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17.02.2015 – 13:39

Kreispolizeibehörde Viersen

POL-VIE: Kreis Viersen: Karnevalsbilanz des Rosenmontags

Kreis Viersen (ots)

Bei Weitem nicht so zufrieden wie im vergangenen Jahr war die Polizei mit dem Verhalten der Jecken an den Karnevalstagen. Ein großer Teil der Feiernden hielt sich zwar wie in den letzten Jahren an die Vorgaben der Ordnungsbehörden und versuchte einfach nur Spaß an den tollen Tagen zu haben, aber viele andere nutzten die Umzüge und Feierlichkeiten für sinnlose "Besäufnisse". Auffällig war besonders die große Zahl der Alkohol konsumierenden Jugendlichen. Auch die Respektlosigkeit und Aggressivität gegenüber den eingesetzten Sicherheits- und Rettungskräften erreichte ein nicht mehr tolerables Maß und zwang die Polizei in vielen Fällen dazu, von der bislang bewährten Linie der Toleranz abzurücken, konsequent gegen diese Ausschreitungen vorzugehen und die Jecken, die am Schlimmsten über die Stränge schlugen, aus dem Verkehr zu ziehen. Ein Beispiel hierfür ist ein 17jähriger Süchtelner, der der Polizei wiederholt auffiel. Bereits am Altweiberdonnerstag mussten die Beamten ihm in Dülken einen Teleskopschlagstock abnehmen. Am Sonntagabend war er Mitglied einer Gruppe, die im Bereich des Busbahnhofs durch Beleidigungen auf sexueller Basis und Sachbeschädigungen auffiel. Kurz davor hatte er bereits trotz eingehender Ansprache seitens der Polizei auf der Hauptstraße einen 15jährigen Viersener in eine Schaufensterscheibe geschubst, der sich hierbei leicht verletzte. Die Häufung dieser Straftaten und eine erneute Aktion des 17Jährigen am Rosenmontag, führte letztlich dazu, dass er auf richterlichen Beschluss bis zum Ende der Karnevalsveranstaltung in Mönchengladbach, am 17.02.2015, im Polizeigewahrsam verbleiben wird.

Besonders bemerkenswert war die Aggressivität, die den Einsatzkräften aus Reihen der männlichen Jugendlichen von 15-20 Jahren entgegengebracht wurde. (Wir ersparen uns an dieser Stelle eine Auflistung der unflätigen, respektlosen, beleidigenden und sogar obszönen Beschimpfungen, die die Polizisten über sich ergehen lassen mussten). Der Fahrer eines Gefangenentransportfahrzeugs z. B. sagte, er habe in seiner jahrelangen Erfahrung als Polizist so etwas Asoziales noch nicht erlebt. Doch nicht nur die Polizei war von diesen Auswüchsen enttäuscht. Eine Mutter, die ihren minderjährigen Sohn von eben einem solchen Gefangenentransportfahrzeug abholen musste, erklärte sie könne ihren Sohn nicht wiedererkennen. Er sei sonst so freundlich und liebenswürdig...

Man sieht also, in welchem erschreckenden Umfang der Alkohol das Verhalten der Menschen verändert. Besonders bedenklich stimmt hier die hohe Anzahl von Jugendlichen, die "Ziel und Maß beim Alkoholkonsum verloren haben", so Einsatzleiter Polizeidirektor Hubert Vitt.

Die Polizei hat Verständnis für alle, die friedlich und mit viel Spaß Karneval feiern. Kein Verständnis und keine Toleranz hat die Polizei für diejenigen, die meinen, die fröhliche Stimmung durch ihr Verhalten stören zu müssen und die tollen Tage nur für Alkoholkonsum und das Begehen von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu nutzen. "Wir wollen unser schönes Brauchtum nicht von diesen Menschen in ein schlechtes Licht rücken lassen!"

"Die Polizei ist nicht die erste Instanz, die sich mit diesem Problem befassen muss", so Vitt. Die Grundlagen für ein sozialadäquates Verhalten sollten bereits im Elternhaus gelegt werden. Es erscheint leicht, die Verantwortung auf Schule, Jugend-und Ordnungsämter oder als ultima ratio auf die Polizei zu verlagern, aber in erster Linie ist und bleibt die Familie, bleiben die Eltern für eine vernünftige Erziehung in der Pflicht.

"Wir werden prüfen müssen, ob wir in den nächsten Jahren unser bislang erfolgreiches Konzept der größtmöglichen Toleranz beibehalten können. Es wurde in diesem Jahr zu oft ausgenutzt!" So der Einsatzleiter der Polizei, Hubert Vitt.

Eine erste Bilanz des Tulpensonntags haben wir bereits veröffentlicht. Im Großen und Ganzen verhielten sich die Narren bis auf einige Auswüchse (wie oben geschildert) vernünftig und die Einsatzkräfte konnten allzu schlimme Entgleisungen verhindern. Aber um einige Unbelehrbare musste sich die Polizei doch intensiv kümmern:

So kam es nach dem Zug noch zu einigen Widerstandshandlungen und Schlägereien und die Polizei musste mehrere Personen zur Verhinderung von Straftaten oder aufgrund ihres Alkoholpegels in Gewahrsam nehmen. In Niederkrüchten wurde ein Feuerwehrmann von einem Pkw verletzt, dessen Fahrer die Absperrung während des Karnevalsumzuges ignorierte und dabei dem Feuerwehrmann über den Fuß fuhr. Er schleifte ihn noch mehrere Meter mit. Glücklicherweise blieb es hier bei leichten Verletzungen. In Viersen auf der Gladbacher Straße wurden Rettungskräfte mit Böllern beworfen, auf der Heimbach/Remigiusstraße griff ein alkoholisierter Randalierer das Zugbegleitpersonal an. Ein Karnevalist verletzte sich auf der Hauptstraße schwer, als er in die Scherben einer Bierflasche stürzte. Er musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Einen Vorfall ganz anderer Art gab es in Anrath, wo ein "Narr" im gelben Ganzkörperkostüm auf einen Strommast kletterte und anschließend von Mitfeiernden unten festgehalten werden musste. Sowohl in Viersen, als auch in Niederkrüchten kam es zu Körperverletzungen, bei denen es zumeist bei leichten Blessuren blieb.

Am Rosenmontag setzte sich der gleiche Trend fort. Ein 18jähriger Viersener musste auf dem Alter Markt in Dülken wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern in Gewahrsam genommen werden. Um mehrere volltrunkene Personen kümmerten sich die Rettungskräfte. Zwei Tatverdächtige konnten nach einem Raubdelikt auf der Lange Straße festgenommen werden. Die beiden 17 und 18 Jahre alten jungen Männer hatten zwei 16Jährige mit den Worten "Gib mir Zigaretten, sonst stechen wir Dich ab" um Bargeld und Zigaretten erleichtert. Ein Messer wurde dabei nicht vorgezeigt. Am Abend holte dann schließlich eine Mutter ihren 15jährigen Filius, der zuvor in den Gefangenentransportwagen uriniert hatte, auf der Wache in Viersen ab.

Am Sonntag sprach die Polizei insgesamt 61 Platzverweise aus und musste 10 Personen in Gewahrsam nehmen. Am Montag gab es 41 Platzverweise und 11 Ingewahrsamnahmen.

Der Einsatzleiter der Polizei, Hubert Vitt, zieht ein gemischtes Resumee der tollen Tage. Einige Unbelehrbare, die augenscheinlich nur auf Krawall aus waren und die große Anzahl der betrunkenen Jugendlichen trüben das ansonsten insgesamt normale Bild der Karnevalstage. Die Polizei kann nur an die Eltern appellieren, ihren Kindern und Jugendlichen die Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums vor Augen zu führen und darauf zu achten, dass sie zumindest von Hochprozentigem die Finger lassen. Den friedlich feiernden "Jecken" wünschen wir noch eine fröhliche Zeit bis Aschermittwoch, denn dann ist wieder alles vorbei. /my (262)

Rückfragen bitte an:

Kreispolizeibehörde Viersen

Pressestelle
Harald Moyses
Telefon: 02162/377-1192
Fax: 02162/377-1199
E-Mail: pressestelle.viersen@polizei.nrw.de

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