Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Kein Zuhörer nötig
Kommentar von Gerlinde Sommer zur Panne beim Thüringer Verfassungsschutz im Vorfeld des Neonazi-Überfalls in Ballstädt

Weimar (ots) - Es ist wohl so: Der Geheimdienst zeichnet auf, hört aber nicht zeitgleich mit. Die Auswertung aus Amtssicht kann dauern. Es geht ja um generelle Erkenntnisse - und nicht um akute Gefahrenabwehr.

So lässt sich das erklären. Aber verstehen lässt sich das kaum, jedenfalls vonseiten der Betroffenen jener rechtsextremen Attacke. Klar: Der Verfassungsschutz ist nicht die Polizei. Aber die überfallenen Ballstädter werden nun nicht durch den erlittenen Schaden klug. Sie werden nur ein bisschen besser aufgeklärt darüber, warum ihnen staatlicherseits nicht der geplante Überfall erspart werden konnte. Sie können sich nun zusammenreimen, warum es ihnen nichts half, dass die Angreifer abgehört worden waren. So ist das: Alles geht seinen Gang. Und wenn es zwei Schritte vor und drei zurück sind.

Nun wird zu untersuchen sein, ob sich nicht bereits früher abzeichnete, dass von den Abgehörten eine konkrete Gefahr zu erwarten war. Und dann werden Schlüsse daraus zu ziehen sein, wie die Arbeit der Aufzeichner optimiert werden kann. Im Sinne der Bürger, die sich Schutz für Leib und Leben erwarten. Jetzt politisch auf die Medien einzudreschen, die diesen Geheimdienstfall öffentlich gemacht haben, ist unerhört. Und passt gerade daher ins Bild.

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