Polizei Paderborn

POL-PB: Fahrraddiebstahl sprunghaft angestiegen

POL-PB: Fahrraddiebstahl sprunghaft angestiegen
Kriminalhauptkommissar Heinz-Otto Behrendt zeigt sichergestellte Bolzenschneider und Sägen von Fahrraddieben und einige geknackte Fahrradschlösser. (Foto:mb)

Paderborn (ots) - (mb) "Das einzige was hilft, sind hochwertige Schlösser und die konsequente Sicherung", erklärt Heinz-Otto Behrendt angesichts der im Kreis Paderborn um über 50 % gestiegenen Fahrraddiebstahlsstatistik. Der Kriminalhauptkommissar bearbeitet Fahrraddiebstähle seit vielen Jahren und weiß, warum es Diebe oft zu einfach haben - auch bei hochwertigen Fahrrädern oder E-Bikes. "Billige Stahlseilschlösser oder Felgenschlösser, die mit einem einzigen Kniff durchtrennt werden können, oder gar keine Sicherung", sagt Behrendt kopfschüttelnd.

Beispiele für solche Taten sind bei Behrendt und seinen Kollegen im Kommissariat an der Tagesordnung, wie folgende Sachverhalte aus den letzten zehn Tagen belegen. Am Scharmeder Bahnhof knackten zwei Fahrraddiebe ein Fahrradschloss mit einem Bolzenschneider. Sie wurden von Zeugen beobachtet und konnten von der Polizei geschnappt werden. Das gestohlene Fahrrad lag im Auto der Tatverdächtigen (17/28). Tags zuvor war an gleicher Stelle ein ebenfalls mit einem einfachen Schloss gesichertes Fahrrad entwendet worden und ist bislang verschwunden. In Bad Wünnenberg wurde ein unverschlossenes Fahrrad aus einer nicht verschlossenen Garage gestohlen. Am Greiteler Weg in Paderborn stoppte ein Nachbar einen Fahrraddieb, der sich durch die Hecke aufs Grundstück geschlichen und unter den Augen der Besitzerin ein nicht verschlossenes Fahrrad gestohlen hatte. Der Täter flüchtete ohne Fahrrad, wurde aber wenige Minuten später von der Zeugin erneut beim Fahrraddiebstahl am Schützenplatz gesehen. Am Wochenende verschwanden nicht verschlossene Fahrräder von Hausgrundstücken an der von-Niesewand-Straße und an der Breslauer Straße. Weil er bei rot über eine Ampel am Fürstenweg gefahren war, hielten Polizisten einen 75-jährigen Autofahrer an, der zwei Fahrräder im Kofferraum mitführte. Die habe er gerade gefunden, so der Senior. Am Neuhäuser Tor kontrollierte eine Streife ein Radlerin, die behauptete das Rad kurz zuvor gefunden zu haben. Folge in beiden Fällen: Fahrräder sichergestellt, Strafanzeigen wegen Verdacht des Diebstahls. An der Pankratiusstraße fiel ein Mann auf, der angeblich gekaufte Gebraucht-Fahrräder in einen Anhänger packte, um damit auf Flohmärkten zu handeln. Die Polizei überprüfte die Rahmennummern - soweit vorhanden - mit dem Ergebnis, dass vier Räder als gestohlen gemeldet waren. Hehlerei oder Diebstahl oder beides - gegen den 46-jährigen Paderborner wird ermittelt.

Die meisten Anzeigen hat Heinz-Otto Behrendt zu bearbeiten. Sein größtes Problem: Fahrräder, die er nicht zuordnen kann. Behrendt: "Viele Radler haben keine Unterlagen mehr und können weder die Rahmennummer noch andere wichtige Details angeben, wenn sie zur Anzeigenerstattung kommen. Wenn dann keine speziellen Erkennungsmerkmale oder exotische Marken festgehalten werden, ist die Ermittlung der Eigentümer kaum möglich. Die Fahrräder gehen zum Fundbüro und werden später versteigert."

Gefundene Fahrräder einfach behalten - davon rät Behrendt ab: "Wer ein Fahrrad findet, sollte es unbedingt dem Fundamt melden. Grundsätzlich hat man Anspruch auf Finderlohn. Sollte sich der Besitzer nicht melden, geht der Besitzanspruch nach einem halben Jahr auf den Finder über." Behrendt empfiehlt, zu jedem Fahrrad einen Fahrradpass anzulegen. Die gibt's beim Händler oder bei der Polizei kostenlos. Wer möchte, kann seinen Drahtesel bei der Polizei "anmelden". In der ISFASS-Datei speichert die Polizei Fahrradhalterdaten. "Das hilft uns bei der Besitzerermittlung, verhindert aber keine Diebstähle", so Behrendt.

Wie man den Fahrrad-Langfingern einen Strich durch die Rechnung machen kann erklärt der Kommissar so: "Die Täter haben es eilig. Beim Wohnungseinbruch gibt ein Täter nach drei bis fünf Minuten auf, wenn Türen oder Fenster stand halten. So ähnlich wird es auch ein Fahrraddieb halten. Deswegen brauche ich ein hochwertiges stabiles Schloss - am besten gleich zwei oder ein großes, um das Fahrrad auch gegen 'Wegtragen' zu sichern. Bei sicheren Schlössern ist genau die Zeit getestet worden, die man braucht, um es zum Beispiel per Hand durchzusägen. Ein Billigschloss ist mit einem Bolzenschneider in einer Sekunde geknackt, bietet also nahezu keine Sicherheit."

Um 54 Prozent hat sich die polizeiliche Diebstahlsstatistik im Kreis Paderborn in Punkto Fahrrad im ersten Halbjahr 2014 erhöht. Wurden im Vergleichszeitraum des Vorjahres 462 Fahrräder gestohlen, sind es in diesem Jahr schon 713. Behrendt: "Das sind alarmierende Zahlen, wenn man bedenkt, dass die Jahresstatistik im letzten Jahr eine deutlichen Rückgang von 1521 auf 1362 Taten aufwies."

Die meisten Fahrraddiebstahlsanzeigen bieten mangels Zeugen oder Sachbeweisen kaum Ermittlungsansätze. Dementsprechend niedrig ist die Aufklärungsquote mit knapp 8 %. "Wir sind auf Hinweise angewiesen und appellieren an alle Zeugen, die verdächtige Personen an Fahrrädern sehen oder gar einen Fahrraddieb beobachten, sich unverzüglich bei der Polizei zu melden", bittet Kriminalhauptkommissar Behrendt um Mithilfe aus der Bevölkerung.

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Kriminalhauptkommissar Heinz-Otto Behrendt zeigt sichergestellte Bolzenschneider und Sägen von Fahrraddieben und einige geknackte Fahrradschlösser. (Foto:mb)

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