Polizeidirektion Flensburg

POL-FL: Betreiber einträglicher Tauschbörse auf Föhr durchsucht - Mehr als 14.000 Euro Werbeeinnahmen über Tracker-Portalseite generiert -

    Flensburg (ots) - Wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen durchsuchte die Bezirkskriminalinspektion Flensburg am 25. März die Privaträume eines Mannes auf der Nordseeinsel Föhr. Drei Rechner, eine externe Festplatte, eine PS3-Konsole inklusive offenbar illegaler Spiele sowie 400 gebrannte DVDs mit aktuellen Kinofilmen stellten die Beamten bei dem Angestellten sicher. Die Datenträger enthielten Produktionen, wie die erst letzte Woche gestartete Komödie "Männersache", den Thriller "96 Stunden" sowie die Buchverfilmung "Tintenherz", die noch nicht legal auf DVD erschienen sind. Der 28-Jährige wird beschuldigt, gewerblich eine so genannte "BitTorrent-Tauschbörse" betrieben zu haben, deren Statistik binnen 18 Monaten 3,643 Millionen Zugriffe zählte. Mehr als 3.000 angemeldete Mitglieder konnten dort zuletzt unter etwa 2.400 illegal eingestellten Titeln der Film-, Software- und Musikbranche wählen. Dies entdeckte die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) bei Internetrecherchen im April 2008. Allein in den Kategorien "Games" für PC sowie sämtliche gängigen Konsolen und "Film" fanden nahezu 35.400 vollständige Downloads statt. Während dieser Vorgänge erhielten die Nutzer in regelmäßigen Abständen Werbebotschaften von 12 namhaften Wirtschaftunternehmen. Sogar nicht registrierten Nutzern wurde unmittelbar nach Seitenaufruf ein Werbebanner eingeblendet. Selbst nach vorsichtigen Schätzungen generierte der Tauschbörsenbetreiber damit Einnahmen von mindestens 14.500 Euro in eineinhalb Jahren. Zusätzlich gewährte er gegen Zahlung von beispielsweise 50 oder 100 Euro Downloadkontingente. Als Betreiber des Tracker und damit der zentralen Organisationseinheit dieses BitTorrent-Netzwerkes verwaltete der Mann außerdem die Zugänge der Nutzer und überwachte eisern die Einhaltung der von ihm aufgestellten Regeln. Downloader mussten danach für jedes heruntergeladene Gigabyte eines Films oder Games mindestens 700 Megabyte dieser Werke zum Upload bereithalten. Uploader zwang er, mindestens vier Raubkopien im Monat hochzuladen. Bei Missachtung dieser und weiterer Regeln drohte die Verbannung aus dem Netzwerk. Wegen dieser Steuerung des illegalen Datentauschs beschuldigt, stellte die GVU im April vergangenen Jahres Strafantrag gegen den damals noch unbekannten Betreiber.

    Die eingeschalteten Strafverfolgungsbehörden ermittelten anschließend die Identität des Tauschbörsenbetreibers. Die zuständige Staatsanwaltschaft Flensburg beantragte daraufhin vor kurzem den Beschluss zur Durchsuchung beim dortigen Amtsgericht, auf dessen Grundlage diese dann am vergangenen Mittwoch stattfand.

    In strafrechtlicher Hinsicht drohen dem Beschuldigten eine empfindliche Geldstrafe und die Vernichtung der von ihm erstellten DVDs. Des Weiteren muss er mit dem Verlust seiner beschlagnahmten Geräte rechnen. Das Gesetz sieht in solchen Fällen die Einziehung vor, da sie Tatmittel zur Begehung der Straftaten waren. Schwerer könnte aber noch der zivilrechtliche Aspekt wiegen: Bei der Menge und der Aktualität der rechtswidrig zur Verfügung gestellten und getauschten Filme sowie Spiele kann mit hohen Schadensersatzforderungen der geschädigten Rechteinhaber gerechnet werden.

    Diese Pressemeldung erfolgt in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Flensburg.

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