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19.11.2008 – 15:34

Polizeipräsidium Mittelfranken

POL-MFR: (2129) Gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Bielefeld, des Polizeipräsidium Nürnberg und der Landespolizeidirektion Saarland

Saarbrücken/Bielefeld/Nürnberg (ots)

Angeblicher
"Hochwaldmörder" enttarnt
34-jähriger Mann aus Weiskirchen als Briefeschreiber ermittelt
Nach umfangreichen, intensiven Ermittlungen und einer in den 
letzten sieben Monaten groß angelegten Öffentlichkeitsfahndung gelang
es den Ermittlern von Saarlouis, Bielefeld und Nürnberg in enger 
Zusammenarbeit gestern (18.11.2008), den anonymen Briefeschreiber von
Weiskirchen zu ermitteln.
Den entscheidenden Hinweis gab ein Postbote, der die in den Medien
veröffentlichte Schrift im Adressfeld einer von ihm zugestellten 
Postkarte erkannte.
Bei dem Autor von insgesamt sieben Briefen, die er seit dem Jahr 
2005 an verschiedene Polizeidienststellen im Bundesgebiet versandte, 
handelt es sich um einen 34-Jährigen aus Weiskirchen.
In den von ihm verfassten Briefen bezichtigte er sich selbst der 
Morde an Lydia Schürmann (1962), Heiderose Berchner (1970) sowie 
weiterer elf Morde im Zeitraum von 1961 bis 1992. Gutachter kamen bei
der Auswertung der Briefe zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem 
Verfasser durchaus um den Täter der beschriebenen Morde handeln 
könnte. Dies hatte zur Folge, dass bei den Polizeien in 
Nordrhein-Westfalen, Bayern und dem Saarland Ermittlungskommissionen 
mit zeitweise bis zu 30 Beamten eingerichtet wurden. Schlussendlich 
konzentrierten sich die Ermittlungen auf den Bereich "Hochwald", 
insbesondere Weiskirchen im Saarland.
Es folgten öffentlichkeitswirksame Pressekonferenzen und 
Fahndungsmaßnahmen, in denen der Mann als unauffälliger 65-jähriger 
Rentner bezeichnet wurde. Insbesondere wurde seine Schrift in den 
Medien und öffentlich ausgehängten Plakaten präsentiert. Da es bis 
dahin galt, möglicher Weise mehrere Tötungsdelikte aufklären zu 
können, wurde neben vielen anderen Maßnahmen letztlich sogar über das
Amtsgericht Detmold ein Reihen-DNA-Beschluss für über 5000 Männer 
erwirkt, mit dessen Umsetzung vor zwei Wochen in Weiskirchen begonnen
wurde.
Der Hinweis eines Postboten, der die Schrift des Briefeschreibers 
auf einer von ihm in Weiskirchen zugestellten Postkarte zu erkennen 
glaubte, führte zur Sicherstellung der Karte. Ein 
Schriftsachverständiger des LKA Saarland bestätigte die 
Übereinstimmung der Schrift mit der der Bekennerbriefe.
Im Rahmen einer Durchsuchung der Wohnung des Verfassers fand die 
Polizei ein umfangreiches Medienarchiv, u.a. Aufzeichnungen von 
XY-Sendungen bis zurück in die 60er Jahre, aus denen er 
offensichtlich sein Detailwissen über die von ihm geschilderten Taten
erlangte.
Der Aufenthalt des Mannes konnte gestern lokalisiert werden. Er 
befindet sich seit Anfang November freiwillig stationär in einer 
psychiatrischen Klinik außerhalb des Saarlandes.
In der Zwischenzeit wurde der psychisch kranke 34-Jährige 
vernommen. Er räumt in vollem Umfang ein, sämtliche Briefe 
geschrieben zu haben. Sein Motiv könnte nach Ansicht der behandelnden
Ärzte in dem Wunsch nach Aufmerksamkeit liegen. Als Täter der 
vorgenannten nicht geklärten Tötungsdelikte bzw. Vermisstenfälle 
scheidet der Mann aus.
Gegen ihn wird wegen der Bedrohung zum Nachteil des Sängers DJ 
Ötzi, wegen versuchter Strafvereitelung sowie dem Vortäuschen einer 
Straftat ermittelt.
Aufgrund des Ermittlungserfolges der Polizei kann auf die weiteren
Entnahmen von mehreren Tausend DNA-Proben verzichtet werden.
In wie weit dem Beschuldigten die Kosten des Verfahrens auferlegt 
werden, obliegt der Entscheidung der Staatsanwaltschaft.
Die Ermittlungen zu den vor beschriebenen Tötungsdelikten bzw. 
Vermisstenfällen dauern an.
Presseauskünfte erteilt ausschließlich die Landespolizeidirektion 
Saarland, Pressestelle, Tel. (0681) 962-2090 / - 2091 / -2092 / 
-2093.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mittelfranken
Pressestelle
Tel: 0911/2112-1030
Fax: 0911/2112-1025
http://www.polizei.bayern.de/mittelfranken/

Original-Content von: Polizeipräsidium Mittelfranken, übermittelt durch news aktuell

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