Polizeipräsidium Oberhausen

POL-OB: Zahl der Straftaten in Oberhausen stark rückläufig - Niedrigster Stand seit 10 Jahren

Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier

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Oberhausen (ots) - Am Montag (10.03.) präsentierte Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier die Kriminalitätsentwicklung 2013 der Öffentlichkeit.

Die Entwicklung in Schlagzeilen:

   - In vielen Deliktsfeldern 10-Jahres Tiefstände
   - Gewaltdelikte gehen um fast 8 Prozent zurück
   - Intensivtäterkonzept erfolgreich
   - Immer weniger junge Menschen fallen durch Gewaltdelikte auf
   - Fälle von schwerem Diebstahl auf 10-Jahres Tiefstand
   - Geschäftseinbrüche um über 45 Prozent rückläufig
   - Zahl der Wohnungseinbrüche angestiegen
   - Positive Entwicklungen erkennbar
   - Immer mehr Wohnungseinbrecher scheitern
   - Mehr Hinweise aus der Bevölkerung - mehr Festnahmen
   - Konzept zur Bekämpfung des Taschendiebstahls hat sich bewährt
   - Fallzahlen gehen um über 6 Prozent zurück
   - Aufklärungsquote konnte deutlich verbessert werden
   - Cyber-Crime - Anstieg der Fallzahlen um über 30 Prozent
   - Wachsende Gefahr für die Gesellschaft
   - Workshops für Gewerbetreibende
   - Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stark angestiegen
   - Opferschutz und Opferhilfe sind feste Bestandteile polizeilicher
     Arbeit 

Die Zahl der registrierten Straftaten ist in Oberhausen gegenüber 2012 im letzten Jahr deutlich zurück gegangen. 18.633 Delikte bedeuten nicht nur einen Rückgang von 9,40%, sondern sind auch der tiefste Stand seit 10 Jahren. Mit über 23.000 Straftaten hatte es 2006 noch den höchsten Stand in diesem Zeitraum gegeben. Mit fast 45 Prozent haben die Diebstahlsdelikte den größten Anteil an den Gesamtstraftaten. Danach kommen die Vermögens- und Fälschungsdelikte (z.B. Betrug, Erschleichen von Leistungen) mit einem Anteil von über 18 Prozent.

Weit mehr als jede 2. Straftat konnte aufgeklärt werden, die Aufklärungsquote ging von 57,30% auf 55,40% zurück (-1,90%).

Wie bei den Gesamtstraftaten sind auch in vielen einzelnen Deliktsfeldern sehr positive Entwicklungen erkennbar. So ist der Straßenraub um über 23 Prozent (2012: 111; 2013: 85), der Diebstahl von Kraftwagen um fast 20 Prozent (2012: 84; 2013: 68) und der Diebstahl in/aus Kraftfahrzeugen um fast 9 Prozent (2012: 1.599; 2013: 1.461) zurück gegangen.

In allen Fällen bedeutet dies den niedrigsten Stand seit 10 Jahren.

Gewaltdelikte gehen um fast 8 Prozent zurück

Intensivtäterkonzept erfolgreich

Immer weniger junge Menschen fallen durch Gewaltdelikte auf

Eine positive Entwicklung ist auch bei den Gewaltdelikten erkennbar. Diese gingen deutlich um 7,60% von 629 (2012) auf 581 (2013) zurück. Knapp dreiviertel aller Gewaltdelikte konnten aufgeklärt werden (71,90%). Erfreulich ist zudem, dass immer weniger junge Menschen durch Gewaltdelikte auffallen. Während 2012 noch 233 Tatverdächtige bis 21 Jahren durch Gewaltdelikte aufgefallen sind, waren es 2013 nur 185 (-20,60%). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Fällen von schwerer oder gefährlicher Körperverletzung (Untergruppe der Gewaltdelikte). Der Anteil der unter 21-jährigen ging hier sogar um über 31 Prozent zurück. Die im Jahr 2013 in diesem Deliktsfeld erfassten 370 Straftaten (2012: 397) bedeuten zudem den niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Auch bei den registrierten Intensivtätern (unter 21 Jahren) gibt es seit mehreren Jahren eine erfreuliche Entwicklung, immer mehr junge Menschen konnten von einer drohenden kriminellen Karriere abgehalten werden. Die Zahl der festgestellten Intensivtäter ging von 34 im Jahr 2011 kontinuierlich zurück bis aktuell 17 Personen. Eine in Oberhausen umgesetzte Maßnahme gegen Intensivtäter ist die Aktion "Gelbe Karte".

Weitere Informationen zum Intensivtäterkonzept U21 und zur Aktion "Gelbe Karte" des Polizeipräsidiums Oberhausen finden sie im Teil III des Kriminalitätsberichtes 2013, der auf folgender Internetseite eingestellt ist: www.polizei.nrw.de/oberhausen

Fälle von schwerem Diebstahl auf 10-Jahres Tiefstand

Geschäftseinbrüche um über 45 Prozent rückläufig

Die Diebstähle (-3,30%), aber insbesondere auch die Fälle des schweren Diebstahls (-6,40%), sind im letzten Jahr zurück gegangen. Mit 3.915 angezeigten Delikten konnte bei dem schweren Diebstahl der niedrigste Stand seit 10 Jahren erreicht werden. 2004 hatte es mit 5.432 Anzeigen den höchsten Stand in diesem Zeitraum gegeben. Ebenfalls deutlich rückläufig sind die Geschäftseinbrüche, die um über 45 Prozent (2012: 135 - 2013: 73) zurück gingen. Im Jahre 2004 sind noch 277 Geschäftseinbrüche angezeigt worden.

Zahl der Wohnungseinbrüche angestiegen

Positive Entwicklungen erkennbar

Immer mehr Einbrecher scheitern

Mehr Hinweise aus der Bevölkerung - mehr Festnahmen

Die Wohnungseinbrüche sind entgegen der allgemeinen positiven Entwicklung um über 18 Prozent angestiegen (2012: 831; 2013: 982). Die Aufklärungsquote konnte hier leicht auf fast 22 Prozent erhöht werden.

"Auch wenn wir mit dem Anstieg der Wohnungseinbrüche natürlich nicht zufrieden sein können, so sind doch positive Entwicklungen deutlich erkennbar", betonte Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier.

Der Anstieg der Fallzahlen basiert in erster Linie auf der Entwicklung in den ersten Monaten im Jahr 2013.

"Auf Grund der Entwicklung Anfang letzten Jahres haben wir zum 01.04. ein neues, direktionsübergreifendes, Konzept zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität umgesetzt. Im September 2013 ist dieses Konzept noch einmal angepasst worden", so der Leiter der Direktion Kriminalität, Uwe Mainz, weiter.

So wurden verstärkt Zivilkräfte zielgerichtet im Stadtgebiet eingesetzt und die Verkehrskontrollen an aktuellen Erkenntnissen optimaler ausgerichtet.

Nach der Umsetzung des Konzeptes im April war kein Anstieg der Wohnungseinbrüche im Vergleich zu den Vorjahresmonaten mehr feststellbar, die Fallzahlen bewegten sich in etwa auf dem Vorjahresniveau. Zum Jahresende war sogar ein deutlicher Rückgang feststellbar.

"Auch wenn sich bei vorsichtiger Einschätzung dieser positive Trend Anfang 2014 weiter fortsetzt, einen Grund zur Entwarnung gibt es nicht", betonte die Präsidentin. "Deswegen wird die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität auch in diesem Jahr ein Schwerpunktthema der Polizei bleiben", so die Präsidentin weiter.

In mehr als 40 Prozent der Fälle blieb es beim Einbruchsversuch, das heißt, die Einbrecher scheiterten oder mussten aufgeben. Oft erschwerten zusätzliche Sicherungen an Wohnungen den Tätern die Tat oder aufmerksame Nachbarn riefen sofort die Polizei.

Die sofortige Alarmierung der Polizei hält die Einbrecher aber nicht nur von der Tat ab. "Erfreulich ist, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur vermehrt der Polizei verdächtige Beobachtungen melden. Diese haben auch zu mehr Festnahmen von Wohnungseinbrechern geführt", ergänzte Uwe Mainz.

Nachdem im Jahr 2012 drei Wohnungseinbrecher auf frischer Tat festgenommen werden konnten, führten 2013 Hinweise aus der Bevölkerung zu sieben Festnahmen. Daneben gab es noch weitere Festnahmen von Wohnungseinbrechern kurz nach der Tat durch im Stadtgebiet eingesetzte Zivilkräfte.

Weitere Hintergrundinformationen zur allgemeinen Entwicklung und den Maßnahmen der Polizei im Bereich der Wohnungseinbrüche finden sie im Teil III des Kriminalitätsberichtes 2013, der auf folgender Internetseite eingestellt ist: www.polizei.nrw.de/oberhausen

Konzept zur Bekämpfung des Taschendiebstahls hat sich bewährt

Fallzahlen gehen um über 6 Prozent zurück

Aufklärungsquote konnte deutlich verbessert werden

Bei dem zweiten Schwerpunktthema der Polizei, der Bekämpfung des Taschendiebstahls, sind sowohl bei den Fallzahlen wie auch bei der Aufklärungsquote positive Entwicklungen feststellbar. Die Delikte gingen hier deutlich um 6,50% von 631 (2012) auf 590 (2013) zurück. Die Aufklärungsquote konnte um über 5% auf 22,50% gesteigert werden. Wie auch bei der Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität hatte die Polizei zum 01.04. ein direktionsübergreifendes Konzept umgesetzt und die Maßnahmen an den erkannten Brennpunkten ausgerichtet.

Auch die Bekämpfung dieses Deliktsbereiches bleibt 2014 ein Schwerpunkt der Polizei.

Weitere Informationen zum Konzept zur Bekämpfung des Taschendiebstahls des Polizeipräsidiums Oberhausen finden sie im Teil III des Kriminalitätsberichtes 2013, der auf folgender Internetseite eingestellt ist: www.polizei.nrw.de/oberhausen

Cyber-Crime - Anstieg der Fallzahlen um über 30 Prozent

Wachsende Gefahr für die Gesellschaft

Workshops für Gewerbetreibende

Entgegen der insgesamt positiven Kriminalitätsentwicklung in vielen Deliktsfeldern ist im Bereich Cyber-Crime ein starker Anstieg feststellbar. Bereits 2012 waren dort landesweit Höchststände registriert worden. Die angezeigten Delikte stiegen von 144 im Jahr 2012 auf 192 im letzten Jahr (+33,30%). Etwa jede dritte Straftat konnte aufgeklärt werden (31,80%).

Unter dem Begriff Cyber-Crime werden etliche Delikte subsumiert, zum Beispiel Computerbetrug (Anstieg von 32 auf 36 Taten, +12,50%), Datenveränderung / Computersabotage (Anstieg von 15 auf 50 Fälle, +233,33%) oder auch das Ausspähen und Abfangen von Daten (Anstieg von 21 auf 30 Delikte, +42,86%).

"Cyber-Crime ist eine wachsende Gefahr für uns alle. Speziell für betroffene Firmen und Geschäftsleute bedeutet dies oft auch eine wirtschaftliche Beeinträchtigung. Deshalb haben wir auch in Zusammenarbeit mit dem Cyber-Crime Kompetenzzentrum im LKA Düsseldorf und mit Unterstützung der TZU in Oberhausen und dem Business Partner Club einen Workshop für Gewerbetreibende angeboten", betonte die Polizeipräsidentin Kerstin Wittmeier.

Fachleute des LKA NRW, Beamte des Fachkommissariates für IT-Sicherung der Polizei Oberhausen sowie weitere IT-Spezialisten informierten die Teilnehmer über die Gefahren aber auch über Präventionsmöglichkeiten.

Das Cyber-Crime-Kompetenzzentrum im LKA Düsseldorf hilft mit modernster Technik, Kriminelle aus der Anonymität des Internets zu bringen, die früher unentdeckt geblieben wären. Für Unternehmen und Behörden in NRW ist das Kompetenzzentrum zentrale Ansprechstelle.

Weitere Informationen zum Thema Cyber-Crime finden sie im Teil III des Kriminalitätsberichtes 2013, der auf folgender Internetseite eingestellt ist: www.polizei.nrw.de/oberhausen

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stark angestiegen

Opferschutz und Opferhilfe sind feste Bestandteile polizeilicher Arbeit

Im Jahr 2013 wurden 105 Sexualdelikte erfasst. Das sind 25 oder 31,25% mehr als im Vorjahr (80 Fälle). Annähernd 90 Prozent (87,62%) der Taten konnten aufgeklärt werden.

Die angezeigten Vergewaltigungen nahmen um 33,33% zu und stiegen von 15 (2012) auf 20 (2013). Die Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern stiegen ebenfalls deutlich um 30 Prozent an (2012: 30 Taten, 2013: 39 Taten).

"Hinter jeder statistischen Zahl steht ein persönliches Schicksal. Viele der Delikte ereignen sich im sozialen Umfeld und bedeuten für die Opfer, zumeist Frauen und Kinder, oft eine Traumatisierung mit lebenslanger Auswirkung. Opferschutz und Opferhilfe, nicht nur in Fällen sexueller Gewalt, sind deshalb feste Bestandteile der polizeilichen Arbeit. Sie beginnen bereits bei der Anzeigenerstattung und reichen bis zur Betreuung der Geschädigten durch speziell ausgebildete Opferschutzbeauftragte", sagte die Polizeipräsidentin.

Weitere Informationen zum Thema Opferschutz und Opferhilfe finden sie im Teil III des Kriminalitätsberichtes 2013, der auf folgender Internetseite eingestellt ist: www.polizei.nrw.de/oberhausen

Abschließendes Fazit der Polizeipräsidentin:

"Im letzten Jahr sind überwiegend positive Aspekte erkennbar. Beispielhaft möchte ich hier zwei Deliktsfelder anführen, die eine Vielzahl von Straftaten beinhalten und damit eine gewisse Aussagekraft haben.

Sowohl bei der Straßenkriminalität (-12,30%) wie auch bei den Gewaltdelikten (-7,60%) sind die erfassten Delikte stark rückläufig und befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Erfreulich ist zudem, dass immer weniger junge Menschen durch Gewaltdelikte aufgefallen sind.

Ein Bereich, der auch im Jahr 2014 in unserem besonderen Fokus steht, ist die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche. Positive Tendenzen, die auch ins Jahr 2014 hinein reichen, nehmen wir nicht als Beruhigung, sondern als Ansporn.

Ich freue mich besonders darüber, dass die Menschen in dieser Stadt die Arbeit der Polizei unterstützen. Vermehrte Hinweise auf verdächtige Beobachtungen und eine größere Bereitschaft, seine eigenen vier Wände zu sichern, sind ein Beweis dafür.

Auch wenn sich das Problem "Rockergruppen" nicht unbedingt in der polizeilichen Kriminalitätsstatistik maßgeblich widerspiegelt; die Bürgerinnen und Bürger in dieser Stadt können sicher sein, dass wir diese Gruppen weiterhin besonders im Auge behalten werden.

Wir dulden keinen rechtsfreien Raum. Deswegen werden wir auch weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen und normwidriges Verhalten konsequent verfolgen.

Oberhausen hat keinen Platz für Leute, die gesellschaftliche Grundwerte ignorieren."

Allgemeine Fragen zur Kriminalitätsentwicklung 2013 können unter der Telefonnummer 0208/826-2222 an die Pressestelle gerichtet werden.

Polizei Oberhausen auf www.facebook.com/PolizeiOberhausen

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Oberhausen
Tom Litges
Telefon: 0208 826 2225
E-Mail: tom.litges@polizei.nrw.de

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