Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1940) Schlüsseldienst sperrte Kundin aus-Polizei und Feuerwehr mussten helfen

      Nürnberg (ots) - Gestern Abend, 15.10.2001, gegen 20.45
Uhr, riefen Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Nürnberger
Stadtteil Rennweg die Polizei um Hilfe, da eine alte Frau vor
ihrer Wohnungstüre stand und offensichtlich nicht mehr in ihre
Wohnung konnte. Eine Streife der Polizeiinspektion Nürnberg-Ost
stellte bei ihrem Eintreffen fest, dass sich eine 75-jährige
Rentnerin aus der Wohnung ausgesperrt hatte. Deswegen hatte sie
über Nachbarn einen Schlüsseldienst rufen lassen. Der Inhaber
des Schlüsseldienstes, ein 38-Jähriger, bohrte den
Schließzylinder des Türschlosses heraus, setzte einen neuen ein
und stellte dafür 250 DM in Rechnung. Die Rentnerin hatte jedoch
nicht so viel Bargeld zu Hause. Darauf hin sperrte der
38-Jährige kurzer Hand die Wohnungstüre vor ihrer Nase ab und
entfernte sich mit der Bemerkung, dass sie die Wohnungsschlüssel
erst dann erhalte, wenn sie ihm die ausstehenden 250 DM bezahlt
hätte. Er ließ die Frau im Treppenhaus vor ihrer Wohnungstüre
stehen und verließ das Gebäude.

    Da die Rentnerin nun keine Möglichkeit hatte, wo anders zu schlafen, setzte sie sich in ihrer Hilflosigkeit auf die Treppe und wartete ab. Nachbarn, die die Frau vollkommen hilflos im Treppenhaus fanden, verständigten die Polizei.

    Der Schlüsseldienst wurde nun von den Polizeibeamten nochmals gerufen und kam auch tatsächlich vor Ort. Doch auch angesichts der Polizei weigerte sich der Mann entschieden, ohne Barzahlung die Schlüssel herauszugeben. Auch war er nicht bereit, seine Personalien anzugeben oder ein Ausweispapier vorzuzeigen. Er wurde darauf hin festgenommen und zur Feststellung seiner Identität zur Polizeiinspektion Nürnberg-Ost gebracht. Allerdings konnte auch bei der Durchsuchung nicht der Schlüssel für den von ihm eingesetzten Schließzylinder gefunden werden. So war es notwendig, durch die Berufsfeuerwehr Nürnberg den Schließzylinder herauszubohren und einen neuen einsetzen zu lassen, damit die Frau die Nacht wieder in ihrer eigenen Wohnung verbringen konnte.

    Gegen den 38-jährigen Inhaber der Schlüsseldienstfirma, der kein Unrechtsbewusstsein zeigte, wird nun wegen Nötigung ermittelt. Die Kosten für den Einsatz der Feuerwehr werden ihm in Rechnung gestellt.

In diesem Zusammenhang einige Tipps der Polizei:

    -Sollten Sie in eine derartige Notfalllage kommen, liegt eine Liste über seriöse Schlüsselnotdienste bei allen Polizeidienststellen in Nürnberg auf. Notfalls können diese Notdienste auch über die Polizeieinsatzzentrale erfragt werden.

    -Wenn kein dringender Notfall vorliegt, sollten vor Auftragserteilung zwei oder drei Angebote eingeholt werden. Möglichst einen Festpreis vereinbaren und zuerst überlegen, ob es nicht günstigere (billigere) Möglichkeiten gibt, in das Objekt zu gelangen.

    -Versucht der Schlüsseldienst die nur zugezogene, das heißt nicht versperrte Tür (über 80% aller Fälle), mit Gewalt zu öffnen, nehmen Sie die Dienstleistung nicht an. Ein Fachmann kennt in diesem Fall //sanftere// und vor allem billigere Türöffnungsmöglichkeiten.     Ein Merkblatt unter dem Titel: //Ausgesperrt - was nun?// ist bei der Kriminalberatungsstelle der Nürnberger Kriminalpolizei zu erhalten.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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