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Badische Neueste Nachrichten: Strobl aus der Deckung

Karlsruhe (ots) - In den zurückliegenden Monaten mochte man meinen, CDU-Landeschef Thomas Strobl sehe seine politische Zukunft in Berlin. Als Landesgruppenchef im Bundestag, als Fraktionsvize hinter Volker Kauder, als Merkel-Vertrauter hielten viele den Rechtsanwalt aus Heilbronn für ministrabel. Doch ins Kabinett wechselte er nicht. Jetzt hat Strobl wissen lassen, er habe auf einen Posten als Staatssekretär sehenden Auges verzichtet. Zugleich machte er deutlich, er wolle sich fortan mit ganzer Kraft seinem Ehrenamt als Landesvorsitzender widmen. Womit ziemlich klar ist, was der Schwiegersohn von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wirklich im Sinn hat: Er will Spitzenkandidat der CDU werden und möglichst den Grünen Landesvater Winfried Kretschmann in gut zwei Jahren aufs Altenteil schicken. Die Chancen dafür stehen so schlecht nicht, wenn man bedenkt, dass die Südwest-CDU selbst trotz Mappus-Malus und Fukushima-Effekt auf 37 Prozent der Stimmen kam. Zum Glück obliegt die Kür des Spitzenmanns aber nicht Thomas Strobl, sondern der Parteibasis. Die hat nicht vergessen, dass der ehrgeizige Landesvorsitzende einst als Generalsekretär unter Stefan Mappus dessen vierschrötige Machtpolitik mitverantwortete und sich erst anschließend vom Paulus zum Saulus fortentwickelte. Neben Strobl hat auch der derzeitige Chef der Landtagsfraktion, Peter Hauk, theoretisch Chancen und möglicherweise Guido Wolf, der Präsident des Landtags. Letzterer müsste sich angesichts der Tatsachen, die Thomas Strobl gerade schafft, rasch besinnen, denn ernsthaft kommt der Oberschwabe nur dann infrage, wenn er bereit ist, sich auch mal ins landespolitische Feuer zu stellen. Bei der Neuwahl des Fraktionsvorsitzenden kommt es also mutmaßlich zum Schwur. Unterdessen wird Parteichef Strobl die Mitgliederbefragung für die Spitzenkandidatur wohl auf dieses Jahr vorziehen. Seine Widersacher brächte das in Zugzwang. Ob es die Basis honoriert?

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