Polizeidirektion Oldenburg

POL-OLD: Weniger Verkehrstote +++ Weniger junge Fahrerinnen und Fahrer kommen ums Leben +++ Weniger Baumunfälle +++ Verkehrsunfälle und Unfallfluchten nehmen zu +++ Verkehrsunfallstatistik 2016

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Oldenburg (ots) - Laut Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Oldenburg kommen immer weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Jahr 2007 verunglückten noch 152 Menschen tödlich. Im vergangenen Jahr 2016 waren 93 Unfallopfer (2015: 101) zu beklagen, die bei schweren Verkehrsunfällen ihr Leben verloren haben.

"Jeder tödliche Verkehrsunfall verursacht unermessliches menschliches Leid für die Familie, Lebenspartner, Freunde und Bekannte. 59 Verkehrstote weniger als noch vor zehn Jahren ist deswegen eine sehr gute Entwicklung", sagte Polizeivizepräsident Bernd Deutschmann anlässlich der Veröffentlichung der diesjährigen Verkehrsunfallstatistik.

Obwohl die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um 4,93 Prozent gestiegen ist, von 41.736 im Jahr 2015 auf 43.794 im vergangenen Jahr (2007: 38.581) nehmen die tödlichen Folgen ab. Gleiches gilt auch für die Zahl der Schwerverletzten, die von 1.466 im Jahr 2015 auf 1.412 im vergangenen Jahr gesunken ist (2007: 1.553). Die Zahl der Leichtverletzten hat in der Folge zugenommen. Von 8.233 im Jahr 2015 auf 8.424 im vergangenen Jahr (2007: 7.996).

Auf den Bundesautobahnen und im innerstädtischen Verkehr kamen die wenigsten Menschen ums Leben. 66 von 93 und damit rund 71 Prozent aller Verkehrstoten verunglückten auf Landstraßen (Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften; ohne Bundesautobahnen).

Die moderne Fahrzeugtechnik verhindert immer häufiger, dass Menschen bei Unfällen ums Leben kommen. Das gilt gleichermaßen auch für die Technik und Ausbildung der Feuerwehr- und Rettungskräfte, die weit mehr für die Verunglückten leisten, als die Begriffe Retten und Bergen ausdrücken können. Bernd Deutschmann: "Das Entscheidendste ist und bleibt aber immer noch das Verhalten der Autofahrerinnen und -fahrer. Sie tragen für ihr Handeln die Verantwortung. Jeder kann selbst entscheidend dazu beitragen, indem er seine Geschwindigkeit vernünftig wählt und sich nicht durch andere Dinge wie die Benutzung von Smartphones während der Fahrt ablenken lässt."

Eine besonders positive Entwicklung zeichnet sich bei der Risikogruppe der tödlich verunglückten jungen Fahrerinnen und Fahrer (Alter 18-24) ab. Im Jahr 2015 kamen 14 junge Fahrerinnen und Fahrer ums Leben. Im vergangenen Jahr waren zwölf (2007: 33) Menschenleben zu beklagen. "Die statistischen Werte der Verkehrsunfallstatistik scheinen ein Indiz dafür zu sein, dass sich das begleitete Fahren ab 17 positiv auf die Unfallentwicklung auszuwirken scheint. Das können wir als Polizei natürlich nur begrüßen und unterstützen", sagte der Polizeivizepräsident.

Bei der Risikogruppe der Seniorinnen und Senioren (Alter ab 65) hat sich die Polizei mit ihrer Verkehrssicherheitsarbeit bereits seit langem darauf eingestellt, dass immer mehr ältere Menschen immer länger mobil bleiben. Entgegen der demographischen Entwicklung bleiben die Unfallzahlen in den letzten zehn Jahren auf gleichbleibendem, jedoch zu hohem Niveau. Im vergangenen Jahr kamen 33 Seniorinnen und Senioren ums Leben (2015: 25, 2007: 43). Mobilität bis ins hohe Alter als Teil von Lebensqualität ist grundsätzlich auch unproblematisch, solange einige Ratschläge beherzigt werden. Die Polizei appelliert daher an die Eigenverantwortung. Automobilclubs und andere Vereine und Institutionen bieten entsprechende Fahrsicherheitstrainings an. Die Landesverkehrswacht Niedersachsen e.V. bietet das Programm "Fit im Auto" mit dem Slogan "Ganz unter Gleichgesinnten. Ganz ohne Stress und Druck. Und garantiert ohne Angst, den Führerschein abgeben zu müssen!" an.

Hinsichtlich der Hauptunfallursachen kann festgestellt werden, dass überhöhte und nichtangepasste Geschwindigkeit nach wir vor eine Hauptunfallursache ist und die Unfallfolgen gravierend verschärft. Der Faktor Geschwindigkeit birgt das größte Gefahrenpotential. Deswegen ist es umso wichtiger, nicht zu schnell zu fahren und Zeitdruck zu vermeiden

Eine weitere sehr gute Entwicklung zeichnet sich im Bereich der sogenannten Baumunfälle ab. Hierbei handelt es sich um Unfälle auf Landstraßen, bei denen das Fahrzeug gegen einen neben der Straße stehenden Baum aufprallt. Solche Unfälle haben im Regelfall schwerste Folgen für die Fahrzeuginsassen. Vor zehn Jahren im Jahr 2007 ereigneten sich 780 Baumunfälle. Bei diesen Unfällen verloren 54 Menschen ihr Leben. Im vergangenen Jahr kam es zu 710 Baumunfällen, bei denen 19 Menschen tödlich verunglückten (2015: 766 Unfälle, 33 Verkehrstote).

"Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denjenigen bedanken, die im Verbund mit der Polizei dazu beitragen, unsere Straßen sicherer zu machen und die Unfallfolgen zu mindern. Unsere zahlreichen Netzwerkpartner sind enorm wichtig für eine erfolgreiche Präventionsarbeit im Straßenverkehr", sagte Polizeivizepräsident Deutschmann.

In Niedersachsen, aber auch in der Polizeidirektion Oldenburg ist die Zahl der Verkehrsunfallfluchten im vergangenen Jahr auf 9.190 gestiegen (2015:8.793, 2007: 7.295). Mit der gestern gestarteten Präventionskampagne "Unfallfluchten" will die Landesverkehrswacht in Zusammenarbeit mit der Polizei die gestiegene Zahl der Straftaten eindämmen. Mit Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Unfall wird mit dem Slogan "Bleiben Sie lieber fair - wählen Sie 110" darauf hingewiesen, dass man eine Straftat gemäß § 142 des Strafgesetzbuches begeht und man deswegen im Zweifelsfall besser den Notruf wählt und die Polizei informiert.

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Mathias Kutzner

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