Polizeiinspektion Stade

POL-STD: Informationsnachmittag zur Durchführung von Großveranstaltungen

Polizeikommssar Bernd Sabrandte vom Jugendfachkommissariat der Polizeinspektion Stade

Stade (ots) - Am gestrigen Mittwochnachmittag fand im großen Sitzungssaal des Landkreises Stade ein Informationsnachmittag zur Durchführung von Großveranstaltungen statt.

Dazu hatte das Amt für Jugend und Familie in Zusammenarbeit mit dem 6.Fachkommissariat der Polizeiinspektion Stade, 56 Veranstalter von Großveranstaltungen, Vertreter der DEHOGA, Sicherheitsdienste und dem DRK-Kreisverband die mit der Organisation und Durchführung von großen und kleinen Veranstaltungen im Landkreis befasst sind, eingeladen.

Ziel der Informationsveranstaltung war es, die Teilnehmer auf die rechtlichen Vorgaben des Jugendschutzes hinzuweisen und bei Ihnen die Sensibilität für die Einhaltung der Vorschriften zu erhöhen um die Sicherheit der jungen Leute zu verbessern.

In den zurückliegenden Jahren wurden mehrere Großveranstaltungen im Landkreis Stade und der Hansestadt Stade überprüft. Bei den Kontrollen wurden zum Teil Mängel bei der Organisation und Durchführung festgestellt. Daher bot das Amt für Jugend und Familie und die Polizeiinspektion Stade für die verantwortlichen Ausrichter von Großveranstaltungen einen Informationsnachmittag an.

Vorrangig ging es um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, aber auch um die Ausgestaltung (Rettungsdienst/Verkehrsführung/Ausleuchtung usw.) einer Großveranstaltung. Der Informationsnachmittag wurde in die Themengebiete Veranstaltungsplanung, Durchführung und Nachbereitung gegliedert.

Erste Diskussionen entstanden bei dem Punkt Erziehungsbevollmächtigung. Es wurde deutlich, dass hierzu noch Unklarheiten bestehen.

Die Erziehungsbevollmächtigung wird durch die Eltern eines Jugendlichen ausgefüllt. Mit dieser beauftragen sie geeignete volljährige Person ihre elterlichen Aufgaben und Pflichten auf einer Veranstaltung zu übernehmen. Der Beauftragte übernimmt durch seine Unterschrift diese Aufgaben und Verpflichtungen.

Jugendliche über 16 Jahre sind oftmals nicht in Begleitung eines oben beschriebenen Erziehungsbevollmächtigten, Teilnehmer einer Veranstaltung. Daher dürfen sie im Sinne des Jugendschutzgesetzes nicht länger als bis 24:00 Uhr an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Oftmals werden die Erziehungsbevollmächtigungen (Muttischeine) durch die Jugendlichen vor Ort selbst ausgefüllt. Als Erziehungsbevollmächtigter wird eine volljährige Person nach dem Zufallsprinzip angesprochen und in die Bevollmächtigung eingesetzt, welcher nicht durch die Eltern bestimmt und beauftragt wurde. Der Erziehungsbevollmächtigte ist sich seiner Pflichten und seiner Verantwortung bezüglich des Alkoholgenusses, des Rauchens und des Verhaltens oft nicht bewusst.

Die Erziehungsbevollmächtigung ist eine Urkunde, wenn sie im Rechtsverkehr (Einlass in die Diskothek) eingesetzt wird. Wird diese manipuliert, bewusst falsch ausgefüllt oder verfälscht, mit Personalien oder Unterschriften versehen, so hat der Jugendliche eine Urkundenfälschung begangen. Der so eingetragene Bevollmächtigte ist ggfs. Mittäter.

Der Veranstalter ist durch die Erziehungsbevollmächtigung nicht von der Pflicht der Überprüfung des rechtmäßigen Aufenthalts des Jugendlichen entbunden, sowie

Es wurde weiter herausgearbeitet, dass der Veranstalter die Verantwortung über die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorschriften hat.

Aufgrund der Nachfragen und Anregungen seitens der Veranstalter und der anschließenden Diskussionen wurde das große Interesse an diesem Themengebiet deutlich.

Das Jugendamt und die Polizei boten den Veranstaltern Hilfe bei der Vorbereitung ihrer geplanten Events an, betonten jedoch, dass in Erster Linie die Organisatoren und Anmelder für die Einhaltung der Vorschriften und eine verantwortungsvolle Planung zuständig sind. Ziel muss es sein, den Jugendschutz zu verbessern und zu verhindern, dass sich betrunkene Jugendliche entgegen den geltenden Vorschriften auf den Veranstaltungen ohne erforderliche Begleitung aufhalten und dadurch gefährdet oder sogar verletzt werden.

Jugendamt und Polizei wollen im Dialog mit den Veranstaltern im Vorwege bereits zur Verbesserung der Situation beitragen bevor es bei den kommenden Kontrollen zu Ahndungen von Ordnungswidrigkeiten kommen muss.

Ansprechpartner im Amt für Jugend und Familie sind Frau Nordengrün sowie Herr Laarmann und bei der Polizeiinspektion Stade, Herr Sabrantke.

Weitere Informationen auch unter: www.jugendschutz.de im Internet.

Rückfragen bitte an:

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Telefon: 04141/102-104
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