Polizeidirektion Lüneburg

POL-LG: ++ Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat"; Polizeidirektion Lüneburg zieht positive Bilanz ++

Dr. Dirk Götting mit interessierten Teilnehmern einer Führung durch die Ausstellung

Lüneburg (ots) - Die Polizeidirektion Lüneburg zieht durchweg eine positive Bilanz nach Abschluss der Ausstellung "Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" im Behördenzentrum Auf der Hude. Nach der Ausstellungseröffnung durch den Polizeipräsidenten Friedrich Niehörster und den Kurator der Ausstellung und Polizeihistoriker Dr. Dirk Götting besuchten knapp 700 Gäste die Ausstellung.

Die Ausstellung dient zur polizeiinternen und öffentlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Rolle der Polizei zur Zeit des Nationalsozialismuses dienen. Zudem ist es wichtig einen Bezug zur heutigen Zeit (z. B. Demokratieverständnis, aktueller Rechtsextremismus, Zivilcourage) herzustellen.

Zielgruppe waren Beschäftigte der Polizei und die allgemeine Öffentlichkeit. Schulklassen erhielten zudem eine altersgerechte Einführung in die Thematik in Form eines interaktiven Konzeptes. Führungen wurden von einem Team aus Polizistinnen und Polizisten der Polizeidirektion Lüneburg und der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen durchgeführt. Jeder Einzelne konnte die Führungen durch seine eigenen Erfahrungen aufgrund des unterschiedlichen Lebensalters bereichern. So berichtete zum Beispiel der pensionierte Kriminalhauptkommissar, Harald Ullrich, von seinen Erfahrungen bei der stark militärisch geprägten Ausbildung 1962 bei der Polizei. Die Ausbildung war seiner Meinung nach menschenunwürdig und er hegte ernsthafte Überlegungen den Dienst zu quittieren. Der Kontaktbeamte Polizeikommissar Martin Schwanitz trat 2001 in den Polizeidienst. Er war überrascht über die nicht vorhandenen militärischen Züge während seiner Ausbildung zum Polizeibeamten. Kriminalhauptkommissarin Eleonore Tatge vom Präventionsteam, die Herrn Ullrich noch als Vorgesetzten kennenlernen durfte, schockierten insbesondere die Aufgaben der weiblichen Kriminalbeamtinnen während des Nationalsozialismuses. Für Kriminalkommissar Olaf Hose waren die Führungen wie ein "Heimspiel", da er bereits viele Vorträge zu dem Thema in Schulen und auf Veranstaltungen gehalten hat. Allen Betreuern ging es weder um das Leugnen der Rolle der Polizei während des Dritten Reiches noch um Schuldzuweisungen. Im Gegenteil, Ziel war es, die Beteiligung der Polizei realistisch und aufrichtig darzustellen unabhängig davon wie grausam diese war. "Ich denke, es ist wichtig sich als Polizist kritisch mit der eigenen Geschichte zu befassen und eine offene und transparente Aufarbeitung umzusetzen" so PK Martin Schwanitz.

160 Polizistinnen und Polizisten und über 250 Schülerinnen und Schüler wurden durch die Ausstellung geführt. Vielen Polizisten war die Art und der Umfang der Beteiligung der Polizei zur NS-Zeit gar nicht bewusst. So schrieb ein Polizeibeamter im Ruhestand in das Gästebuch: "Als 1963 in Niedersachsen ausgebildeter Polizeibeamter bin ich zutiefst beeindruckt gewesen! Nie wieder, nie wieder!" Eine Besucherin schrieb: "Immer wieder wichtig und wertvoll die Lehren und Erkenntnisse aus der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft herüber zu retten."

"Die hohen Besucherzahlen und die durchweg positive Resonanz zeigen, dass es längst an der Zeit war, sich mit der Vergangenheit und insbesondere der Beteiligung der Polizei im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Nur wer sich mit der folgenschweren Vergangenheit des Berufsstandes der Polizeibeamten beschäftigt, ist gut darauf vorbereitet, in der heutigen Zeit mit Vorbildfunktion zu agieren", so Polizeipräsident Friedrich Niehörster.

Digitale Bilder in der Lichtbildmappe enthalten.

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Auf der Hude 2
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