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26.10.2015 – 14:37

Polizei Dortmund

POL-DO: Fremdenfeindlicher Übergriff von Rechtsextremisten - vier verletzte Dortmunder - vier Festnahmen

Dortmund (ots)

Lfd. Nr.: 1532

In der Nacht zu Sonntag (24./25.10) ereignete sich ein fremdenfeindlicher Übergriff von Rechtsextremisten zum Nachteil von vier Dortmundern mit Migrationshintergrund. Die Dortmunder Polizei hat vier gewalttätige Rechtsextremisten festgenommen.

Ein erster Einsatz für die Dortmunder Polizei fand am 24.10. um 23.32 Uhr statt: Vier Dortmunder (20, 21 und 22 Jahre alt) hatten die Polizei alarmiert, nachdem sie von einer sechsköpfigen Gruppe Rechtsextremisten provoziert und angegriffen worden waren.

Auslöser des Angriffs soll eine Frage nach der Nationalität des Quartetts gewesen sein. Als die Dortmunder ihren Migrationshintergrund bejahten, kam es zu Körperverletzungen mittels Flaschen und einem Baseballschläger. Ein Messer wurde vorgehalten, kam aber wohl nicht zum Einsatz. Ein in der Nähe befindlicher Jägerzaun wies frische Beschädigungen auf. Dies und die weitere Spurenlage lassen vermuten, dass das entfernte Holz im Laufe der Schlägerei auch als Schlagwerkzeug eingesetzt wurde. Weiter berichten die Geschädigten von Tritten, als sie teilweise bereits am Boden lagen.

Die vier Dortmunder konnten einen großen Teil der Schläge zwar abwehren, sie wurden aber alle vier, auch durch die Abwehrhaltungen, verletzt. Die Schläger flüchteten. Hierbei entwendeten sie die Jacke eines ihrer Opfer, die der Dortmunder bei dem Angriff verloren hatte. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief zunächst ergebnislos.

Um 0:26 Uhr am 25.10. alarmierten die vier Dortmunder die Polizei erneut: Nach dem Angriff hatten sich die jungen Männer nach eigenen Angaben versteckt, weil die Rechten sie gesucht hätten. Zu diesem Zeitpunkt erblickten sie aus ihrem Versteck heraus vier der sechs Angreifer erneut. Die eingesetzten Beamten nahmen die Tatverdächtigen fest, nachdem einer von ihnen, ein 51-jähriger Dortmunder der auch als Rädelsführer beschrieben wurde, zunächst versucht hatte, sich der Festnahme durch die Polizei zu entziehen.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 19-Jährigen aus Kamen, und drei Dortmunder (20, 28 und 51 Jahre alt).

Kurz vor der Festnahme beobachteten die Beamten, wie der 28-Jährige einen Gegenstand ins Gebüsch hinter sich warf. Bei der Nachschau fanden die Beamten ein Messer auf und stellten es sicher.

Eine Zuordnung zu den Tatbeteiligten war zuvor von den Angegriffenen beschrieben worden.

Im Rahmen der Ermittlungen erfolgten Wohnungsdurchsuchungen, bei denen auch ein Baseballschläger aufgefunden und sichergestellt wurde.

Die Ermittlungen, die durch die Soko Rechts übernommen wurden, dauern an.

Polizeipräsident Gregor Lange äußerte sich zu den beiden Taten vom Wochenende (vgl. lfd. Nr. 1516) mit fremdenfeindlichem Hintergrund: "Ich bin froh, dass es uns in beiden Fällen gelungen ist, die Tatverdächtigen schnell festzunehmen und Strafverfahren gegen sie einzuleiten. Beide Sachverhalte zeigen, dass meine Einschätzung einer zunehmenden Radikalisierung richtig ist. Der schnelle Festnahmeerfolg ist auch auf ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis der Zivilbevölkerung zur Polizei zurückzuführen. Es ist wichtig, dass sich Zivilgesellschaft und Polizei gemeinsam der Radikalisierung konsequent entgegen stellen."

http://www.presseportal.de/print/3156027-print.html?type=polizei

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