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03.02.2011 – 07:52

Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Bundesweite Nachfrage zum Filmprojekt "Komasaufen" der Polizeidirektion Flensburg bleibt ungebrochen

POL-FL: Bundesweite Nachfrage zum Filmprojekt "Komasaufen" der Polizeidirektion Flensburg bleibt ungebrochen
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Flensburg (ots)

Die Polizeidirektion Flensburg hat sich dem Thema gestellt, weil ca. 50 Prozent der jugendlichen Straftäter im Bereich Körperverletzung und Sachbeschädigung alkoholisiert sind. Die Herausforderung beim Komasaufen besteht darin, die Zielgruppe der Jugendlichen und Heranwachsenden thematisch zu erreichen. Da erwiesenermaßen der erhobene Zeigefinger und mahnende Worte nicht Erfolg versprechend sind, bekamen in der Projektplanung auch unkonventionelle Wege Raum: Als Ergebnis entstand im April 2009 bei der Polizeidirektikon Flensburg, Stabsbereich Prävention, der Kurzfilm "Komasaufen", der zielgruppentypisches Verhalten spiegelt und den Impuls gibt, über das Problem zu reden. "Konkret bedeutet das, dass sich unsere Laienschauspielerinnen, als siebzigjährige Omas dargestellt, sinnlos besaufen und sich nach allen Regeln daneben benehmen", so die Macher von "Komasaufen". Und offensichtlich werden die gewünschte Effekte bei den Jugendlichen und Heranwachsen erzielt: "Fremdschämen" und Ekel sind die am häufigsten beschriebenen Reaktionen der jungen Menschen. Danach erfolgt häufig von ganz allein ein Transfer in die eigene Lebenswirklichkeit und eine Diskussion zum Thema Alkohol. Eigene Erfahrungen werden geschildert und Vereinbarungen getroffen, um sich selbst nicht "so daneben zu benehmen." Der Effekt, dass durch einen kurzen Impuls mit dem angestrebten Perspektivwechsel das Thema Komasaufen für die jungen Leute bearbeitungsfähig wird, bekommt durch die Diskussion in den Peergroups (Gleichaltrige beraten Gleichaltrig) eine besondere Nachhaltigkeit. Der Filmtitel spricht für sich: "Komasaufen": Der Film dauert 90 Sekunden...darüber zu reden mindestens 90 Minuten".

Für die angestrebte Einbindung in den Schulunterricht wurde gemeinsam mit Psychologiestudenten der Chrisian Albrechts Universität Kiel ein Impuls für die Nutzung des Films erarbeitet und der DVD beigelegt. Eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Polizeidienststellen und der Polizeidirektion/Prävention ist selbstverständlich möglich, z.B. bei konkreten Anlässen. "Wahrscheinlich ist der Film deshalb so erfolgreich, weil er gänzlich auf Belehrungen verzichtet", so ein Lehrer aus dem Kreis Schleswig-Flensburg. "Das Erzeugen eines Problembewusstseins, bis zur angestrebten Verhaltensänderung, wird eben durch andere Impulse erreicht". Das Filmprojekt "Komasaufen" ist mittlerweile in ganz Deutschland bekannt, fast täglich gehen Anfragen bei der Polizeidirektion Flensburg ein. Die Finanzierung ist über den Kriminalpräventiven Rat der Stadt Flensburg organisiert, der pro Film um eine Spende in Höhe von 10,- Euro bittet, damit je nach Bedarf nachproduziert werden kann. Die Filmidee stammt von Ulrik Damitz und Hermann Reissig von der Polizeidirektion Flensburg und wurde im April 2009 von der Filmgruppe der Landespolizei realisiert. Das Diakonische Suchthilfezentrum der Stadt Flensburg betreut das Projekt aus fachlicher Sicht.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Flensburg
Prävention
Neustadt 30
24939 Flensburg
Ulrik Damitz
Telefon: 0461-484 2140

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