Polizeiinspektion Stade

POL-STD: Kriminalitätslage 2017 im Landkreis Stade - Polizeiliche Kriminalstatistik Niedersachsen (PKS) 2017 für den Bereich der Polizeiinspektion Stade vorgestellt

Pressegespräch in der PI Stade
Pressegespräch in der PI Stade

Stade (ots) - "Die erfolgreiche Arbeit der Polizei im Landkreis Stade der letzten Jahre hat sich auch im abgelaufenen Jahr fortgesetzt" so der Leiter der Polizeiinspektion Stade, Polizeidirektor Torsten Oestmann bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2017 für den Landkreis Stade.

Anzahl der Straftaten leicht gestiegen Die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten in der Polizeiinspektion Stade ist laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im vergangenen Jahr entgegen dem Landestrend um 588 Taten leicht gestiegen. Insgesamt sind 11.529 Delikte zu verzeichnen, daraus ergibt sich ein Anstieg der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 5,37 %.

Rückgänge:

Einfacher Diebstahl ging um 206 auf 2.068 Fälle zurück. Diese Entwicklung ist auch auf die gesunkene Anzahl von angezeigten Ladendiebstählen zurückzuführen. Die Einbrüche in Kraftfahrzeuge sanken um 128 auf 222 Fälle. Der Taschendiebstahl reduzierte sich um 25 auf 160 Fälle. Um 18 Fälle ging der Diebstahl von Kraftfahrzeugen zurück.

Zunahmen:

Die "Straftaten gegen das Leben" stiegen um 5 Taten auf 13 Fälle. In diesen Bereich fallen drei Tötungsdelikte aus dem Jahr 2016, welche 2017 ausermittelt an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurde, wie auch ein Tötungsdelikt aus dem April 2017 in Stade. Die weiteren hier gezählten Fälle umfassen z.B. den Versuch, einen Polizeibeamten während einer Fahrzeugkontrolle zu überfahren wie auch eine Auseinandersetzung, bei der ein Messer zu Verletzungen führte. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei 92,31 %. 6 Mehrtaten gegenüber dem Vorjahr sind wegen des Besitzes oder sich Verschaffen von Kinderpornografie zu verzeichnen. Die insgesamt 14 Taten wurden aufgeklärt, es handelt sich dabei um Einzeltäter, die in keinem Bezug zueinander stehen. Auch bei den Körperverletzungsdelikten ist ein Anstieg um 90 Taten auf 1.239 zu verzeichnen. Obwohl die Diebstahlsdelikte allgemein gesunken sind, stiegen die Wohnungseinbruchdiebstähle um 44 auf 438 Taten. Hier sind weiterhin überörtlich agierende Banden tätig geworden, die in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein auffällig wurden. Die Aufklärungsquote konnte um 5,62 Prozentpunkte auf 26,94 % gesteigert werden. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist mit 827 der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. In 2016 war der niedrigste Stand mit 752 Taten zu verzeichnen. Der Zuwachs der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 211 Fälle begründet sich überwiegend im Anstieg beim Waren- und Warenkreditbetrug sowie dem Computerbetrug mittels rechtswidrig erlangter Zahlungskarten. Im Bereich der Internetkriminalität (Cybercrime) ist ein Zuwachs von 643 Fällen auf 782 Fälle zu verzeichnen.

Aufklärungsquote angestiegen

Aufgeklärt wurden im Berichtsjahr 7.126 Fälle (+ 552 Fälle, + 7,9 %), was einer Aufklärungsquote von 61,8 % entspricht (2016: 60,36 %).

Häufigkeitszahl im Landkreis Stade

Die Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten auf 100.000 Einwohner, ist mit 5.718 zu verzeichnen. Die Häufigkeitszahl im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg liegt im Berichtszeitraum bei 6.151 und im gesamten Bundesland Niedersachsen wurden 6.621 Straftaten je 100.000 Einwohner registriert. Der Landkreis Stade liegt demnach im Vergleich mit anderen Landkreisen und auch im Vergleich mit dem Landesschnitt in einem sehr guten Bereich.

Mehr Tatverdächtige ermittelt

Insgesamt konnten im Berichtsjahr 5.005 Tatverdächtige ermittelt werden. Durch intensive Ermittlungstätigkeiten konnten deshalb im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 229 Tatverdächtige mehr an die Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Tatverdächtige nach Altersgruppen

Kinder (bis zu 13 Jahre alt) wurden 2017 in 3,2 % der Fälle als Tatverdächtige ermittelt, in 10,2 % der Fälle waren dies Jugendliche (14 -17 Jahre). Heranwachsende (18 - 20 Jahre) waren mit einem Anteil von 11,1 % vertreten, 21 und älter waren 75,5 % der Tatverdächtigen. Der überwiegende Anteil der Tatverdächtigen war mit 76,5 % männlich.

Diese Verteilung entspricht ungefähr dem Ergebnis aus dem Jahr 2016 (2,6 % Kinder; 9,6 % Jugendliche, 11,5 % Heranwachsende, 76,3 % Erwachsene, 76,4 % männlich).

Tatverdächtige nach Nationalität

73,6 % der 5.005 ermittelten Tatverdächtigen im Berichtsjahr sind deutscher Nationalität. Die Verteilung stellt sich somit ähnlich wie in 2016 dar: 74,1 % deutsche Tatverdächtige, 25,9 % nichtdeutsche. 82 Tatverdächtige mit unerlaubtem Aufenthalt in Deutschland stellen in 2017 mit 1,64 % einen geringen Anteil an allen Tatverdächtigen dar (2016: 1,1 %).

Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte

2017 wurden 70 Fälle bekannt, in denen Polizeibeamte Opfer von Gewalt oder Gewaltandrohung wurden (2016: 75 Fälle). Insgesamt waren hierbei 142 Polizeibeamte (2016: 136) diesen Taten ausgesetzt. In der Mehrheit geschah die Gewalteinwirkung durch Schlagen und/oder Treten, in 13 Fällen wurden auch gefährliche Gegenstände wie z.B. Messer oder Schlagwerkzeuge genutzt.

Diebstahl, Einbruch und Eigentum

Die Anzahl der Diebstahlsdelikte ist im Berichtsjahr auf insgesamt 4.167 Taten gesunken, wobei die Aufklärungsquote bei 32,6 % lag (2016: 33,2 %). Der Rückgang der Taten resultiert u. a. aus der geringeren Anzahl von Einbrüchen in Kraftfahrzeuge von 222 im Berichtsjahr (350 im Jahr 2016). Die Anzahl der entwendeten Kraftfahrzeuge sank auf 46. Auch die Taschendiebstähle und Ladendiebstähle sind rückläufig. Nachdem von 2015 zu 2016 deutlich weniger Wohnungseinbruchsdiebstähle (von 566 auf 394) bearbeitet wurden, stieg die Anzahl der bearbeiten Taten in 2017 wieder leicht an auf 438 an (+ 44 Taten). werden. Tatsächlich ist die Zahl der angezeigten Wohnungseinbrüche im Landkreis aber seit Ende 2015 um 112 Taten zurückgegangen. Die Aufklärungsquote konnte von 21,32 % auf 26,94 % gesteigert. Dieses wurde möglich durch Hinweise aus der Bevölkerung, aber auch durch weitere präventive polizeiliche Maßnahmen, z. B. die intensive Bestreifung der Wohngebiete.

Besonders hervorzuheben ist die Ermittlung von acht verschiedenen Einbrecherbanden, bestehend aus drei bis fünf Personen, denen diverse Tageswohnungseinbrüche nachgewiesen werden konnten. Es handelt sich dabei sowohl um deutsche, als auch um serbische, albanische, algerische und chilenische Täter. Weiterhin wurden zehn Beschuldigte ermittelt, die jeweils zu zweit auftraten. Auch hier sind die o.g. Nationalitäten vertreten.

Insgesamt ist festzustellen, dass die meisten Taten im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Buxtehude begangen wurden. Vier jugendliche deutsche Beschuldigte aus Buxtehude konnten als Tatverdächtige für ca. 15 Taten ermittelt werden. Auch eine Brandlegung nach ausgeführtem Wohnungseinbruchsdiebstahl wird ihnen zur Last gelegt. Außerdem konnte nach einem Tageswohnungseinbruch eine albanische Tätergruppe festgenommen werden, der anschließend fünf weitere Taten nachgewiesen wurde.

Kriminalität im Kontext der Flüchtlingsbewegung

In 2017 wurden 508 Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt, was einer Zunahme in Höhe von 62 im Vergleich zum Vorjahr (446) entspricht.

Die durch Flüchtlinge begangene Anzahl von Straftaten ist gegenüber dem Vorjahr um 24 Fälle auf 685 Fälle gestiegen. Dies entspricht einem Anteil von 9,6 % aller aufgeklärten Straftaten (2016: 10%). Die am häufigsten durch Flüchtlinge begangenen Straftaten waren Körperverletzungen, Diebstahlsdelikte (überwiegend Ladendiebstähle) und Betrügereien (Schwarzfahren, Sozialleistungsbetrug). 76 Straftaten resultieren aus Verstößen gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen, die nur durch Flüchtlinge begangen werden können.

Jugendkriminalität

Die Anzahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen hat sich im Berichtszeitraum von 582 auf 671 Personen erhöht - sie stellen einen Anteil von 13,4 % aller Tatverdächtigen dar. In 2016 waren dies 12,2 %.

859 Straftaten (7,5 % aller Straftaten) sind der Jugendkriminalität zuzuordnen - der Anteil an der Gesamtkriminalität entspricht in etwa dem Ergebnis des Vorjahres (7,1 %).

Hierbei haben sich speziell die Fallzahlen im Bereich der Raub-und Körperverletzungsdelikte von 163 auf 198 Taten (+ 21,5 %) erhöht.

Verantwortlich für die gestiegenen Zahlen in diesen Deliktsbereichen waren vor allem sogenannte "minderjährige Intensivtäter", welche durch eine Vielzahl von Taten auffallen.

Im Jahr 2017 befanden sich im Bereich der Polizei Stade sechs junge Leute in einer entsprechenden Einstufung. Fünf von ihnen wurden mittlerweile zu Freiheitsstrafen von 18 Monaten bis zu 5 Jahren verurteilt, nur eine davon wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der sechste Intensivtäter befindet sich derzeit im Ausland - ein Haftbefehl wurde erlassen.

Die Anzahl der Fälle, die durch minderjährige Flüchtlinge begangen wurde, ist im Landkreis Stade von 77 Taten in 2016 auf 104 Straftaten in 2017 angestiegen. Das entspricht einem Anteil von 12,1 % der Gesamtkriminalität im Jugendbereich. Die gestiegenen Zahlen resultieren überwiegend aus dem Anstieg an Körperverletzungen, auch Sachbeschädigungen wurden vermehrt festgestellt.

Fazit von Polizeipräsident Robert Kruse zur polizeilichen Kriminalstatistik 2017 für die Polizeidirektion Lüneburg: "Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg leben in einer sicheren Region. Die hohe Aufklärungsquote ist das Resultat einer andauernden Beharrlichkeit bei der Aufklärung von Straftaten bei gleichzeitiger Wahrung der notwendigen Flexibilität, mit der sich die Polizei immer wieder auf neue Kriminalitätsformen einstellt."

Fotos in der digitalen Pressemappe der Polizeinspektion Stade.

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