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03.03.2021 – 11:54

Animals' Angels

Tierschutzorganisationen zeigen Spanien wegen Tierschutzverstößen bei ‚Schlacht‘pferden an

Tierschutzorganisationen zeigen Spanien wegen Tierschutzverstößen bei ‚Schlacht‘pferden an
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Die Tierschutzorganisationen ANDA und Animals' Angels haben bei der europäischen Kommission eine Beschwerde gegen Spanien eingereicht – regelmäßig werden dort die EU-Gesetze zum Schutz von Pferden während des Transports nicht eingehalten. Die Beschwerde bezieht sich vorwiegend auf die Transportstrecke von Spanien nach Italien. Die NGOs beobachten die Bedingungen von Pferdetransporten auf dieser Strecke seit 2007 und stellen immer wieder die gleichen Verstöße fest. Bis heute unternehmen die Behörden nichts, um die Situation der Pferde nachhaltig zu verbessern.

Die Pferde werden in Spanien speziell zur Fleischproduktion gezüchtet und in großen Gruppen gehalten. Zum Zeitpunkt der Verladung nur wenige Monate bis Jahre alt, kennen sie in der Regel weder den Umgang mit den Menschen noch ein Halfter. Die EU-Tierschutztransportverordnung legt fest, dass Pferde, die nicht an ein Halfter gewöhnt sind, nicht länger als acht Stunden[1] transportiert werden dürfen. Dennoch: die meisten der Pferde, die aus Spanien über die Langstrecke nach Italien transportiert werden, sind nicht halfterführig, sogenannte „nicht zugerittene“ Pferde[2].

Des Weiteren schreibt die Verordnung vor, dass Pferde auf langen Transporten in Einzelboxen transportiert[3] werden müssen. In der Realität findet man gehäuft Transporte auf denen die Pferde in Gruppen geladen sind. Ein weiteres Indiz dafür: Es handelt sich um nicht zugerittene Pferde, die zwar an die Gruppenhaltung gewöhnt sind, aber deren Transport über weite Strecken verboten ist.

Die Beschwerde umfasst auch die Nichteinhaltung der EU-Vorschriften bei kürzeren Transporten innerhalb Spaniens. Davon sind nicht nur Pferde betroffen. Oftmals stehen mehr Tiere als erlaubt dicht gedrängt zusammen und haben keine Möglichkeit sich zu bewegen. Die Deckenhöhe der Fahrzeuge ist häufig so niedrig, dass sich die Tiere den Kopf anstoßen. Eine unzureichende Ventilation führt besonders in der Sommerzeit zu einer enormen Hitzebelastung der Tiere im Innenraum der Transporter. Pferde werden häufig in zu großen Gruppen mit mehr als vier Pferden[4] transportiert.

Diese Missachtungen der gesetzlichen Bestimmungen führen zu enormen Stress und Leiden für die transportierten Pferde. Als Fluchttiere sind sie verängstigt und reagieren mit Panik auf die fremde Situation auf den Lkws. Einige sind nach vielen Stunden so erschöpft, dass sie sich hinlegen müssen um auszuruhen. Doch durch den Platzmangel und der nicht erlaubten Gruppenhaltung treten sich die Pferde gegenseitig und verletzten sich zum Teil schwer. Auch die Versorgung mit Futter und Wasser während des langen Transportes ist oftmals nicht gesichert. Das ist weit entfernt von einer würdigen und angemessenen Behandlung auf ihrem letzten Weg zu den Schlachthäusern Italiens.

ANDA und Animals‘ Angels informieren die zuständigen regionalen und nationalen spanischen Behörden seit 2007 über diese Verstöße, aber die Wahrheit ist, dass wir weiterhin die gleichen Verstöße finden. Laut Alberto Díez, ANDA, "sind die Tierschutzgesetze die Garanten für einen würdigen Umgang mit Tieren. Werden sie nicht eingehalten, entfällt diese Garantie und die Tiere müssen die Konsequenzen tragen. Wir hoffen, dass die Klage gegen Spanien bei der Europäischen Kommission als Anreiz dient, endlich die Gesetze durchzusetzen und den Tierschutz zu respektieren.“

[1] Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates zum Schutz der Tiere während des Transportes: Anhang 1, Kapitel VI, Punkt 1.9

[2] Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates zum Schutz der Tiere während des Transportes: Artikel 2 y)

[3] Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates zum Schutz der Tiere während des Transportes: Anhang 1, Kapitel VI, Punkt 1.6

[4] Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates zum Schutz der Tiere während des Transportes: Anhang 1, Kapitel III, Punkt 2.4

Animals‘ Angels e.V.
Rossertstr. 8
60323 Frankfurt a.M.