Badische Neueste Nachrichten

Badische Neueste Nachrichten: Überfällig Kommentar Von Sylvie Stephan

Karlsruhe (ots) - Gut zwei Wochen hat François Hollande gebraucht, um endlich reinen Tisch zu machen und die Beziehung mit Valérie Trierweiler offiziell zu beenden. Zwei Wochen, die wie eine Ewigkeit gewirkt haben, angesichts der Medienhysterie und der brodelnden Gerüchteküche. Doch jetzt ist die Entscheidung endlich klar. Spätestens mit dem Zusammenbruch Trierweilers und deren Einlieferung ins Krankenhaus hatte die für den Staatschef anfangs nur peinliche Affäre eine politische Dimension bekommen. Zu Recht wollten die Franzosen wissen, wer denn nun die offizielle "First Lady" im Lande sei, verfügt diese doch über ein Büro und fünf Mitarbeiter im Élysée-Palast. Doch je länger Hollande mit dem Verweis auf die "Privatsphäre" sämtliche Fragen abbügelte, desto problematischer wurde die Lage. Die Schmallippigkeit des Präsidenten stieß inzwischen auch bei den Bürgern auf Unverständnis. Diese sind ohnehin sauer auf den Sozialisten, der ihnen so viel versprochen, aber so wenig gehalten hat. Während Politik und Medien noch den offiziellen Bruch zwischen Hollande und Trierweiler kommentierten, demonstrierten in Paris Tausende Menschen gegen die politische Führung des Präsidenten. Sie werfen Hollande vor, keinen Plan zu haben und auch in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit vage und ausweichend zu sein. Dass es dieser auch im Privaten mit der Wahrheit und Integrität nicht ganz ernst zu nehmen schien und sich nächtens heimlich davonschlich, passte ins Bild. Die Klarstellung Hollandes war daher überfällig. Bleibt zu hoffen, dass der Präsident künftig eine Zeit lang als Single im Élysée-Palast wohnen wird und dass das leidige Kapitel über die Rolle und Privilegien der "Premiere Dame" damit beendet ist. Die Franzosen hatten zunächst mit einer Mischung aus Amüsement und Gelassenheit auf den Medienbericht, der offengelegt hatte, wie sich Hollande heimlich mit dem Motorroller zu seinen nächtlichen Treffen fahren ließ, reagiert. Aber inzwischen machte sich nur noch Kopfschütteln breit.

Pressekontakt:

Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Original-Content von: Badische Neueste Nachrichten, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Badische Neueste Nachrichten

Das könnte Sie auch interessieren: