Polizei Hamburg

POL-HH: 130319-4. Verdacht der Luftverschmutzung durch Seeschiff - Wasserschutzpolizei ermittelt

Hamburg (ots) - Zeit: 18.03.2013, 10:00 Uhr - 15:00 Uhr, Ort: Hamburger Hafen, Hansaport

Wasserschutzpolizeibeamte haben auf dem britischen Seeschiff "Citius" (Länge 287,50 m, Breite 45,00 m, BRZ 88.479) eine Schiffskontrolle durchgeführt.

Die Wasserschutzpolizei stellte bei der Überprüfung der Schiffspapiere fest, dass in den Dokumenten Eintragungen vorhanden waren, die das Umstellen von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) dokumentierte. Weitere Ermittlungen im Maschinenraum ergaben jedoch, dass der Hilfskessel zum Zeitpunkt der Kontrolle mit Schweröl betrieben wurde und damit der vorgeschriebene Grenzwert von 0,1 Prozent Schwefelgehalt höchstwahrscheinlich überschritten wurde.

Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Damit wird der aktuelle Wert von 1,0 Prozent um rund 93 Prozent verringert. Ausnahmen sind nur durch das Abschalten aller Motoren und Kesselanlagen oder durch eine andersartige Energieversorgung, z. B. durch Landstrom, möglich. Falls kein schwefelarmer Treibstoff an Bord ist, muss er unverzüglich beschafft und verwendet werden. Damit soll die Luftverschmutzung in Häfen verringert werden, die bei der Verfeuerung schwefelreicher Schiffskraftstoffe entsteht. Konkret bedeutet dies eine Reduzierung der Partikelemissionen um rund 70 Prozent. Die Beamten zogen Proben zur Beweissicherung.

Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurde gegen den 58-jährigen philippinischen Leitenden Ingenieur eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.968,50 Euro angeordnet. Die sichergestellten Proben werden im Labor des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie analysiert.

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei dauern an.

Sch.

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