Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis

POL-SU: Ältere Menschen wieder im Visier von Telefonbetrüger

Troisdorf/Siegburg (ots) - "Ich bin's" - So begann gestern (06.06.2018) das Telefonat mit einem 85-jährigen Troisdorfer. Der Troisdorfer wusste nicht wer da am Apparat war und der Anrufer begann mit einem Ratespiel. Als der 85-Jährige fragte ob der Klaus am Telefon sei, bejahte der Anrufer. Im Telefonat schilderte "Klaus", dass er in großen Schwierigkeiten sei und dringend Geld benötige. Die Rückzahlung des Geldes wurde in zwei Tagen zugesichert. Als der unbekannte Tatverdächtige dann eine Summe von 35.000 Euro verlangte, legte der Troisdorfer auf und beendete das Gespräch. Dadurch ist der Senior von hohem Schaden verschont geblieben. Dieses Telefonat ist typisch für den sogenannten "Enkeltrick". Die Täter rufen ältere Menschen unter dem Vorwand an, Verwandte (meistens Enkel oder Neffen) oder gute Bekannte zu sein: "Rate mal wer am Telefon ist?" Dann täuschen sie einen finanziellen Engpass vor und bitten um hohe Bargeldbeträge, weil sie das Geld sofort, aufgrund einer Notlage benötigen (z. B. nach einem Autounfall). Zum Schutz vor Telefonbetrügern rät die Polizei:

   - Seien Sie misstrauisch, wenn Sie jemand telefonisch um Geld 
     bittet.
   - Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu.
   - Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr 
     Gesprächspartner, z. B. oft ein angeblicher Enkel, Geld von 
     Ihnen fordert!
   - Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter 
     ist. Rufen Sie ihn über die Ihnen bekannte oder selbst 
     herausgesuchte Rufnummer zurück!
   - Übergeben Sie niemals Geld an Ihnen unbekannte Personen.
   - Informieren Sie sofort die Polizei über 110, wenn Ihnen ein 
     Anruf verdächtig vorkommt.
   - Wenden Sie sich auf jeden Fall an die Polizei, wenn Sie Opfer 
     geworden sind und erstatten Sie eine Anzeige. 

Mit der äußerst perfiden Masche "falsche Polizeibeamte am Telefon", hatten Betrüger bei einer 69-jährigen Frau aus Siegburg am Mittwoch (06.06.2018) mehr Erfolg. Gegen 23.00 Uhr meldete sich ein "HERR BECK" von der Polizei und übte bei der Angerufenen Druck aus, indem er über ein unmittelbares Verbrechen zum Nachteil der Siegburgerin sprach. Bewaffnete Einbrecher hätten es auf ihr Eigentum abgesehen. Zum Schutz hätte "HERR BECK" seinen Kollegen "HERRN SCHMIDT" geschickt, der die Wertsachen der 69-Jährigen sicher verwahren werde. Bis kurz vor Mitternacht hielt der betrügerische Anrufer sein Opfer am Telefon und baute weiteren psychischen Druck auf. Sogar als der falsche "HERR SCHMIDT" vor der Tür ihrer Wohnung in der Holzgasse stand und Bargeld und Schmuck der Siegburgerin in Empfang nahm, bestand die Telefonverbindung. Der Druck auf die Siegburgerin war so hoch, dass ihr erst am nächsten Morgen dämmerte, dass ihr Wertsachen für mehrere tausend Euro gestohlen worden waren. Sie meldete sich daraufhin bei der "richtigen" Polizei und erstattete eine Anzeige.

Den Abholer "HERR SCHMIDT" beschrieb die Geschädigte als einen circa 165 cm großen Mann mit mitteleuropäischem Erscheinungsbild. Seine dunkelbraunen Haare waren zur Seite gekämmt und er trug eine dunkle Jacke. Seine Ansprache erfolgte in akzentfreiem hochdeutsch.

Die Polizei Siegburg sucht Zeugen, die gegen Mitternacht verdächtige Personen oder Fahrzeug im Bereich der Siegburger Holzgasse beobachtet haben. Hinweise an die Telefonnummer 02241 541-3121.

Bei der Masche "falsche Polizeibeamte am Telefon" werden ältere Menschen von Unbekannten angerufen, die sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen ausgeben und hierbei die Rufnummer örtlicher Polizeidienststellen, des BKA oder die 110 mit einer Ortsvorwahl im Telefondisplay erscheinen lassen. Die Anrufer manipulieren ihre Opfer, indem sie ihnen überzeugende Geschichten über aktuelle Straftaten erzählen und sie zum vermeintlichen Schutz ihres Eigentums auffordern, Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen. Folgende Hinweise helfen, sich vor dieser Form des Betruges zu schützen:

   - Falls Sie in Ihrem Telefondisplay die Rufnummer der Polizei 
     (110) ggf. mit einer Vorwahl sehen sollten, dann handelt es sich
     nicht um einen Anruf der Polizei. Bei einem Anruf der Polizei 
     erscheint nie die Rufnummer 110 in Ihrem Telefondisplay. Legen 
     Sie sofort auf.
   - Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter 
     aus, lassen Sie sich den Namen nennen und wählen Sie selbst die 
     110. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt.
   - Die Polizei erfragt telefonisch keine Bankdaten wie Kontonummer 
     und Kontostand oder Inhalte von Schließfächern. Geben Sie 
     unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre 
     Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.
   - Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie 
     eine Vertrauensperson hinzu.
   - Übergeben Sie unbekannten Personen NIEMALS Geld oder Wertsachen.
     Die Polizei wird Sie niemals auffordern, Wertsachen und Geld an 
     einen vermeintlichen Polizisten zu übergeben.
   - Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie 
     sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine 
     Anzeige. (Bi) 

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