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POL-DEL: Ahlhorn, A1 Sonderkontrollen auf der Autobahn A 1: Polizei stellt diverse technische Mängel fest

Delmenhorst (ots) - In der vergangenen Woche kontrollierten speziell ausgebildete Polizeibeamte des Autobahnpolizeikommissariats Ahlhorn und des Polizeikommissariats Langen Nutzfahrzeuge auf der A1 im Bereich des Landkreises Oldenburg. Schwerpunkt dieser Kontrollen war der technische Zustand der Fahrzeuge. Von den insgesamt 25 kontrollierten Fahrzeugen wurden 20 beanstandet. Die kontrollierten Fahrzeuge kamen aus ganz Europa und dem angrenzenden Asien. Insgesamt 11 Fahrzeuge wurden einer technischen Prüforganisation in Wildeshausen vorgeführt und aufgrund ihres mangelhaften technischen Zustandes dort ausnahmslos als verkehrsunsicher bewertet. Diesen Fahrzeugen wurde, zumindest zeitweise, der Betrieb auf öffentlichen Straßen untersagt. Gegen die verantwortlichen Fahrzeughalter dieser Fahrzeuge wurden hohe Geldbußen erhoben, die teilweise noch vor Ort von den Polizeibeamten einbehalten wurden. Alle 11 verkehrsunsicheren Fahrzeuge mussten anschließend auf direktem Weg unter polizeilicher Begleitung in eine nahegelegene Werkstatt zwecks dortiger Reparatur gefahren werden. Als Alternative zu einer Sofortreparatur blieb lediglich die Verladung auf geeignete Transportfahrzeuge (Tieflader) oder die sofortige Verschrottung.

Die Alternative der Verladung nahm beispielsweise ein Fahrer eines Sattelzuges wahr, an dessen Sattelanhänger mehrere Rahmenbrüche festgestellt wurden. Das Fahrzeug war nicht mehr verkehrssicher, sodass die weitere Benutzung untersagt wurde. Durch den Landkreis Oldenburg wurde das Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen und durfte daher die Bundesrepublik nicht mehr auf eigenen Rädern verlassen. Der Sattelzug wurde nach Bezahlung einer hohen Geldbuße verladen und zurück in sein Heimatland transportiert.

Ein anderer Sattelzug (Sattelanhänger mit schwedischer Zulassung und deutsche Sattelzugmaschine) sollte nach Russland überführt werden. Der russische Fahrzeugführer hatte den Anhänger in den Niederlanden gekauft. Im Rahmen der Kontrolle wurde festgestellt, dass der Fahrzeugführer unterhalb der Ladefläche des Sattelanhänger zwei professionell getarnte Böden aus Holz eingezogen hatte, in denen er Waren transportierte. Da im ersten Ermittlungsansatz nicht zu erkennen war, welche Art von Waren in diesem Versteck transportiert wurden, wurde das Hauptzollamt Bremen mit einem Rauschgiftspürhund hinzugezogen. Nachdem die Verstecke geräumt worden waren, stellte sich heraus, dass sich dort größere Mengen an hochwertigem Alkohol, Tee und Kaffee befanden. Der Fahrzeugführer konnte anhand vorgelegter Quittungen belegen, dass die Waren ihm gehören. Als Erklärung für diese ungewöhnliche Lagerung gab er an, dass er Angst vor Diebstählen gehabt habe. Anschließend wurden bei der technischen Kontrolle des Sattelanhängers auch bei diesem mehrere Rahmenbrüche, sowie eine mangelhafte Bremsanlage festgestellt. Ein Kfz-Sachverständiger begutachtete das Fahrzeug und stufte es mit einer erheblichen Gefährdung als verkehrsunsicher ein. Im Zuge weiteren Ermittlungen wurde außerdem festgestellt, dass die schwedische Zulassung des Sattelanhängers nicht mehr gültig war und das Fahrzeug somit ohne Zulassung geführt wurde. Auf den Fahrzeugführer kommt eine Strafanzeige und ein Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren zu. Da er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurden hohe Sicherheitsleistungen erhoben.

Keinerlei Bremswirkung des Sattelanhängers war das Ergebnis der Prüfung eines Sattelzuges, der mit 21.000 kg Wolle auf dem Weg von Belgien nach Lettland war. Mehrere Bremsscheiben waren gebrochen, sodass die erforderliche Bremswirkung nicht erreicht wurde. Das Fahrzeug befindet sich derzeit in einer Fachwerkstatt zur Reparatur.

Ein Kühl-Sattelzug, der mit 15.000 kg Frischgemüse beladen war, wurde einem Prüfer vorgeführt. Es wurde eine erhebliche Schwächung des Sattelanhängerrahmens und des Fahrwerkes aufgrund von Durchrostungen festgestellt. Auch dieser Sattelanhänger wurde als verkehrsunsicher eingestuft und der Landkreis Oldenburg untersagte den Betrieb für den öffentlichen Straßenverkehr. Da der Fahrzeughalter kein Interesse mehr an einer Instandsetzung des Sattelanhängers hatte, wurde dieser auf einen Tieflader verladen und in Richtung Finnland ausgeführt. An der Sattelzugmaschine wurden ebenfalls erhebliche Mängel beim Bremssystem festgestellt, die in einer Werkstatt beseitigt werden müssen.

Für einen weiteren Sattelzug war die Fahrt nach der polizeilichen Kontrolle ebenfalls zu Ende. Der mit ca. 6.000 kg Flugzeugteilen beladene Sattelanhänger hatte eine defekte Bremsanlage, beschädigte Schwingungsdämpfer und einen gebrochenen Rahmen. Die Terminfracht wurde noch vor Ort umgeladen und weitertransportiert. Das Fahrzeug wird in einer Fachwerkstatt repariert und soll nach einer erneuten Vorführung bei einem Kfz-Sachverständigen in Richtung Heimat weiterfahren.

Einem Lkw mit Anhänger musste die Weiterfahrt vorläufig untersagt werden, da die Gesamtlänge des Fahrzeuggespannes überschritten war. Durch Umladung konnte die Beanstandung jedoch relativ einfach und schnell beseitigt werden. Der Fahrzeugführer musste lediglich die geladenen Lkw umstellen.

Fünf Reifen musste der Fahrzeugführer eines ausländischen Sattelzuges wechseln, weil diese abgefahren waren. Zum Wechseln der Reifen auf der Rastanlage "Wildeshausen-Nord" wurde eine Reifenfachwerkstatt aus dem Ruhrgebiet vom Fahrzeughalter beauftragt. Der Fahrzeughalter musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen.

Ähnlich ging es auch mehreren anderen ausländischen Fahrzeugführern. Sie mussten erst die von den Polizeibeamten beanstandeten Reifen an ihren Fahrzeugen wechseln, bevor sie weiterfahren durften.

Aufgrund der Vielzahl und Schwere der hier festgestellten schweren Fahrzeugmängel wird die Polizei auch in Zukunft ihre Aufmerksamkeit und Kontrolltätigkeit weiter intensivieren, insbesondere hinsichtlich der technischen Mängel an Nutzfahrzeugen.

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