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01.04.2010 – 11:29

Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Kriminalitätsjahresbericht 2009 der Polizeidirektion Flensburg: Die Region Schleswig-Flensburg weist auch 2009 die geringste Kriminalitätsbelastung in Schleswig-Holstein auf

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    Flensburg (ots)

Die Zahl der registrierten Straftaten in Flensburg und dem Kreisgebiet Schleswig-Flensburg ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Die Polizeidirektion Flensburg registrierte 22.513 Straftaten. Die Aufklärungsquote konnte im Direktionsbereich erneut zum Vorjahr um 1,7 Prozentpunkte  auf 55,9 % gesteigert werden. In Flensburg war eine leichte Steigerung um 0,4 % auf 55,7 Prozent möglich. Im Kreisgebiet Schleswig- Flensburg konnte die Aufklärungsquote um 3% auf 56,2 % gesteigert werden. Die Polizeidirektion Flensburg liegt somit im dritten Jahr  in Folge deutlich über dem Landesniveau von 49,2 Prozent.

    In punkto Sicherheit liegt die Polizeidirektion Flensburg damit schon seit Jahren vor dem insgesamt stabilen Landestrend bei der Kriminalitätsentwicklung.

    Das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, ist nirgendwo in Schleswig-Holstein so gering wie in der Region Schleswig-Flensburg. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen, die am seltensten Opfer von Straftaten werden: nur 4,8 % (absolut: 166 Personen) der registrierten Opfer waren über 60 Jahre alt. Die Straftatenhäufigkeitszahl liegt trotz geringer Steigerung mit   7.832 Straftaten pro 100.000 Einwohner deutlich unter der entsprechenden Belastungsziffer des Landes Schleswig-Holstein von   8.568 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

    Die Stadt Flensburg  hat im Vergleich mit den kreisfreien Städten Kiel, Lübeck und Neumünster die niedrigste Häufigkeitszahl mit 12.475 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Im Kreisgebiet liegt die Häufigkeitszahl bei 5.757. Der Kreis Schleswig-Flensburg ist damit erneut der am geringsten mit Kriminalität belastete Landkreis Schleswig-Holsteins.

    Die Polizei ermittelte 9.273 Tatverdächtige, weniger als ein Sechstel davon waren Nichtdeutsche. Erneut waren über drei Viertel der Tatverdächtigen (78,7%) männlich.

    Das regionale Kriminalitätsgeschehen wird nach wie vor von Massendelikten wie (Einbruch)- Diebstahl  mit einem Anteil von 37 Prozent, Vermögens- und Fälschungsdelikten (steigende Tendenz - beinhaltet auch die Betrugsdelikte, insbesondere die Internetbetrügereien) mit einem Anteil von 16 Prozent und Körperverletzungen mit einem Anteil von 9 Prozent dominiert. Die Sexual- und Raubdelikte machen nur 1 Prozent der Gesamtkriminalität aus.

    Die Gruppe der unter 21 Jährigen ist nach wie vor im Kriminalitätsgeschehen - gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung - überrepräsentiert. Die Reduzierung dieser Fallzahlen stellt einen der erklärten Schwerpunkte der Polizeidirektion Flensburg dar. An diesem Phänomen wird mit Nachdruck sowohl auf repressiver wie auch auf präventiver Ebene gearbeitet.

    Jeder fünfte Tatverdächtige unter 21 Jahren stand unter Alkoholeinfluss. Dies ist ein leichter Rückgang  im Vergleich zum Vorjahr. Ein Grund für den Rückgang dürfte in den Präventionsbemühungen der Polizeidirektion Flensburg liegen. Hier wurden Projekte wie "(K)omasaufen", www.hast-du-stress.de und ein Deeskalationstraining (Schule, Sozialarbeit, Polizei)  in Netzwerken initiiert.

    Trends in der Stadt Flensburg

    Im vergangenen Jahr wurden im Bereich der Stadt Flensburg 11.076 Straftaten registriert, was einem  leichten Anstieg um 461 Taten entspricht. Im gleichen Zeitraum ist die Aufklärungsquote von 55,3 auf 55,7 % gestiegen.

    Nachdem die Zahl der tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden 2008 leicht gestiegen war, ist sie im vergangenen Jahr geringfügig um 14 Tatverdächtige auf insgesamt 1.122 Tatverdächtige gesunken. Das macht 28,8 Prozent an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen aus.

    Während die Zahl der Körperverletzungen um 182 Fälle zurückging, stieg sie im Gegenzug bei den Raubstraftaten um 23 Fälle an. Im Bereich der Häuslichen Gewalt gab es einen Rückgang um 52 Fälle. In 303 Einsätzen wurden in 52 Fällen (54 im Vorjahr) Wegweisungen ausgesprochen. In über 90 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer.

      Bei den Diebstählen verzeichnete die Polizei einen Rückgang von
12,4 Prozent, wobei sich die Einbruchdiebstähle um 67 Fälle erhöhten.
Im Bereich der Sachbeschädigungen konnte im letzten Jahr der lang
anhaltende Aufwärtstrend gestoppt werden. Die Anzahl der
Sachbeschädigungen verringerte sich erstmals seit Jahren geringfügig.
Die Vermögens- und Fälschungsdelikte, die ganz wesentlich vom Betrug
geprägt sind, sind von 1.365 auf 2.186 Straftaten angestiegen. Sie
konnten zu 83,6% (79,9 %) aufgeklärt werden. Besonders deutliche
Anstiege sind beim Betrug zu verzeichnen. Diese Fälle sind von 1.057
auf 1.862 gestiegen. Hierbei ist erwähnenswert, dass eine Vielzahl
der Taten im Zusammenhang mit dem Internet und dem
Kreditkartenmissbrauch geschehen.

    Trends im Kreis Schleswig - Flensburg

    Im Kreis Schleswig-Flensburg stieg die Zahl der registrierten Straftaten um 1.047 auf  11.437 Taten. Die Aufklärungsquote im Kreisgebiet stieg um 3 Prozent auf nunmehr 56,2 Prozent. Die Zahl der registrierten Straftaten ist im letzten Jahr um 9,2 Prozent (1.047 Fälle) angestiegen. Nachdem die Fallzahlen im Kreisgebiet im Jahr zuvor rückläufig waren, bewegen sie sich im 10-Jahres-Trend betrachtet auf einem gleich bleibend niedrigen Niveau. Während die  Diebstahlsdelikte leicht um 81 Fälle zurückgingen und die Rohheitsdelikte nahezu gleich blieben, stiegen auch hier die   Vermögens- und Fälschungsdelikte um 17 % auf 1.805 Fälle an.

    Die Zahl der tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden ist erneut um 213 auf insgesamt 1.638 Tatverdächtige gestiegen. Besonders deutlich wird dies im Bereich der Körperverletzung auf öffentlichen Strassen, wo mehr als die Hälfte (53,4 %) der Tatverdächtigen aus dem Kreise der unter 21-jährigen stammten. Insgesamt gingen die  Rohheitsdelikte leicht zurück, wobei die Aufklärungsquote wie im Vorjahr um 2,3% auf jetzt 89,5% gesteigert werden konnte. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte ist zwar im vergangenen Jahr mit 2 Fällen nur gering zurückgegangen, aber erstmals wurde der stetige Anstieg in diesem Deliktsbereich gestoppt.

    Im Kreisgebiet kam es insgesamt zu 188 Einsätzen aufgrund häuslicher Gewalt. In vielen Fällen wurde eine Wegweisung ausgesprochen. In allen Fällen waren die Opfer weiblich und die Tatverdächtigen männlich. Auch im Kreisgebiet zeigt sich, dass die Netzwerke zwischen den einzelnen Kommunen, der Polizei und den Opferschutz-Institutionen hier zu guten Erfolgen führen.

    Bei den Eigentumsdelikten sind die Fallzahlen für einfache Diebstähle (minus 52 Fälle) und Diebstähle aus Kraftfahrzeugen (minus 73 Fälle) rückläufig, bei den Wohnungseinbrüchen dagegen ansteigend.

    Der Trend bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist auch im Kreisgebiet steigend. Bei den Betrugsdelikten erhöhte sich die Zahl der Fälle um 236. Auch im Kreisgebiet ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftskrise ein Faktor sein könnte, der zu dem Anstieg geführt hat.

    Im Kreisgebiet ist die Zahl der Sachbeschädigungen im Berichtszeitraum um 8,4 Prozent auf 1.698 (1.555) registrierte Taten gesunken. Die Aufklärungsquote liegt bei diesem Delikt mit 27 % deutlich  über dem Landesdurchschnitt  (23,9%).

    Die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz sind von 545 auf 1.115 Fälle stark angestiegen. Es zeigt sich, dass die mehrfache Schließung der Grenze und die Präsenzstreifen im grenznahen Bereich zu einer Erhöhung der Zahlen führen.

    Abschließend ist festzustellen, dass die Polizeidirektion Flensburg im vergangenen Jahr insgesamt 41.552 Einsätze (davon 51 Prozent im Kreisgebiet) bewältigte. Das entspricht einer Steigerung von 4.077 Einsätzen (plus 10,8 Prozent) gegenüber 2008.

    Hinweis für die Medien: Die zu dieser Meldung gehörende Pressemappe mit weiterführenden Informationen sowie weiteres Bildmaterial (Diagramme) finden Sie zum Abruf in der Pressemappe der PD Flensburg unter www.polizeipresse.de

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Flensburg
Öffentlichkeitsarbeit
Norderhofenden 1
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Marina Bräuer
Telefon: 0461-484 2120 o. 0151-167 12 669
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