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Thüringische Landeszeitung: Obama droht Putin - US-Präsident will Balten im Notfall helfen
Kommentar von Nils R. Kawig zur Rede Barack Obamas in Tallin

Weimar (ots) - Barack Obama hat gesprochen. Es war eine Drohung in Richtung Wladimir Putin, eine Beruhigungspille für die baltischen Völker, ein Appell an alle Verbündeten innerhalb der Nato und ein Signal der Stärke an seine Kritiker im eigenen Land. Aber letztlich waren es nur warme Worte. Hoffentlich hält sich der US-amerikanische Präsident daran, was er gestern bei seinem Besuch im estnischen Tallinn versprach: nämlich dass er im Konflikt mit Wladimir Putin "hart bleiben" will.

Gerade diese Härte sprechen ihm viele seiner Kritiker ab. Zu groß ist deren Enttäuschung, nachdem Obama in Syrien "rote Linien" zog und sich nicht darum scherte, als diese überschritten wurden. Und auch seine scheinbare Ratlosigkeit im Umgang mit den Isis-Terroristen im Nord-Irak hat den Präsidenten der Vereinigten Staaten schwer beschädigt.

Den Esten, Letten und Litauern wird das gestern egal gewesen sein. Viel zu sehr fürchten sie sich davor, dass der russische Präsident auch ihre Länder destabilisieren könnte, so wie er es gerade mit der Ukraine tut - oder zumindest zulässt. Wer will den Balten ihre Sorgen nehmen? Bei ihnen leben, genau wie in der Ost-Ukraine, sehr viele Russen. Die Parallelen sind unverkennbar.

Aber: Estland, Lettland und Litauen gehören seit 2004 der Nato an. Und allein daran zu erinnern, wie es Barack Obama gestern in Tallinn tat, als er von der Solidarität unter Nato-Partnern sprach, macht einen wesentlichen Unterschied aus. Die Botschaft lautet nämlich: Nicht mit uns! Hoffentlich ist dieses Signal in Moskau angekommen.

Und Barack Obama? Der versucht krampfhaft, seine Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Sowohl im Ausland, als auch zu Hause. Mal abwarten, ob ihm das mit dieser Symbolpolitik gelingt. Ich meine, einen Versuch ist es wert. Und immerhin setzt der US-Präsident ein klares Zeichen. Nicht mal darauf konnten sich die Europäer bislang einigen, von ein paar halbherzigen Wirtschaftssanktionen mal abgesehen.

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