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Badische Neueste Nachrichten: Bittere Schoko-Affäre

Karlsruhe (ots) - Es geht um süße Schokolade und leckere Vanillearomen, doch der juristische Streit um die Ritter-Sport-Schokolade birgt bittere Erkenntnisse über Machtspiele und die öffentliche Aufregungskultur. Es deutet einiges darauf hin, dass die Stiftung Warentest ihren Einfluss in diesem Fall effekthascherisch missbraucht hat - und ihrer durchaus wichtigen Mission erheblichen Schaden zugefügt hat. Das vernichtende Zeugnis für die Schokolade aus Waldenbuch erweckte bei manchen empörten Verbrauchern den irrigen Eindruck, sie bekämen minderwertige, gar gesundheitsschädliche Ware angeboten. Keine Frage: Etikettenschwindel muss bestraft werden. Wer mit natürlichen Zutaten wirbt, muss sie dem Kunden auch liefern. Doch wenn die Verbraucherschützer von Stiftung Warentest öffentliche Watschen verteilen, dann sollten sie die Verhältnismäßigkeit wahren. Note fünf gab es für angeblich künstliche Vanillearomen - welche Note soll dann noch für Produkte mit geheimen gesundheitsschädlichen Beimischungen angemessen sein? Vor allem aber sollten die Tester auch hieb- und stichfeste Beweise vorlegen können. Mit ihrem leichtfertigen Vorpreschen haben die Verbraucherschützer all den Nörglern und Skeptikern zugearbeitet, die auf gesunde Kost und Bio-Siegel pfeifen und überall stets Betrug wittern. Selbst wenn die Stiftung Warentest ihre Vorwürfe doch noch beweisen könnte: Ihre nächsten Tests werden gewiss weniger ernst genommen - und ihre Bitten um Staatszuschüsse vielleicht auch.

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