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Tag der Vielfalt 2017: Fast die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland halten das Thema Diversity am Arbeitsplatz für wichtig

Stadthagen (ots) - Eine aktuelle Umfrage offenbart das große Interesse deutscher Arbeitnehmer an gelebter Vielfalt im Unternehmen. Gerade in großen Unternehmen hat in den vergangenen Jahren die Vielfalt der Beschäftigten deutlich zugenommen. Die sogenannte Diversity ist längst zu einem wichtigen Baustein der Personalentwicklung geworden. Eine neue Studie von Puls im Auftrag des Automobilzulieferers Faurecia zeigt, wie diese Vielfalt in deutschen Unternehmen von Arbeitnehmern empfunden wird.

Die im Mai unter über 1.000 Arbeitnehmern durchgeführte Studie rückt die Wahrnehmungen und Erwartungen der Beschäftigten zum Thema Vielfalt am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt. Andreas Marti, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor der Faurecia Automotive GmbH, erläutert: "Vielfalt darf kein reines Management-Tool sein, sondern muss in erster Linie ein positives, förderndes Umfeld für Arbeitnehmer darstellen. Das gelingt aber nur, wenn Vielfalt vom Unternehmen wirklich erlebbar gemacht und aktiv vorangetrieben wird."

Diversity ist den meisten Mitarbeitern ein Begriff

Die repräsentative Befragung ergab, dass für bereits knapp 70 Prozent der Beschäftigten die Gesamtthematik ein Begriff ist. Unter Vielfalt im Arbeitsumfeld verstehen sie vor allem unterschiedliche Kulturen, Religionen und Nationalitäten (12 Prozent) sowie die Schlagworte Zusammenarbeit und Zusammenhalt (11 Prozent). Nur 3 Prozent der Befragten brachten Vielfalt mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren in Bezug, sogar nur 2 Prozent mit einem individuellen Eingehen auf die Belange der Mitarbeiter.

Befragt nach konkreten Maßnahmen zur Unterstützung der Vielfalt in ihrem Unternehmen nannten 56 Prozent der Beschäftigten flexible Arbeitszeitmodelle. 32 Prozent führten alters- und behindertengerechte Arbeitsplätze an und immerhin 27 Prozent bestätigten eine Berücksichtigung des Aspekts der Vielfalt bei der Auswahl neuer Bewerber. Die Befragung zeigt auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der wahrgenommenen Maßnahmen und der Größe des Unternehmens. So wurde bei Konzernen mit mehr als 5.000 Beschäftigten auch der flexible Arbeitsort überdurchschnittlich häufig als Element der Vielfalt genannt.

Auch beim weiteren Ausbau der Vielfalt in den Unternehmen haben die Beschäftigten klare Vorstellungen. Ihnen kommt es auf eine ausgewogene Mischung der Kollegen hinsichtlich Alter (48 Prozent), Sprache (47 Prozent) und Geschlecht (45 Prozent) an.

Besonders jungen Arbeitnehmern ist Diversity sehr wichtig

Fast 70 Prozent der Befragten wissen um die Bedeutung der Vielfalt. 44 Prozent gaben an, dass ihnen eine auf Vielfalt basierende Unternehmenskultur wichtig oder sehr wichtig ist. Insbesondere für jüngere Arbeitnehmer bis 24 Jahre ist das Thema Vielfalt wichtiger Bestandteil in ihrem Arbeitsalltag: Rund jeder Vierte (24 Prozent) hält die Thematik für sehr wichtig, weitere 30 Prozent für wichtig. Allerdings bestätigen gegenwärtig nur 9 Prozent aller Befragten, dass Vielfalt in ihrem Arbeitsumfeld voll und ganz gelebt wird, weitere 25 Prozent zumindest voll. Die Studienergebnisse zeigen zudem einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen der Loyalität von Mitarbeitern in Unternehmen und dem Erfüllungsgrad von Vielfalt. So zeigt sich, dass loyalere Mitarbeiter in Unternehmen zu finden sind, in denen das Thema Vielfalt von ihnen als besser gelebt wahrgenommen wird (und umgekehrt).

Angestellte sehen in gelebter Vielfalt konkrete Vorteile

Als persönliche Vorteile einer gelebten Vielfalt im Unternehmen nannte knapp die Hälfte der Befragten Stimmung und Offenheit (49 Prozent), Arbeitsklima (48 Prozent), Inspiration und Kreativität (47 Prozent) sowie Motivation im Team (46 Prozent). Dagegen waren nur 4 Prozent der Ansicht, dass Vielfalt keinen der genannten Faktoren verbessert. Bezogen auf die Auswirkungen einer vielfältigen Unternehmenskultur auf den Betrieb selbst waren die Befragten noch einhelligerer Meinung: 59 Prozent stimmten zu bzw. sogar voll und ganz zu, dass eine vielfältigere Belegschaft das Unternehmen besser auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet und es zukunftssicherer macht. 58 Prozent glauben zudem, dass sich dadurch die Attraktivität des Arbeitgebers auf dem Arbeitsmarkt erhöht.

"Die Umfrage zeigt, dass Arbeitnehmer in Deutschland sehr positiv und aufgeschlossen gegenüber Vielfalt am Arbeitsplatz sind. Aspekte wie Internationalität und eine offene, tolerante Kultur stehen hier an vorderster Stelle. Vor allem aber bestätigt die Umfrage, dass Vielfalt am Arbeitsplatz in Korrelation zur Loyalität der Mitarbeiter steht. Es gibt daher überhaupt keinen Zweifel daran, ob Unternehmen Vielfalt am Arbeitsplatz aktiv fördern sollten, sondern nur die Frage nach dem Wie", analysiert Andreas Marti.

Faurecia unterzeichnet "Charta der Vielfalt"

Als global agierendes Unternehmen ist Faurecia weit über die französischen Wurzeln hinaus aktiv. Vielfalt ist daher an jedem der zahlreichen weltweiten Standorte allgegenwärtig und ein fester Teil der täglichen Zusammenarbeit. Um nach innen und außen ein klares Statement für das tolerante Miteinander zu setzen, hat Faurecia nun auch die "Charta der Vielfalt" unterzeichnet.

Befragung und Auswertung wurden von der Plus Marktforschung GmbH in Nürnberg durchgeführt. Dazu fanden repräsentative Interviews mit 1.086 Berufstätigen im Alter von 16 bis 65 Jahren (Durchschnitt: 43 Jahre) statt, die deutschlandweit in Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern arbeiten. 55 Prozent der Befragten waren männlich. Auch eine gleichmäßige Verteilung der geographischen Struktur (37 Prozent Großstadt, 24 Prozent mittelgroße Stadt, 17 Prozent Kleinstadt und 23 Prozent ländliche Gegend) war sichergestellt.

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