zugelassen wird, ermöglicht diese in der Folge friedliche und erfolgreiche Kooperation zum Wohle aller. Man denke nur an die Auflösung der Tschechoslowakei. Die Reaktionen auf den Brexit wiederum lassen ahnen, dass in dieser Frage noch viel Aufklärungsbedarf herrscht, auch und gerade in Brüssel. Wie schön, dass die wachsenden Sezessionsbewegungen in zahlreichen EU-Ländern die Möglichkeit hierzu bieten."

Auch die 4. Ludwig von Mises Konferenz am 8. Oktober 2016 in München im Hotel "Bayerischer Hof" berührt das Thema Sezession. Wie wäre es, wenn es den Bürgern selbst überlassen bliebe, mit welchem Geld sie zahlen möchten? Wenn sie also aus dem derzeitigen Fiat Money Standard austreten könnten und sich ihrem ganz eigenen Geldsystem zuwenden könnten? Diese und andere Fragen werden in München diskutiert werden. Unter dem Titel "Besseres Geld für die Welt" analysieren hochkarätige Redner das herrschende Geldsystem und stellen denk- und vor allem umsetzbare Alternativen vor. Anmeldungen sind unter http://www.misesde.org möglich. http://www.misesde.org/?p=12625

Es gibt viele gute Gründe, Sezessionsbewegungen zu begrüßen http://www.misesde.org/?p=13638

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