LBS Landesbausparkasse Rheinland-Pfalz

Sparkassen Denkmalpreis 2015: Kulturgüter für die Zukunft bewahren
Dritte Vergabe des einzigen landesweiten Preises für Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz

Sparkassen Denkmalpreis 2015 / Dritte Vergabe des einzigen landesweiten Preises für Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz / Die Preisträger des Sparkassen Denkmalpreises 2015. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/107636 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei.... mehr

Budenheim (ots) - "Denkmale sind Zeugen und Ausdruck der Geschichte und Kultur eines Landes. Die Vielfalt unserer Denkmale und damit unser kulturelles Gedächtnis zu bewahren, zählt daher zu den wichtigsten Aufgaben staatlicher Denkmalpflege. Dabei sind wir auch auf das private Engagement der Bürger unseres Landes angewiesen. Mit dieser Auszeichnung danken wir den Preisträgern beispielhaft für die vielen Menschen, die ihrem Denkmal wieder zu alter Schönheit und Lebendigkeit verhelfen", erklärte Kulturstaatssekretär Walter Schumacher anlässlich der Verleihung des Sparkassen Denkmalpreises Rheinland-Pfalz 2015. Die mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Auszeichnungen wurden in feierlichem Rahmen in Schloß Waldthausen in Budenheim vergeben.

Gemeinsam mit den Initiatoren des Denkmalpreises, Sparkassenpräsidentin Beate Läsch-Weber, LBS-Vorstandsvorsitzenden Max Aigner und Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, überreichte Schumacher sechs Preise, sechs Anerkennungen sowie einen Sonderpreis, die eine Fachjury aus knapp 80 Einreichungen ausgewählt hatte. Das Spektrum der gewürdigten Objekte reicht in diesem Jahr vom kleinen Fachwerkhaus über die prächtige Jugendstilvilla bis zur ehemaligen Synagoge oder dem gründer-zeitlichen Postgebäude, letztere fanden eine neue Nutzung. In der Bandbreite der diesjährigen Bewerbungen um den Sparkassen Denkmalpreis in den beiden Kategorien Bewohnte und Unbewohnte Denkmäler spiegelt sich die große Vielfalt der rheinland-pfälzischen Denkmallandschaft wider. Rund 200 Gäste nutzten die Feierstunde des einzigen landesweiten Preises für Denkmalpflege zum Austausch zwischen Eigentümern, Architekten, Handwerkern und Denkmalpflegern.

"Denkmale sind lebendig, reichen aus der Vergangenheit nicht nur in die Gegenwart, sondern verweisen zugleich in die Zukunft", sagte Sparkassenpräsidentin Beate Läsch-Weber bei der Preisübergabe. "Wie modern und überaus lebendig die Denkmalpflege heute ist, zeigt auch die dritte Vergabe des Sparkassen Denkmalpreises seit 2010. Die erneut große Resonanz, die Vielfalt der gewürdigten Objekte sowie deren architektonische und handwerkliche Qualität unterstreichen die Bedeutung des von der Sparkassenorganisation gestifteten, überregionalen Preises in besonderer Weise. Mit dem Denkmalpreis unterstützen die Sparkassen als Mittelstandsfinanzierer Nummer eins auch die an den Restaurierungen beteiligten Handwerkerfirmen und Architekten. Sie unterstreichen damit ebenso ihre Gemeinwohlorientierung durch die Förderung des besonderen Bürgerengagements."

Unbewohnte Denkmale: Zeitzeugen der Kulturlandschaft

In der Kategorie "Unbewohntes Denkmal" wurden drei Preise verliehen, jeweils dotiert mit 2.500 Euro, sowie drei Anerkennungen ausgesprochen. Für die gelungene Umnutzung der Alten Post in Pirmasens, einem Juwel der späten Gründerzeit aus dem Jahr 1883, in ein Forum mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten, wurde die Stadt mit dem Sparkassen Denkmalpreis 2015 ausgezeichnet. Besonders gelungen: der Dialog zwischen Alt und Neu. Äußerlich wirkt die Alte Post herrschaftlich mit ihrem palazzoartigen Aufbau und der reich verzierten Schmuckfassade, im Innern bieten repräsentative Säle, ausgestattet mit der neuesten Technik, Platz für viele Besucher bei Kulturveranstaltungen, Hochzeiten und Ausstellungen.

Ebenfalls mit einem Preis prämiert wurde die Stadt Hachenburg für die Restaurierung des Vogtshofs. Mitten im historischen Stadtkern steht der zweigeschossige Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, in dem durch die zwei Jahre dauernde Denkmalsanierung vier Jahrhunderte Regionalgeschichte wieder lebendig geworden sind. Die hohe Ausführungsqualität der Kernsanierung zeigt sich in der handwerklichen Leistung: Architekten, Planer und Handwerker haben größten Wert auf die Rekonstruktion der Originalzustände gelegt und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Preisgekrönt ist auch die Ehemalige Synagoge in Niederzissen, die 1840/41 errichtet und in der Reichspogromnacht zerstört wurde. Nach Jahren des Verfalls kauften die Mitglieder des örtlichen Kultur- und Heimatvereins Niederzissen das Gebäude und stellten in 1500 Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung das ehemalige Gebetshaus wieder her. Dabei entdeckten sie in dem schlichten Saalbau einen Schatz jüdischer Hinterlassenschaften: Die gefundenen Fragmente von Thorarollen, Gebetbücher und profane Gegenstände des Judentums sind heute in einem Museumsraum ausgestellt.

Jeweils eine Anerkennung wurde dem Engagement für folgende Denkmale zugesprochen: Ruine Burg Balduinseck in der Ortsgemeinde Buch für Bestandssicherung und Mauersanierung, Ehemalige Kaserne Estienne & Foch, Gebäude 041 in Landau für die Umnutzung und Sanierung sowie Burgruine Wachtenburg in Wachenheim für die Gesamtsanierung der Anlage.

LBS-Preis Wohnen im Denkmal: Herzblut und Idealismus

In der Kategorie "LBS-Preis Wohnen im Denkmal" gab es ebenfalls drei Gewinner, die jeweils 2.500 Euro Preisgeld erhielten. Das schwer beschädigte Schlösschen Hildenbrandseck in Neustadt an der Weinstraße aus dem 16. Jahrhundert wurde von der Familie von Oettingen spür- und sichtbar mit viel Liebe instand gesetzt. Der Wunsch der Familie, ein altes Haus zu retten und das Durchhaltevermögen, trotz vieler Hindernisse dieses Ziel zu erreichen, beeindruckten die Jury ebenso wie die Rücksichtnahme auf die Baugeschichte des Schlösschens - zu erkennen beispielsweise im Rückbau von neuzeitlichen Fensterdurchbrüchen und dem damit verbundenen "Schließen von Wunden" in der historischen Substanz. Mit einem Preis ausgezeichnet wurde auch das Engagement für das "Theis-Haus" in Wolsfeld, ein regionaltypisches Breitgiebelhaus aus dem 18. Jahrhundert. Im Jahr 2008 nahmen sich die heutigen Eigentümer Carlo und Nicole Sente-Ligbado des ortsprägenden Gehöfts an und retteten mit viel Mut und Idealismus die einsturzgefährdete Anlage buchstäblich in letzter Minute vor dem Abriss. Entstanden ist ein Schmuckstück für das Dorf in der Grenzregion zu Luxemburg. Für die vorbildliche Restaurierung des Klosterhofs in Alsenz, einem Fachwerkhaus aus dem 16. Jahrhundert, wurde Dr. Thomas Güttler ausgezeichnet. Heute wohnt und lebt er mit seiner Familie mitten in der Geschichte: Die Vergangenheit des Klosterhofs ist zum sichtbaren und prägenden Teil der Gegenwart seiner heutigen Bewohner geworden. Bei der Sanierung wurden historische Handwerkstechniken wie Zimmerei, Lehmbau oder Kalkanstriche fachmännisch bis ins letzte Detail eingesetzt. Getreu dem Motto "So wenig wie möglich, so viel wie nötig", gelang der Familie Güttler eine Wiederbelebung des über 400 Jahre alten Fachwerkgehöfts.

Mit einer Anerkennung wurden drei weitere Wohnobjekte prämiert: das 250 Jahre alte Dreiherrische Gericht in Beltheim für die Gesamtinstandsetzung und Restaurierung, die Jugendstil-Villa Nollen in Traben-Trarbach sowie die Hohenzollern-Höfe in Ludwigshafen, weil sie modernes Wohnen in historischem Ambiente beispielhaft umsetzen.

LBS-Vorstandsvorsitzender Max Aigner betonte bei der Preisverleihung: "Bewohnte Denkmale sind nicht nur ihren Bewohnern Heimat und Zuhause. Sie sind auch Teil unserer Baukultur. Die qualitätsvolle Sanierung alten Wohnungsbestandes ist in Zeiten demographischer Herausforderungen wie Landflucht besonders wichtig, weil sie die Attraktivität eines Wohnstandortes erhöht. Bewundernswert und preiswürdig ist für mich insbesondere die zeitliche, emotionale und finanzielle Investition von Privateigentümern in ihre denkmalgeschützte Wohnimmobilie. Die Preisträger zeigen, dass sich auch im Denkmal kreative und tragfähige Lösungen finden lassen, die modernen Wohnansprüchen genügen."

Sonderpreis herausragendes ehrenamtliches Engagement

Ein Sonderpreis für herausragendes ehrenamtliches Engagement in der Denkmalpflege wurde dem Mainzer Denkmal-Netzwerk verliehen. Unter diesem Namen schloss sich 2004 eine Gruppe engagierter, in Politik und Wirtschaft gut vernetzter Mainzer Bürger und Akteure zusammen. Ihr Ziel war und ist: "Interesse wecken, aufklären, Spendenbereitschaft fördern, eben alles tun, was dazu beiträgt, unsere Kulturdenkmäler vor dem Verfall zu bewahren", wie es in ihrer Informationsbroschüre heißt. Die wichtigsten, durch das Netzwerk unterstützten Restaurierungen sind die Fassade des Hauses "Römischer Kaiser", Liebfrauenplatz 5, die Verwaltungsgebäude des Gutenberg-Museums sowie fast alle Rheintore am Rheinufer. Schwerpunkt der letzten Jahre bis heute ist die Förderung der aufwändigen Fassaden-Restaurierungen am Kurfürstlichen Schloss.

"Das Denkmal-Netzwerk nimmt eine Vorreiterrolle im bürgerschaftlichen Engagement für das Kulturerbe in und um Mainz ein. Der außergewöhnliche Einsatz und die sichtbaren Erfolge seit mittlerweile zehn Jahren verdienen höchste Anerkennung", so Laudator Thomas Metz, Generaldirektor Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. "Die Aktivitäten des Mainzer Denkmal-Netzwerks wirken letztlich oft wie eine Initialzündung für die Politik, ohne die dringend notwendige Maßnahmen eventuell nicht in Angriff genommen würden." Die Initiatorin des Mainzer Denkmal-Netzwerks Erika Friderichs nahm den Preis im Beisein und stellvertretend für ihre Mitstreiter dankend entgegen.

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