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22.09.2020 – 10:42

Universität Bremen

Campusgeschichte: Ausbilder Torsten Radeke

Campusgeschichte: Ausbilder Torsten Radeke
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Torsten Radeke will "Problemlöser" ausbilden

Was die Universität Bremen ausmacht, das sind die Menschen, die hier forschen, lehren, arbeiten und studieren. Wer die Universität besser kennenlernen möchte, hört und liest häufig vom sogenannten "Bremer Spirit". Doch was verbirgt sich dahinter? Unter dem Titel "Campusgeschichten" stellen wir in loser Folge erfolgreiche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, herausragende Forscherinnen und Forscher, Lehrende mit neuen Ideen sowie engagierte Studierende vor. Aber auch die Menschen, die in den Büros und hinter den Kulissen dafür sorgen, dass der Universitätsbetrieb tagtäglich reibungslos vonstattengeht, sollen Platz in dieser Serie finden. Lernen Sie uns kennen - lernen Sie die Universität Bremen kennen!

Wenn Torsten Radeke aus dem Fachbereich Mathematik/Informatik über seine Auszubildenden spricht, dann kann er viele Erfolgsstorys erzählen. Der Mann mit dem verschmitzten Gesicht ist beliebt. Gemeinsam mit seinem achtköpfigen Team zeigt er bis zu vier jungen Menschen pro Jahrgang, wie Fachinformatiker geht.

"Ich möchte, dass die Auszubildenden in ihrem Leben ihren Platz finden und glücklich sind", sagt er. Und das meint er auch durchaus konkret: "Gutes Geld verdienen". Einer seiner Lieblingsschüler ist heute in einem großen Unternehmen in Frankfurt beschäftigt. Der stehende Witz zwischen beiden ist: "Wahrscheinlich kommst Du mich demnächst mit einem Hubschrauber besuchen." An der Universität verfügt der 53-Jährige mittlerweile über ein exzellentes Netzwerk auf dem gesamten Campus. Denn IT wird in fast überall gebraucht. Und er vermittelt möglichst passgenau.

"Erst einmal Struktur reinbringen"

Vor 23 Jahren ist Torsten Radeke aus Berlin an die Universität Bremen gekommen. Er war Ingenieur, hatte in Emden Elektrotechnik und Technische Informatik studiert, erste berufliche Erfahrungen in Berlin gemacht und war bereit, die Ärmel aufzukrempeln. Das war auch nötig. "Wir mussten zunächst Struktur reinbringen", erinnert er sich an seine Anfänge als Administrator für damals 40 Leute, "von denen jeder seinen eigenen PC in der Ecke hatte." Oh, man kann sich die Mühen dieses Anfangs gut vorstellen.

Vom Praktikanten zum Programmierer

Vor 19 Jahren, so Radeke, kam sein erster Praktikant: Patrick Mania. Wie ein stolzer Vater schildert er dessen beruflichen Weg. Wir machen es kurz: Aus einem sympathischen Typen mit Realschulabschluss, der gern an Computern rumspielte, wurde ein Informatiker mit Masterabschluss, der in Rekordzeit studierte. Heute ist er im Sonderforschungsbereich EASE (Everyday Activity Science and Engineering) tätig und programmiert Roboter, damit sie kochen können.

Ausbildung mit Wissenschaft verknüpfen

Nach diesen positiven Erfahrungen mit dem ersten Praktikanten hat Torsten Radeke seinen Ausbilderschein gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Aus- und Fortbildungszentrum Bremen unterrichtet er seither mit seinem Team Fachinformatiker. "Wir brauchten die Techniker", sagt er, es sei durchaus auch Eigeninteresse dabei gewesen. Im Laufe der Zeit haben sie neue Formate entwickelt. Jeden Freitag kommen alle zusammen, und ein Azubi trägt zu einem kniffligen Fachthema etwas vor. "Wir machen sie fit für die Prüfung", sagt er. "Sie müssen präsentieren und frei reden können." Ausbildung mit der Wissenschaft zu verknüpfen, dafür sei hier "der beste Ort". Deshalb vermittelt er seine Schützlinge auch in wissenschaftliche Arbeitsgruppen. Wie zum Beispiel in die Technomathematik, wo das selbstfahrende Auto erprobt wird. Er wünscht sich, dass sie "Problemlöser" werden.

Studienabbrecher auffangen

Überhaupt glaubt er, dass junge Menschen, die erst eine Ausbildung machen und dann das Studium anschließen, im Vorteil sind. "Sie haben gute Karten bei den Personalchefs", weiß er. Sie seien teamerprobt, wüssten, wie man mit Menschen umgeht, Aufgaben anpackt und umsetzt. "Das fehlt häufig Bewerbern, die nur die Hochschulen von innen kennen." Studienabbrecher aufzufangen und erst einmal für eine Ausbildung als Sprungbrett für den weiteren Weg zu gewinnen, das ist ihm auch ein wichtiges Anliegen, und da hat er mit Rundmails an alle Studierenden so seine Methoden entwickelt.

Nicht geradeaus pflügen

Beim anschließenden Fototermin ist Torsten Radeke völlig uneitel. "Wo ich herkomme, da ist es nicht wichtig, welche Frisur man hat und was man trägt, sondern über wieviel Hektar und welche Maschinen man verfügt", sagt er lächelnd. Er lebt in Emtinghausen, südlich von Achim, nördlich von Hoya: Kleiner Hof, Felder mit "Eliteweizen". Bestes Mehl aus eigenem Anbau, Mahl- und Siebanlage und Ehefrau Jutta, die Bäckerin ist. In einem Holzofen stellt sie Brote her, fährt auf Volksfeste und zieht leckere Pizzas und Flammkuchen aus der Klappe.

Gern redet Torsten Radeke über seinen Unimog 406 mit der Doppelkabine ("ganz selten, wird immer wertvoller") und über seinen eigenen Mähdrescher mit beachtlichen sechs Metern Schnittbreite. Seine beiden Jungs saßen schon mit sechs Jahren auf dem Trecker. Und nun trifft sich seine IT-Fachlichkeit mit den Anforderungen an einen Landwirt. "Ich konnte nicht so richtig geradeaus pflügen", sagt er. Das aber ist eine Tugend auf den Feldern. "Da habe ich für den Traktor ein Parallelfahrsystem mit hochgenauer RTK entwickelt und eingebaut." Was auch immer das heißt, jetzt pflügt er schnurrgerade.

Weitere Informationen:

Ausbildung an der Universität Bremen: https://www.uni-bremen.de/kanzlerreferat/ausbildung-praktika/ausbildungsberufe-der-universitaet-bremen

Ausbildung am Fachbereich Mathematik/Informatik: https://www.uni-bremen.de/fb3/der-fachbereich/schule-praktika-aus-und-weiterbildung-berufsfelder/ausbildung/ausbildung-am-fachbereich-3

Fragen beantwortet:

Torsten Radeke

Ausbildungsleiter Fachbereich Mathematik/Informatik

Universität Bremen

Tel.: +49-421-218-63544

E-Mail: tradeke@informatik.uni-bremen.de

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Telefon: +49 421 218-60150
E-Mail: presse@uni-bremen.de

Über die Universität Bremen:
Leistungsstark, vielfältig, reformbereit und kooperativ - das ist die Universität Bremen. Rund 23.000 Menschen lernen, lehren, forschen und arbeiten auf dem internationalen Campus. Ihr gemeinsames Ziel ist es, einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten. Mit gut 100 Studiengängen ist das Fächerangebot der Universität breit aufgestellt. Als eine der führenden europäischen Forschungsuniversitäten pflegt sie enge Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit. Gemeinsam mit neun jungen Universitäten und vier assoziierten Mitgliedern aus dem Hochschul-, Nichtregierungs- und privaten Bereich gestaltet die Universität Bremen in den nächsten Jahren eine der ersten Europäischen Universitäten. Das Netzwerk YUFE - Young Universities for the Future of Europe wird von der EU-Kommission gefördert. In der Region ist die Universität Bremen Teil der U Bremen Research Alliance. Die Kompetenz und Dynamik der Universität haben zahlreiche Unternehmen in den Technologiepark rund um den Campus gelockt. Dadurch ist ein bundesweit bedeutender Innovations-Standort entstanden - mit der Universität Bremen im Mittelpunkt.



 
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