Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (1009) Mord an chinesischem Asylbewerber - hier: Fahndungsaufruf mit Bildveröffentlichung

      Nürnberg (ots) - Wie bereits berichtet, fand am 23.05.2001
ein Bahnarbeiter am Hauptbahnhof Prag/Tschechien in einer
Reisetasche den zerstückelten Torso des 29-jährigen chinesischen
Staatsangehörigen Hui Cha. Der Kopf des Getöteten fehlt. Das
offensichtlich herrenlose Gepäckstück, eine so genannte
Rollenreisetasche der Firma Samsonite, befand sich in einem
Zugabteil des D-Zuges 353 Nürnberg-Prag, der in Nürnberg
(Abfahrt 02.42 Uhr auf Gleis 13) aus Kurswagen der Strecken
Frankfurt-Prag, Stuttgart-Prag, und München-Prag
zusammengestellt worden war.

    Die Mordkommission und die Dienststelle für Organisierte Kriminalität bei der Nürnberger Kriminalpolizei hat in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen OK-Dienststellen in Bayern und den tschechischen Polizeibehörden in Prag den Ermittlungsauftrag übernommen.

    Zur Person des Getöteten konnte bislang folgendes ermittelt werden:     Hui Cha hielt sich in den Jahren 1995 bis 1997 als Asylbewerber im Raum Oberfranken auf. Nachdem sein Asylverfahren von der Ausländerbehörde des Landratsamtes in Wunsiedel abgelehnt worden ist, tauchte er in die Illegalität ab. Von 1998 bis Anfang 2001 wird sein Aufenthalt im Raum Unterfranken in den Bereichen Würzburg, Aschaffenburg bis hin zur Frankfurter Szene in Hessen vermutet. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist Cha bislang nur ausländerrechtlich in Erscheinung getreten.

    Der Bezug des Getöteten in den Großraum Nürnberg ergibt sich insbesondere aus der Vermutung, dass er sich hier eventuell gefälschte Ausweispapiere beschaffen wollte. Er wurde zuletzt von Angehörigen am 21.05.2001 im Raum Aschaffenburg lebend gesehen. Nach seiner eigenen Aussage hatte er die Absicht, mit dem Zug nach Nürnberg zu fahren. Dabei führte er vermutlich einen größeren Geldbetrag mit sich. Seitdem verliert sich bis zur Auffindung seines Torsos seine Spur.

    Die Ermittler haben zurzeit noch keine Erklärung für ein mögliches Motiv dieses Gewaltverbrechens. Fest steht lediglich, dass Hui Cha auch Kontakte zur Glücksspielszene unterhielt. Auf Grund der gerichtsmedizinischen Untersuchung können auch Kontakte zur homosexuellen Szene vermutet werden. Für seinen Lebensunterhalt war er auch immer wieder als Küchenhelfer in verschiedenen noch nicht bekannten chinesischen Restaurants tätig.

    Zur Aufklärung des Verbrechens hat die Nürnberger Kriminalpolizei deshalb folgende Fragen:

    Ø Wer kennt Hui Cha (siehe Bildveröffentlichung) und kann Angaben über ihn, seinen Reiseweg und eventuelle Begleiter machen? Der Getötete war ca. 170 cm groß, sehr schlank und hatte schwarze kurze Haare. Bekleidung: weiße Jeans, weißes Hemd, silbergraues Sakko. Er trug eine grüne Gürteltasche. Bei seiner Auffindung war Cha nur mit einem weißen T-Shirt und Socken bekleidet.

Ø Wer hat Hui Cha zwischen dem 21. und dem 23.05.2001 gesehen?

    Ø Wer kann Angaben zu der Rollenreisetasche der Firma Samsonite, Farbe grau-blau, Größe ca. 80 x 40 x 30 cm, mit zwei Tragegriffen und Schultergurt (siehe Bildveröffentlichung) machen?

    Ø Wem ist eine Person mit einem schweren Gepäckstück, wie beschrieben, in den Bahnhofsbereichen der aufgeführten Bahnstrecken aufgefallen?

    Hinweise bitte an den Kriminaldauerdienst in Nürnberg unter der Telefonnummer (0911) 211-3333 oder an jede andere Polizeidienststelle. Sachdienliche Hinweise werden auf Wunsch streng vertraulich behandelt.

    Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist zwischenzeitlich durch das Bayerische Landeskriminalamt eine Belohnung in Höhe von 5.000 DM ausgesetzt. Die Belohnung wird nur unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt und verteilt und ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.

ots-Originaltext: Pressestelle Polizeipräsidium Mittelfranken

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Fax:        0911-211-2010

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