Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Kein Mitleid verdient
Kommentar von Christian Albrecht zum Urteil im Fall Hoeneß

Weimar (ots) - Das bekannteste Zitat von Uli Hoeneß, welches in den vergangenen Tagen in den Medien zu lesen war, lautet: "Ich weiß, dass das doof ist. Aber ich zahle volle Steuern." Es stammt aus dem Jahr 2005. Ganz so doof scheint der Präsident des FC Bayern München - was er wohl nicht mehr lange sein wird - aber nicht gewesen zu sein. Im zweistelligen Millionenbereich hat Hoeneß Steuern hinterzogen. Und muss dafür wohl ins Gefängnis. Außer der Bundesgerichtshof entscheidet anders.

Dass er jetzt unter Beschuss genommen und mit Häme überzogen wird, damit musste er rechnen. Hat er doch oft genug gegen "Abzocker" und die Gier der Manager gewettert. Hoeneß stellte sich selbst immer als den Gutmenschen hin, der Millionenbeträge an soziale Einrichtungen spendete. Und auch am ersten Prozesstag erwähnte er dies noch einmal. Er wolle alles auf den Tisch legen, sagte er voller Reue in der Stimme. Nur um dann einen Tag später mit hochrotem Kopf einer Steuerfahnderin zuzuhören, die ihn am Ende als einen Lügner dastehen ließ.

Vor dem Prozess hatten viele noch daran gezweifelt, dass Hoeneß hinter Gitter muss. Doch die vom Landgericht München verhängte Strafe ist richtig. Wer mit so vielen Millionen zockt, die fälligen Steuern hinterzieht und sich dann noch als Samariter hinstellt, hat kein Mitleid verdient. Die Zeiten, in denen Steuersünder wie Uli Hoeneß mit einem blauen Auge davonkommen, sind vorbei. Den Spott von Twitter und Co. gibt es gratis dazu. Doch wer austeilt, muss eben auch einstecken können.

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