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05.11.2010 – 08:12

Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Täter ermittelt

Schleswig/Bollingstedt (ots)

Wie bereits berichtet, wurden am späten Abend des 12.10.09 ein älteres Ehepaar und der Bruder des Mannes in deren Haus in Bollingstedt Opfer eines brutalen Raubüberfalles.

Damals drang das Täterpärchen mit vorgehaltener Schusswaffe in das Einfamilienhaus ein. Die Täter entwendeten insbesondere Bargeld, Schmuck und drei Langwaffen.

Durch die ersten Ermittlungen konnten zunächst keine Hinweise auf die Täter erlangt werden. Selbst durch die Veröffentlichung eines Phantombildes der Täterin kamen aus der Bevölkerung keinerlei tatrelevanten Hinweise.

Nach Veröffentlichung des Falles meldete sich die Redaktion der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" bei der Kripo Schleswig. Wunsch der Redaktion war, den Fall in einer Sendung auszustrahlen. Letztlich erfolgte im März 2010 die Ausstrahlung des Filmbeitrages aus dem Studio München.

Trotz der Ausstrahlung ergaben sich zunächst keine Hinweise, die zur Identifizierung der Täter führten.

Erst Anfang Juni 2010 sollte sich eine Wendung in den bisher erfolglosen Ermittlungen ergeben.

An einem Morgen durchsuchte die Hamburger Kriminalpolizei die Wohnung einer 28-jährigen Hamburgerin wegen des Verdachtes des Einbruchdiebstahls in mehreren Fällen im Raum Hamburg und Schleswig. In diesem Zusammenhang wurden bereits im Vorwege der Durchsuchung Haftbefehle gegen die Wohnungsinhaberin und ihren 45-jährigen Lebenspartner erwirkt und vollstreckt.

Im Zusammenhang mit der Schleswiger Einbruchserie hatte die Beamten der Kriminalpolizeistelle Schleswig bereits persönlichen Kontakt zu den Kollegen der Kripo Hamburg, PK Langenhorn. Dabei sprach man ebenfalls über den Raubüberfall in Bollingstedt und die bevorstehende Ausstrahlung bei Aktenzeichen XY.

Im Rahmen der Durchsuchung der Hamburger Wohnung wurde nun u.a. eine Digitalkamera mit eingelegter Speicherkarte gefunden. Auf der Karte stellten die Hamburger Kriminalbeamten schließlich mehrere Bilder fest, auf denen drei Langwaffen abgebildet waren.

In Kenntnis des Raubüberfalls nahmen die Kollegen sofort Kontakt mit der Kriminalpolizei Schleswig auf und übermittelten die Bilder der Waffen. Eine Vorlage dieser Bilder bei den Opfern führte schnell zu dem Ergebnis, dass es sich bei den fotografierten Langwaffen um die in Bollingstedt geraubten handeln dürfte, da der Geschädigte individuelle Merkmale wieder erkannte.

Als Folge dieser neuen Entwicklung wurden die Wohnung und das Fahrzeug der Beschuldigten noch mal genauer unter die Lupe genommen und so konnten die ermittelnden Kollegen aus Schleswig gemeinsam mit den Hamburger Kollegen weitere Beweismittel dort auffinden.

In den Folgemonaten führte die Kripo Schleswig in enger Zusammenarbeit mit der Kripo HH Langenhorn intensive Ermittlungen durch. Dadurch konnte der bestehende Tatverdacht gegen das Pärchen erhärtet werden.

Anfang Oktober legte die 28-jährige Tatverdächtige, die seit der Festnahme im Juni in U-Haft einsitzt, schließlich ein umfassendes Geständnis ab. In diesem gab sie an, den Überfall gemeinsam mit ihrem 45-jährigen Lebenspartner verübt zu haben. Hintergrund der Tat war die Finanzierung der bestehenden Heroinabhängigkeit beider Täter. Der männliche Täter, der ab Ende Juni gegen Auflagen aus der U-Haft entlassen worden war, machte bereits im Vorwege von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Mittlerweile sitzt er ebenfalls wieder in U-Haft. In der Vergangenheit hat er bereits mehrere langjährige Haftstrafen abgesessen.

Der Verbleib der geraubten Waffen konnte durch die Angaben der Täterin bisher nicht geklärt werden. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern noch an.

Die StA Flensburg hat bereits Anklage gegen die beiden Beschuldigten erhoben.

Diese Pressemitteilung ergeht in Einvernehmen mit der StA Flensburg.

Rückfragen bitte an:

Kriminalpolizeistelle Schleswig
Friedrich-Ebert-Strasse 8
24837 Schleswig

Tel.: 04621/84-0

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