Thüringische Landeszeitung

Thüringische Landeszeitung: Unsägliches Gezerre
Kommentar von Axel Zacharias zum aktuellen Stand des Wulff-Prozesses

Weimar (ots) - Immer dann, wenn man meint, der unsägliche Wulff-Prozess sei nun endlich kurz vor der Schlussphase, kommt die Staatsanwaltschaft mit einer neuen, prozessverlängernden Einlassung. Da kann man rein menschlich die harsche Reaktion des Vorsitzenden Richters Frank Rosenow verstehen. Unklar dagegen ist, was der Anklagevertreter eigentlich bezweckt, zumal der Prozess mehr oder weniger für ihn bereits verloren scheint. Denn das Ergebnis des nicht eben preiswert zu nennenden Verfahrens ist gleich null. Der Prozess hätte nach heutigem Erkenntnisstand erst gar nicht eröffnet werden dürfen.

Aber wie das so ist: Staatsanwalt Clemens Eimterbäumer hat sich verrannt und sucht nun einen Ausweg. Bei ihm besteht dieser in der unsäglichen Verlängerung des Prozesses durch diverse Anträge auf neue Beweise, die sich letztlich als nicht tragfähig erweisen. Ihn treibt die Hoffnung, vielleicht doch noch etwas hervorkitzeln zu können. Aufwand und Nutzen stehen in einem geradezu grotesken Missverhältnis.

Die Frage aber ist, ob der Ankläger nicht auch die Pflicht hat, die Zumutung für die Beteiligten - Angeklagter, Zeugen und Juristen - irgendwann zu begrenzen. Richter Rosenow jedenfalls hat ihm das wohl mehr als überdeutlich klar gemacht. Ob er dies aber auch verinnerlicht hat?

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