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19.10.2017 – 11:36

Save the Children Deutschland e.V.

Rohingya-Krise: In den Camps droht Kindern die nächste Katastrophe

Berlin (ots)

Kinder in den überfüllten Rohingya-Camps drohen völlig unter die Räder zu geraten. Sie sind Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt und haben kaum Zugang zu Bildung, warnt die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation Save the Children.

"Wir sorgen uns sehr um die Sicherheit der Kinder in den Camps. Viele laufen verzweifelt, hungrig und alleingelassen umher, es sind völlig chaotische Zustände, in denen ihnen alles Mögliche zustoßen könnte", berichtet Helle Thorning-Schmidt, Geschäftsführerin von Save the Children aus Bangladesch.

"In den Camps droht Kindern die nächste Katastrophe, der Kinderschutz ist völlig unzureichend. Das Risiko ist riesig, dass Mädchen und Jungen missbraucht werden, in die Hände von Menschenschmugglern fallen oder als Kinderarbeiter ausgebeutet werden - und sie haben ohnehin schon Dinge gesehen und erlebt, die kein Kind jemals miterleben sollte", so Thorning-Schmidt. "In ihrer Heimat in Myanmar waren viele Kinder in soziale Netze eingebunden, die sie gut geschützt haben. Diese Netzwerke sind hier in den Camps längst noch nicht wieder aufgebaut."

Thorning-Schmidt: "Eine der besten Möglichkeiten Kinder zu schützen, ist ihnen wieder den Schulbesuch zu ermöglichen. Schulklassen bieten einen sicheren Ort, an dem sie lernen und psychosozial betreut werden können. In solchen Krisen ist Bildung ungeheuer wichtig."

Besonders besorgniserregend ist die große Anzahl von unbegleiteten und getrennten Kindern. "Wir haben bislang mehr als 1.200 Kinder identifiziert, die entweder im Chaos von ihren Eltern getrennt wurden oder schon alleine angekommen sind, oftmals weil ihre Eltern getötet wurden. Kinder, auf die niemand aufpasst, gehören zu den verwundbarsten der Welt. Wir schätzen, dass noch mehrere Tausend weitere hier in der gleichen Situation sind", sagt Thorning-Schmidt.

Auch gehen mehr als 450.000 Rohingya-Kinder in Bangladesch derzeit nicht zur Schule - unter ihnen 270.000, die seit dem 25. August geflohen sind, als die Gewalt in Myanmars nördlicher Provinz Rakhine eskalierte.

Save the Children hat zwei Zentren eingerichtet, in denen unbegleitete und getrennte Kinder rund um die Uhr betreut werden. Zudem suchen wir die Familien und bringen sie wieder mit den Kindern zusammen. In unseren Schutz-und Spielräume sorgen wir für emotionalen Halt der Rohingya-Kinder. Zudem verteilen wir Lebensnotwendiges wie Essen, Hygiene- und Haushaltskits, und wir bauen Latrinen und betreiben frühkindliche Bildungsprogramme.

Save the Children plant 185.000 Kinder mit Bildungsarbeit zu erreichen, unter anderem mit dem Aufbau von über 1.100 provisorischen Lernzentren.

Zusatzmaterial: https://storycentral.savethechildren.org.uk/?c=51191&k=309a26de20

Das Material kann unter Angabe von ©Save the Children kostenfrei auch zur Weitergabe an Dritte genutzt werden.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e. V.
Pressestelle - Claudia Kepp
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 - 280
Mail: presse@savethechildren.de

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