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07.03.2019 – 15:21

Polizeiinspektion Wilhelmshaven / Friesland

POL-WHV: Dreiste Betrüger setzen Senior unter Druck - Anrufer geben sich als Polizeibeamte aus und erhalten an einem vereinbarten Ablageort eine hohe Summe Bargeld!

Wilhelmshaven (ots)

Am Donnerstagvormittag, 07.03.2019, erschien ein älterer Herr bei der Polizei in Schortens, um mit den Polizeibeamten Wagner oder Borowski zu sprechen. Nachdem man dem 79-Jährigen erklärte, dass es diese beiden Beamten auf der Polizeiwache nicht geben würde, flog diese traurige Geschichte auf.

Doch was war passiert?

In der letzten Woche ist ein älterer Herr aus Schortens Opfer von Betrügern geworden. In seiner heutigen Vernehmung gab er an, am 25.02.2019 erstmalig einen Anruf von einem angeblichen Beamten der Polizei aus Schortens erhalten zu haben. Der Mann stellte sich mit dem Namen Borowski vor und fragte nach, ob er schon von dem Raubüberfall in seiner Nachbarschaft gehört hätte. Man würde sich mit dem 79-Jährigen in Verbindung setzen, weil man bei den angeblich aus Rumänien kommenden Tätern, eine Liste mit Namen gefunden hätte, auf der auch der Name des Seniors stehen würde.

Weiter erklärte der angebliche Polizeibeamte, dass der Senior jetzt gefährdet wäre und man ihn ab sofort unter Polizeischutz stellen werde. Das alles wäre bereits mit einem Staatsanwalt Dr. Klein besprochen worden. Ihm wurde eine "abhörsichere Telefonnummer" mitgeteilt, unter der man die ermittelnden Beamten erreichen würde. Der Fall würde jetzt allerdings an einen anderen Polizeibeamten übergeben werden: Dieser heiße Wagner und sei der Chef von Borowski.

Der Anrufer machte dem Senior deutlich, dass er die Sache unter Stillschweigen zur Kenntnis nehmen sollte.

Einige Tage später rief der angekündigte Beamte Wagner an und meinte, dass das Geld des 79-Jährigen bei der Bank nicht mehr sicher sei. Es gebe Mitarbeiter, die mit den rumänischen Tätern zusammenarbeiten würden. Es wäre daher besser, wenn er das Geld in einem Schließfach verwahren würde. Herr Wagner würde sich auch für den Senior einsetzten, dass er ein Schließfach bekomme. Auf jeden Fall sollte er sein Erspartes von der Bank holen, denn dort wäre es nicht mehr sicher.

Diese perfide Gesprächsführung ging dann noch ein wenig weiter. Es erfolgten weitere Anrufe mit Verhaltensanweisungen usw.

Der unter Druck gesetzte Senior ging schließlich am 28.02.2019 zu seiner Bank, um sein Sparkonto aufzulösen bzw. den fünfstelligen Betrag abzuheben.

Bei einem Anruf gab Herr Wagner an, dass es sich bei dem abgehobenen Geld möglicherweise um Falschgeld handeln könnte. Diesbezüglich bestehe der Verdacht, dass Bankmitarbeiter involviert wären.

Um Beweise gegen die Täter zu haben, sollte der 79-Jährige nun das gesamte Falschgeld der Polizei übergeben. Der Beamte Wagner wies ihn an, das Geld in eine nicht durchsichtige Plastiktüte packen und diese wiederum in die Restmülltonne zu legen. Die Tonne sollte er dann an die Straße stellen, zwei Leute würden es dann aus der Tonne abholen. Der Senior folgte den Anweisungen und seine Wartezeit fing an...

Mit diesem erlangten Bargeldbetrag hatten die Betrüger wohl genug, denn der zugesicherte Rückruf erfolgte dann nicht mehr, so dass der Senior nach einige Tagen dann doch skeptisch wurde und am heutigen Vormittag die richtige Polizei in Schortens aufsuchte. Dort musste er dann leider feststellen, dass es die von ihm erfragten Namen Borowski und Wagner gar nicht gibt.

"Leider kommt es immer wieder vor, dass es die Betrüger schaffen, durch ihre perfide Art die Opfer unter Druck zu setzen", erklärt Andrea Papenroth, Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Oftmals sind es Senioren, die derart unter Druck gesetzt werden und auf diese Weise ihr Geld oder auch ihren Schmuck verlieren!"

In diesem Jahr wurden in der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland bislang 15 Fälle angezeigt, jedoch blieb es bisher bei Versuchen, es kam bei keinem der Fälle zu einem Vermögensschaden.

"Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich sehr hoch sein dürfte und bitten die Bevölkerung um Mithilfe":

Mögliche Zeugen, die in der Zeit vom 25.02. - 01.03.2019 im Bereich des Klosterweges auffällige Personen oder auch Fahrzeuge, eventuell mit auswärtigen Kennzeichen, bemerkt haben, werden gebeten, sich mit der Polizei unter der Rufnummer 04461/9211-0 in Verbindung zu setzen. "Zur Ergreifung der Täter kann jeder noch so kleine Hinweis hilfreich sein!" betont Andrea Papenroth.

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland nimmt diesen Fall zum Anlass, um erneut auf die Beratungsmöglichkeiten bei der Polizei hinzuweisen und gibt Tipps:

Seien Sie bei Anrufen - wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, das Gegenüber zu kennen - stets misstrauisch, erteilen Sie per Telefon keine Auskünfte und gehen sie auf keine Geldgeschäfte ein. Verständigen sie im Zweifelsfall die Polizei!

Niemals tätigt die echte Polizei derartige Anrufe! Angehörige sollten ihre älteren Verwandten über Machenschaften dieser Art aufklären und eine gute aufmerksame Nachbarschaft kann auch die nötige Sicherheit und Hilfe bringen!

Die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland bietet in diesem Zusammenhang kostenlose Beratungen an und beantworten gerne Ihre Fragen:

Für den Bereich der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland stehen Ihnen als Ansprechpartnerin Katja Reents unter der Rufnummer 04421/942-108, für den Bereich Varel Eugen Schnettler 04451/923-146 und für Jever Tanja Horst unter der Rufnummer 04461/9211-181 zur Verfügung.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Wilhelmshaven / Friesland
Pressestelle Wilhelmshaven
Telefon: 04421/942-104
und am Wochenende über 04421 / 942-215
www.polizei-wilhelmshaven.de
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