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Badische Neueste Nachrichten: Die Würde des Kindes - Kommentar von Rudi Wais

Karlsruhe (ots) - Machen wir uns nichts vor. Die Würde eines Kindes wird nicht erst an dem Punkt verletzt, an dem das Gesetz heute die Grenze zwischen einer gerade noch akzeptablen und einer eindeutig pornografischen Pose zieht. Sie wird bereits an dem Tag mit Füßen getreten, an dem ein deutscher Fotograf in ein tristes rumänisches Dorf kommt, sich mit der Zeit das Vertrauen einiger Buben erschleicht und sie zu fotografieren beginnt. Nackt. Unschuldig. Wehrlos. Welche der Bilder und Videos, die er anschließend an seine Auftraggeber in Kanada und andernorts verkauft, gerade noch legal sind und welche schon illegal, wird jeder Jurist etwas anders beantworten. Um Kinderpornografie aber handelt es sich in beiden Fällen. So gesehen wäre es nur konsequent, wenn die neue Bundesregierung den Handel mit solchen Aufnahmen nun komplett verbietet. Die gegenwärtige Trennung in Material erster und zweiter Kategorie hat Männern wie Sebastian Edathy eine rechtliche Grauzone eröffnet, in der sie sich vergleichsweise sicher fühlen können, solange sie nicht gerade das Pech haben, ein prominenter Bundestagsabgeordneter zu sein. Diese Grauzone nützt im Zweifel den Tätern. Natürlich soll sich kein Vater strafbar machen, der seine Kinder im Urlaub am FKK-Strand oder zu Hause auf dem Töpfchen fotografiert. In dem Moment jedoch, in dem jemand mit Filmen oder Fotos von nackten Kindern und Jugendlichen handelt, egal wie, muss der Staat eine Grenze ziehen. Die Grenze, an der Kinderpornografie beginnt.

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