Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Vetternwirtschaft
Kommentar von Gerlinde Sommer zum Thema Thailand

Weimar (ots) - Thailand kommt nicht zur Ruhe. Die Regierungschefin wurde jetzt wegen Vetternwirtschaft des Amtes enthoben. Es wurde ein Grund gesucht, sie los zu werden. Und sie hat ihn offenbar geliefert.

Die geschasste Spitzenpolitikerin liefert zugleich selbst ein besonderer Fall für die Vieldeutigkeit des Wortes Familienbande: Sehr viel bedeutender als sie ist ihr Bruder Thaskin - und den will die Opposition ausschalten. Es geht um einen Kampf Stadt-Land, reich-arm, einst mächtig und jetzt an der Macht. Ob Yingluck Shinawatra immer nur eine Marionette ihres Bruder war - oder eigenständig Politik gemacht hat, das war, ist und bleibt umstritten. Sie hat jedenfalls ähnliche Methoden der freundlichen Geschenkeausschüttung benutzt, um die Stimmen der Armen zu bekommen.

Das Land selbst kommt nicht zur Ruhe. Den westlichen Touristen stört das nicht weiter. Thailändische Machtkämpfe fanden in jüngerer Zeit immer fremdenverkehrsfreundlich statt. Für die Bewohner des Landes aber ersetzen nun womöglich einfach andere Fachleute für Vetternwirtschaft die höchsten Positionen. Politischer und wirtschaftlicher Fortschritt für die armen Regionen ist derweil weder durch die eine noch die andere Gruppe zu erwarten.

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