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06.02.2015 – 15:54

Polizei Paderborn

POL-PB: Fahndungserfolge - Paderborner Polizei macht Einbrecherbanden dingfest - Festnahmen und Haftbefehle nach Wohnungseinbrüchen

POL-PB: Fahndungserfolge - Paderborner Polizei macht Einbrecherbanden dingfest - 
Festnahmen und Haftbefehle nach Wohnungseinbrüchen
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Paderborn (ots)

(mb) Der Paderborner Polizei sind in den letzten Tagen mehrere Festnahmen von mutmaßlichen Wohnungseinbrechern gelungen. Vier Männer, einer davon gesucht mit internationalem Haftbefehl, und ein Jugendlicher aus zwei unterschiedlich organisierten Banden sollen für dutzende Einbrüche im Kreis Paderborn und darüber hinaus verantwortlich sein. Sie konnten nach intensiven Ermittlungen, Observationen und Verfolgungsfahrten gestellt werden. Weil noch längst nicht alle sichergestellten Beutestücke zugeordnet sind, steht die genaue Zahl der aufgeklärten Fälle noch nicht fest. "Akribische Ermittlungsarbeit, motivierte Fahnder und nicht zuletzt wertvolle Zeugenhinweise haben diese Erfolge möglich gemacht und uns wertvolle Erkenntnisse über die kriminellen Organisationen gebracht", erklärt der zuständige Kommissariatsleiter Clemens Cramer. Die Paderborner Polizei hatte mit Anstieg der Fallzahlen bereits im Dezember 2013 eine Ermittlungsgruppe (EG) zur Aufklärung von Wohnungseinbrüchen eingesetzt.

In den letzten Wochen kam es zu ganzen Serien von Dämmerungseinbrüchen, also Taten, die nach dem jahreszeitlich bedingten frühen Einbruch der Dunkelheit verübt werden. Nahezu täglich verbreitete die Polizei Fahndungsmeldungen über die Medien und bat um Mithilfe aus der Bevölkerung. Im Januar entdeckte eine Polizeistreife einen gesuchten Audi auf dem Hof eines Hauses in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das Auto war andernorts im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen aufgefallen. Noch bevor jedoch ein Zugriff umgesetzt werden konnte, war der Wagen plötzlich verschwunden. Tage später tauchte ein Polo auf, der wie der Audi auf einen "Scheinhalter" zugelassen war. Dazu Norbert Wegener, Leiter der EG Wohnung: "Die Einbrecherbanden bedienen sich aus regelrechten Fahrzeugparks, die auf Personen zugelassen sind, die ihre Personalien gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt haben. So gelingt es den Tätern ihre eigene Identität völlig zu verschleiern." Über zehn Autos waren allein auf diesen Halter zugelassen. Mehrfach war ein schwarzer Polo in der Nähe von Tatorten in der Südstadt von Zeugen gesehen worden.

Letzte Woche Mittwoch stellten Zivilfahnder den Polo in einem Wohngebiet in Wewer fest. Wenig später wurde ein Wohnungseinbruch mit Schmuckdiebstahl aus eben diesem Wohngebiet gemeldet. Auf dem Weg nach Paderborn nahmen die Zivilpolizisten den mit vier Personen besetzten Wagen auf und entschlossenen sich zum Zugriff. Sie forderten mehrere Streifenwagen an und stoppten den Polo an der Kreuzung Salzkottener Straße/Frankfurter Weg. Für eine halbe Stunde war die Straße wegen des Einsatzes blockiert. Die vier Insassen, drei serbische Männer im Alter von 30, 37 und 40 Jahren sowie der 14-jährige Sohn des 37-Jährigen, konnten überrascht und widerstandslos festgenommen werden. Bei ihnen wurde Schmuck gefunden, der kurz darauf dem Einbruch in Wewer zugeordnet werden konnte.

Bei Durchsuchungen der Paderborner Wohnungen, wo die Tatverdächtigen mit weiteren Familienmitgliedern wohnen, fanden Kriminalbeamte weitere Beute in mehreren Verstecken. Einiges konnte mittlerweile Einbruchstaten in Paderborn, Elsen, Delbrück, Salzkotten, Büren und einem Ortsteil von Lippstadt zugeordnet werden. Gegen die drei festgenommen Männer beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle, die auch vom Paderborner Amtsgericht erlassen wurden. Der Jugendliche, der im Verdacht steht an mehreren Fällen beteiligt zu sein, kam auf freien Fuß.

Norbert Wegener, Leiter der EG Wohnung: "Wir gehen davon aus, dass diese Männer für viele Taten aus den Einbruchserien in den letzten Wochen verantwortlich sind. Wie viele Einbrüche wir ihnen nachweisen können, werden die weiteren Ermittlungen zeigen. Trotz des Festnahmeerfolgs können wir allerdings keine Entwarnung geben. Neben regionalen Tätergruppen sind auch überörtlich agierende Banden aktiv." Erschreckend war für den erfahrenen Kriminalhauptkommissar die Erkenntnis, dass hier ein Vater offenbar seinen minderjährigen Sohn an eine kriminelle Laufbahn heranführt.

Nach den Festnahmen reduzierten sich die Anzeigen wegen Wohnungseinbrüchen im Kreisgebiet, aber einzelne Taten wurden aus Paderborn, Delbrück und Salzkotten gemeldet. Auch diese Fälle veröffentlichte die Polizei mit Fahndungsaufrufen über die Medien. Am vergangenen Dienstag erinnerte sich ein Elsener, der selbst schon Opfer von Einbrechern geworden war, an einen Fahndungsaufruf aus Dezember, in dem ein rotes Auto eine Rolle spielte. Ein solcher Wagen mit Dortmunder Kennzeichen fiel ihm abends auf und er informierte umgehend die Polizei. Hier war gerade ein erneuter Dämmerungseinbruch in Elsen gemeldet worden.

Im Zuge der Fahndung entdeckten Zivilpolizisten den roten Pkw. Als das mit zwei Männern besetzte Auto am Frankfurter Weg angehalten werden sollte, gab der Fahrer Gas, missachtete rote Ampeln und gefährdete eine Fußgängerin. An der Stettiner Straße sprangen die Insassen aus dem Wagen und flüchteten zu Fuß. Einem Polizisten gelang kurz darauf die Festnahme eines 26-jährigen Mannes. Im Auto und in der Kleidung des Tatverdächtigen wurde die Beute aus dem Einbruch in Elsen aufgefunden. Der Festgenommene wies sich mit falschen Personalien aus. Allerdings war unter diesem Namen das rote Auto bei einer Mietfirma in Dortmund angemietet worden.

Nach weiteren Identifizierungsmaßnahmen stelle sich heraus, das der aus Bosnien-Herzegowina stammende Mann bereit einschlägig vorbestraft ist und mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Zu seinem flüchtigen Komplizen machte der Mann keine Angaben. Der 26-Jährige hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Er sitzt seit Mittwoch in Haft.

"Der Mietwagen des Täterduos war vor 14 Tagen angemietet worden. In dieser Zeit wurde das Auto über 3.000 Kilometer bewegt", erläutert Hauptkommissar Wegener. Wegener weiter: "Jetzt gilt es herauszufinden, ob das Auto an weiteren Tatorten aufgetaucht ist. Der Aktionsradius liegt vermutlich im ganzen Land."

Um weitere Taten aus der zurückliegenden Serie zu klären, veröffentlicht die Polizei jetzt Fotos von sichergestellten Schmuckstücken im Internet. Auf www.paderborn.polizei.nrw.de können Geschädigte von Wohnungseinbrüchen nachschauen, ob sie ihr Eigentum identifizieren können. Die Ermittler der EG Wohnung sind unter der Rufnummer 05251/ 3060 erreichbar.

Foto:

Die "EG Wohnung" hat reichlich Spuren auszuwerten und muss die sichergestellte Beute einzelnen Taten zuordnen. v.l. KHK Andreas Winkler-Sieland, KHK Jürgen Grimmek und KHK Norbert Wegener

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