Polizeipräsidium Oberhausen

POL-OB: 29.11.2014 Taschendiebe schlagen in Oberhausen zu - Auf Weihnachtsmärkten und in Geschäften

Oberhausen (ots) - Wie professionell Taschendiebe in der Vorweihnachtszeit arbeiten, zeigen die bisher angezeigten Diebstähle vom Samstag. Trotz Warnungen der Polizeien, wichtigen Tipps an Einkaufende und zusätzlichen Streifen an vielbesuchten Orten kommen sie zum Zug. Meist wird die Tat nicht bemerkt und es gibt keine Hinweise. Die Tricks sind bekannt und werden immer wieder beschrieben. Oft sind sie identisch.

12:30 Uhr Auf einem Oberhausener Weihnachtsmarkt ist einer 24jährigen das Portemonnaie aus der mitgeführten Handtasche entwendet worden. Gegen 13:15 Uhr wollte sie damit bezahlen und bemerkte sie den Diebstahl ihrer Geldbörse. Der Reißverschluss war unüblicherweise geöffnet. Auch hier gibt es keine Hinweise auf Täter.

13:15 Uhr Ein 35jähriger Mann wurde auf der Marktstraße von einem südosteuropäisch aussehendem Mann angesprochen. Der Verdächtige gab dem 35jährigen ein Blatt Papier mit dem Bild einesKindes und "begrapschte" ihn. Kurze Zeit später bemerkte der GES den Verlust seiner Geldbörse. Beschreibung: 20 bis 25 Jahre alt, circa 1,75m groß, normale Statur, kurze schwarze Haare, blaue Jeans, schwarze Jacke. Gestohlen wurden Bankkarten, Personaldokumente und Bargeld.

14:00 Uhr Unbekannte entwenden einem 23jährigen in einem Einkaufszentrum ein i-Phone. Er hatte nichts bemerkt. Das Handy trug er in der Tasche seines Kapuzenpullovers.

14:00 Uhr Einer 61jährige Frau ist in einem Markt in der Oberhausener Innenstadt eine Geldbörse entwendet worden. Sie sah sich mehrere Auslagen an und hatte die Geldbörse in ihrer geschlossenen Handtasche. Sie gab an: "Rechts und links neben mir befanden sich zu diesem Zeitpunkt zwei Frauen. Ich habe diesen Frauen in dem Augenblick keine weitere Beachtung geschenkt und habe mich weiter in dem Geschäft umgeschaut. Auf einmal stellte ich fest, dass der Reißverschluss meiner Handtasche ein Stück weit geöffnet war. Ich bemerkte beim Blick in die Tasche sofort, dass meine Geldbörse fehlt. Die beiden Frauen habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gesehen. Ich bin aber davon überzeugt, dass die beiden Frauen etwas mit dem Diebstahl zu tun haben." Beide Frauen sollen Anfang zwanzig gewesen sein. Gestohlen wurden Bankkarten, Personaldokumente und Bargeld.

14:15 Uhr Eine 24jährige Frau besuchte einen Oberhausener Weinachtsmarkt. Drei Personen traten an sie heran und hielten ihr ein Klemmbrett mit Stift entgegen. Die 24jährige hat sich abgewendet, merkte aber kurze Zeit später, dass ihre Geldbörse nicht mehr in ihrer Handtasche war. Beschreibung: ein Mann, circa 40 Jahre alt, circa 1,65 m groß, normale Statur, kurze schwarze Haare, dunkle Jacke. Die anderen Personen kann sie lediglich als jünger und etwas größer beschrieben. Gestohlen wurden Personaldokumente und Bargeld.

14:30 Uhr Vom Weihnachtsmarkt aus ging eine 29jährige in ein Geschäft der Innenstadt. Kurze Zeit später fiel ihr auf, dass die Geldbörse aus der Handtasche entwendet wurde. Die Tasche war geöffnet. Sie erinnerte sich, von südosteuropäisch ausehenden Personen angerempelt worden zu sein. Gestohlen wurden Bankkarten, Personaldokumente und Bargeld.

20:30 Uhr Eine Playstation und das Portemonnaie sind einem 34jährigen aus einer Umkleidekabine eines Bekleidungsgeschäftes entwendet worden. Er hatte alles zusammen in einer Plastiktüte verstaut. Bei der Kleidungsanprobe lies er die Tüte samt Inhalt für kurze Zeit aus den Augen. Auf einmal war die Tüte weg. Neben der Playstation wurden Bankkarten, Personaldokumente und Bargeld gestohlen.

20:40 Uhr Ein 33jähriger stellte in einem Oberhausener Einkaufszentrum den Diebstahl seiner Geldbörse fest. Er hatte noch in einem Bekleidungsgeschäft eine neue Jacke gekauft und direkt angezogen. Die Geldtasche steckte er in die linke Innentasche der Jacke und verschloss diese sogar mit dem Reißverschluss. Wenig später stellte er den Verlust fest. Bemerkt hatte auch er nichts. Gestohlen wurden Bankkarten, Personaldokumente und Bargeld.

Die Polizei Oberhausen wird in den nächsten Wochen im gesamten Stadtgebiet mit Streifen in Zivil oder Uniform unterwegs sein. Insbesondere überall, wo sich viele Menschen aufhalten. Taschendiebe sollen abgeschreckt und gefasst werden. Auch die ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberater sind dabei und unterstützen die Aktion. Sie sprechen die Menschen aktiv an und geben Tipps zur Verhinderung von Diebstählen. Aktuelle Tipps *Tragen Sie Wertsachen und Personaldokumente dicht am Körper. *Halten sie Taschen konsequent fest. *Noch einfacher: Lassen sie doch überflüssige Taschen, Dokumente und Bargeld einfach zuhause. *Zahlen Sie mit einer Bankkarte. *PIN-Nummerneingabe immer verdeckt durchführen, keine PIN-Nummern notieren. Taschendiebe sind in der Regel sehr "fleißig", geschickt und mobil. Sie "arbeiten" meist in Kleingruppen. Oft werden sogar Kinder dazu eingesetzt. Zur Zeit kommen einige Täter aus Südosteuropa. Helfen Sie Diebstähle zu verhindern! Beobachten Sie vermeintliche Taschendiebe, melden Sie diese unter 110. Weitere Informationen und Tipps zum Schutz gibt es bei der Polizei Oberhausen unter 826-4511 oder www.polizei.nrw.de/oberhausen. Interessierte Gewerbetreibende können A1, A3 oder A4 Plakate zum Thema "Vorsicht Taschendiebstahl" erhalten. Varianten des Taschendiebstahls Taschen- und Handgepäckdiebstähle werden sowohl durch Einzeltäter als auch von arbeitsteilig vorgehenden Täterteams begangen. Während der allein arbeitende Täter die einzelnen Arbeitsschritte eigenhändig durchführt, agieren Teams aufgabenorientiert. Ein Beispiel ist der "klassische" Taschendiebstahl in drei Einzelabläufen: 1. Die Ablenkung. Das Opfer wird durch einen Täter derart abgelenkt, dass es den eigentlichen Diebstahl nicht wahrnimmt. Ein häufig angewandtes Verfahren ist das "Blocken" des Opfers. Dabei wird dem Opfer durch einen Mittäter der Weg, der Einstieg, der Gang versperrt. Um am Blocker vorbeizukommen, achtet das Opfer nicht auf den Zieher. 2. Das Ziehen. So wird der eigentliche Diebstahl bezeichnet. Dem Opfer wird die Beute aus der Tasche gezogen. Meist sind die Täter so geschickt, dass selbst unmittelbar neben dem Opfer stehende Personen es nicht bemerken. 3. Das Abdecken. Der eigentliche Taschendieb ist beschäftigt, deshalb deckt ein dritter Täter (der Abdecker) die Tat zusätzlich für Umstehende ab. Tricks zum Abgewöhnen: *Antanzen-Trick: Ein Unbekannter spricht Opfer unter fadenscheinigen Gründen an. Er umschlingt dann meist mit seinem Bein ein Bein des Opfers und beginnt mit Tanzbewegungen. Während des unfreiwilligen Körperkontaktes entwendet er Wertgegenstände aus den Taschen der Opfer. *Künstlicher-Stau-Trick: Beim Einsteigen in Busse und Bahnen täuscht der Vordermann ein Stolpern vor, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche oder in den Rucksack. *Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche oder den Rucksack "griffbereit" anbietet. *Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen. *Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es den Stanort zu zeigen - an Straßen oder auf Bahnhöfen - an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche. *Geldwechsel-Trick: Zumeist ein Fremder bittet das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während der Täter beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus. *Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer "versehentlich" mit Kaffee ToGo, Ketchup oder Eis bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche. *Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht oder Auskunft gibt, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt. *Spenden-Trick: Fremde halten dem Opfer im Lokal oder auf der Straße ein Blatt Papier oder eine Zeitung vor und bitten um eine Spende. Dabei nutzt ein Täter die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche. *Taschenträger-Trick: "Hlfsbereite" Fremde tragen die Tasche des Opfers. Entweder werden aus der Tasche Wertgegenstände während des Transportes entwendet. Oder das Opfer wird von weiteren Mittätern "eingekeilt" und bestohlen. *Kleiderhaken-Trick: Der Täter hängt seine Jacke über ein Kleidungsstück des Opfers. Zum Beispiel beim Glattstreichen der Jacke wird der Tascheninhalt der darunter hängenden Jacke gestohlen.

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Axel Deitermann
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