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Badische Neueste Nachrichten: Retourkutsche Kommentar Von Udo Stark

Karlsruhe (ots) - Bundespräsident Joachim Gauck hat in Griechenland eine schwere Mission zu erfüllen. Durch die Euro-Krise ist das Verhältnis der Griechen zu den Deutschen schwer belastet. Athen macht Berlin für das harte Sparprogramm verantwortlich, das wegen der Überschuldung Griechenlands notwendig geworden war. Sicher gibt es gute Argumente, dass Griechenland an seiner Misere eine große Mitschuld trägt. Aber was hilft es schon, wenn man einem Ertrinkenden sagt, dass er sich selbst in die Notsituation gebracht hat? Ein solcher Ratschlag wird ihn nicht retten. Joachim Gauck hat deshalb recht daran getan, in diesem Punkt die Schuldfrage nicht zu stellen, sondern zu betonen, dass die Griechen der Hilfe Deutschlands zur Bewältigung der Wirtschaftskrise sicher sein können. Ganz anders verhält es sich mit den Reparationszahlungen, die Athen neuerdings wieder mit großem Nachdruck fordert. Das ist eine Retourkutsche. Denn der Verdacht liegt nahe, dass die Griechen den Finger jetzt wieder in diese Wunde legen, weil sie von ihrem eigenen finanziellen Versagen in der Euro-Krise ablenken wollen. Denn eines ist klar: Die Frage der Reparationszahlungen wurde längst geklärt, und zwar mit dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 und abschließend auf der Zwei-plus-vier-Konferenz 1990. Beide völkerrechtlichen Verträge hat Athen anerkannt. So deutlich hat es Gauck zwar nicht gesagt, aber er ließ sich auch nicht aufs Glatteis führen, indem er lapidar feststellte, dass der Rechtsweg abgeschlossen sei.

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