Polizei Paderborn

POL-PB: Taschendiebe nutzen Gedränge und Ablenkung

Die Familien Salmen und Poppe aus Büren bummelten am Dienstag mit den Kindern (v.l.) Elin, Robin, Lilli, Sina und Melina auf dem Liboriberg. Nach der Beratung von Albert Holtkamp (l.) und Randolf Latusek (mitte) war klar: Handy und Portmonee gehören nicht in die Hosentaschen - die Handtaschen der Frauen... mehr

Paderborn (ots) - (mb) Ein Volksfest wie Libori zieht nicht nur fröhliche Besucher an. Geschickte Langfinger nutzen den Andrang für ihre kriminellen Taten und tauchen unbemerkt im Gedränge unter. Am Dienstag machten sich zwei Streifenteams auf, um Liborigäste zu sensibilisieren und über die Maschen der Diebe aufzuklären. "Augen auf und Taschen zu!" hieß die Devise von KHK Randolf Latusek und KHK Jürgen Neuhoff vom Paderborner Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz sowie der Polizeihauptkommissare Albert Holtkamp und Jürgen Steinke von der Bundespolizei. Am Bahnhof, in der Innenstadt, auf dem Pottmarkt und dem Liboriberg sprachen die Polizisten potentielle Taschendiebstahls-Opfer direkt an. "Taschendiebe suchen die günstige Gelegenheit. Sie nutzen offen stehende Handtaschen oder das Handy, das schon auf der Hosentasche lugt und 'bedienen' sich, ohne dass die Opfer es merken", erklärt Randolf Latusek und hält Ausschau nach "Opfern". Albert Holtkamp fügt hinzu: "Als Ablenkungsmanöver nutzen die Täter gerne kleine Rempler oder kleckern auch schon mal mit einem Eis oder einem Getränk. Vielfach sind sie zu zweit - einer klaut und gibt die Beute sofort an einen Komplizen weiter, der sofort untertaucht." Holtkamp gibt zu bedenken, dass die Taschendiebe in den Abend- und Nachtstunden die Alkoholisierung ihrer Opfer nutzen. "Die Täter mischen sich dann unter die Menschentrauben um die Getränkestände am Kamp und auf dem Rathausplatz."

Zwölf Mal haben Diebe an den ersten drei Libori-Tagen schon zugeschlagen: zwei Fälle auf dem Hauptbahnhof, sechs Fälle Kamp und Rathausplatz, drei Taten im Kirmesbereich und ein Taschendiebstahl in der Innenstadt. Fünf Portmonees, fünf Handys, eine Handtasche und einmal "nur" das Geld aus einer vergessenen Geldbörse sind jetzt in unbekannten kriminellen Händen.

Ein Tatverdächtiger wurde in der Nacht zu Sonntag am Kamp erwischt. Gegen 02.30 Uhr hatte ein Zeuge (26) einen Mann beobachtet, der in die Handtasche einer Frau griff und das Handy herausfischte. Der Zeuge packte sich den mutmaßlichen Dieb, der das Telefon sofort fallen ließ und flüchten wollte. Die bestohlene Frau hob das Handy auf und verschwand in der Menge. Die Tat hatte sie vermutlich nicht als Diebstahl bemerkt. Der couragierte Zeuge übergab den Tatverdächtigen der Polizei. Die Beamten entdeckte bei ihm ein weiteres Handy, das in Süddeutschland als gestohlen gemeldet war. Der 36-jährige Algerier wurde vorläufig festgenommen.

Im letzten Jahr wurden in der gesamten Liboriwoche 24 Taschendiebstähle angezeigt.

Hier die wichtigsten Tipps zur Verhinderung von Taschendiebstählen:

   -	Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie tatsächlich 
benötigen. 
   -	Tragen Sie Geld, Zahlungskarten, Papiere und Handy immer in 
verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst 
dicht am Körper. 
   -	Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen immer mit der 
Verschlussseite zum Körper. 
   -	Achten Sie gerade im Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen. 
Werden Sie misstrauisch, wenn Sie plötzlich angerempelt oder "in die 
Zange" genommen werden. 
   -	Lassen Sie Ihre Taschen nicht unbeaufsichtigt. 
   -	Rufen Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen verdächtige Personen 
auffallen: Polizeiruf 110! 

Weitere Informationen und Tipps zum Thema Taschendiebstahl finden Sie im Internet: www.paderborn.polizei.nrw.de Menüpunkt: Augen auf und Tasche zu!

Foto:

Die Familien Salmen und Poppe aus Büren bummelten am Dienstag mit den Kindern (v.l.) Elin, Robin, Lilli, Sina und Melina auf dem Liboriberg. Nach der Beratung von Albert Holtkamp (l.) und Randolf Latusek (mitte) war klar: Handy und Portmonee gehören nicht in die Hosentaschen - die Handtaschen der Frauen sind verschlossen und werden vorn getragen. (Foto: mb)

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